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Tiersterben in Russland: Robben grausam getötet – Greenpeace schlägt Alarm

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Von: Laura-Marie Löwen

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Greenpeace spricht von einer „ökologischen Katastrophe“: Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka kommt es zu einem grauenhaften massenhaften Tiersterben.

Petropawlowsk-Kamtschatski (Russland) – Die Halbinsel Kamtschatka im östlichen Teil Russlands ist eigentlich ein wahres Naturparadies: Die Landschaften sind zu einem Großteil unberührt, hier thronen riesige Vulkane und direkt neben weiten Birkenwäldern. Doch ein grausiges Phänomen droht nun die Idylle von Kamtschatka zu zerstören. In den vergangenen Tagen wurden am Strand massenhaft tote Tiere, darunter Robben, Kraken und Fische, angespült. Darüber berichtet unter anderem auch tz.de.*

Ort in RusslandPetropawlowsk-Kamtschatski
Stadt seit1812
Höhe des Zentrums150 m
Kfz-Kennzeichen41
Bevölkerung180.702 (2012)

Russland: Tiersterben auf Kamtschatka – Greenpeace veröffentlicht Video von toten Robben, Fischen und Kraken

Schon drei Wochen vor dem Tiersterben auf Kamtschatka hatten Surfer vor der Halbinsel in Russland bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Einige Sportler klagten über Augenschmerzen, kurzfristigen Sehverlust, Erbrechen und Husten. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die Gesundheitsbehörde vor Ort spricht von mindestens neun Menschen, die deswegen ärztliche Hilfe suchten. Die Experten haben Hornhaut-Verätzungen ersten Grades festgestellt, nachdem die Betroffenen von Rötungen und Schleiern vor den Augen berichtet hatten.

Ein Greenpeace-Aktivist mit Gasmaske vor dem Strand auf Kamtschatka. Links eine tote Robbe, die am Strand liegt.
In Russland kommt es zu einem massenhaften Tiersterben. Aktivisten von Greenpeace schlagen bereits Alarm.. (24hamburg.de-Montage) © Elena Safronova/Greenpeace/dpa/picture alliance & Alexandr Piragis/Sputnik/dpa/picture alliance & Matvey Paramoshin/Greenpeace/dpa/ picture alliance

Tiersterben in Russland: Umweltschützer von Greenpeace vermuten Umweltverschmutzung als Ursache

Die Umweltorganisation Greenpeace veröffentlichte wenige Wochen später ein Video, das massenhaft tote Tiere vor der Küste Kamtschatkas zeigt: Robben, Kraken und Fische wurden leblos am Strand angespült. Die Umweltschützer berichten außerdem, dass im Wasser, welches zusätzlich seine Farbe geändert habe, erhöhte Mengen von Erdöl und Phenol nachgewiesen wurden. Die Organisation spricht von einer „ökologischen Katastrophe“.

Greenpeace-Aktist Wassilj Jabkow hat eine Vermutung, was hinter dem Tiersterben stecken könnte: „Es gab Zeugenberichte, wonach die Strände von toten Tieren bedeckt waren, die aussahen, als habe man sie gekocht. So etwas passiert nicht wegen einer Erdölverschmutzung. Hier ist offenbar ein chemischer Stoff vorhanden. Leider kann man momentan kaum irgendwelche Schlussfolgerungen ziehen. Es müssen möglichst schnell Analysen gemacht werden, um zu verstehen, wie man damit weiter umgehen und die negative Wirkung neutralisieren kann“, zitiert die Tagesschau den Umweltschützer.

Tiersterben in Russland: Behörden veranlassen Ermittlungen – Ursache voerst unklar

Die lokalen Behörden veröffentlichten nach dem Vorfall ein Video, welches saubere Strände auf der Halbinsel zeigt. Sie vermuten einen Sturm hinter dem massenhaften Tiersterben auf Kamtschatka. Weitere Ermittlungen laufen derzeit: Am Sonntag, 4. Oktober 2020, wurden große Proben an Sand, Meereswasser und Mikroorganismen nach Moskau geschickt. Untersuchungsergebnisse liegen noch nicht vor.

Erhebliche Umweltverschmutzungen in Russland sind keine Seltenheit: Erst im Mai 2020 kam es zu einer Öl-Katastrophe in Norilsk. Dabei gelangen 21.000 Tonnen Öl aus einem Heizkraftwerk in örtliche Gewässer. Das Tiersterben in Russland erinnert zudem stark an die große Walstrandung vor der Küste Tasmaniens*, welche sich im September 2020 ereignete. 24hamburg.de/tiere* berichtete darüber, wie hunderte Wale an den Stränden der australischen Insel verendeten. Auch in Hamburg* sorgte ein massives Fischsterben in der Elbe* für Aufregung. * 24hamburg.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

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