Schnee und Minusgrade

Tierpark Hagenbeck: Das süße Kamele-Kuscheln – und Schildkröten-Schmusen

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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Tierpark Hagenbeck: Dicht beieinander lässt sich Kälte gut aushalten. Gegen die Temperaturen rücken viele Tiere im Hamburger Zoo enger zusammen.

  • Der kalte Winter lässt Hamburg zittern – und es könnte sogar noch eisiger werden.
  • Auch die Bewohner im Tierpark Hagenbeck müssen sich den tiefen Temperaturen anpassen.
  • Für manche Tieren kann die Kälte zur Lebensgefahr werden.

Hamburg – Minustemperaturen, eisiger Wind und Schneefall: Der Winter hat die Hansestadt fest im Griff. Während die meisten Menschen dick eingemummelt in Winterjacken der Kälte trotzen, bedeuteten die eisigen Temperaturen für einige Bewohner im Tierpark Hagenbeck: kuscheln oder in wärmere Gefilde fliehen.

Zoo in Hamburg: Tierpark Hagenbeck
Eröffnet: 7. Mai 1907
Adresse: Lokstedter Grenzstraße 2, 22527 Hamburg
Anzahl der Tiere: 25.800
Außergewöhnliche Tiere: Koboldi, Polosa, Thor, Odin, Antje, Schnitzel, Norbert, Dyna, Gajendra, Charlotte

Wie bei den Seychellen Riesenschildkröten. Die langsamen Giganten können Kälte nicht ab. Deshalb verbringen sie im Winter die meiste Zeit in einem mollig-warmen Heiz-Haus. Eng aneinander gekuschelt unter Wärmelampen genießen sie die rund 27 Grad Celsius. So lässt es sich aushalten.

Die Riesenschildkröten im Heiz-Haus des Tierpark Hagenbeck verbringen den Winter eng beisammen. (24hamburg.de-Montage)

Die Schildkröten werden noch einige Zeit im schützenden Wärmehaus verbringen müssen: Ins Freie geht es erst bei 15 Grad Außentemperatur, wenn die Sonne scheint. Wenn es bewölkt ist, brauchen sie sogar 20 Grad.

Tierpark Hagenbeck im Winter: Schnee kann gefährlich werden

Auch die Kraniche habe es im Winter nicht einfach, aber nicht wegen der Kälte. Den Vögeln frieren bei den Temperaturen die Gelenke kaputt. Ein beheizter Stall bietet Schutz. Und: Pumpen in den Teichen sorgen dafür, dass die Kraniche nachts nicht an den Beinen festfrieren.

Für manche Tiere besteht im Winter auch ein komplettes Ausgehverbot. Für Elefanten und Giraffen kann Schnee schnell zur Gefahr für Leib und Leben werden. Denn wenn die riesigen Tiere ausrutschen, kann es übel enden. Deshalb ist ein Spaziergang im Freien nur stundenweise erlaubt. Wilder geht es im Oktober zu, wenn etwa die Elefanten eine große Halloween-Party feiern.

Winter in Hagenbeck: Da können die Tiger nur lachen

Wölfen und Wildkatzen im Wildpark hingegen macht die Eiseskälte kaum etwas aus. Auch die Bisons und die Sibirischen Tiger im Tierpark Hagenbeck können über solche Probleme nur lachen: Schnee ist ihr Element. Die Tiere können sogar Temperaturen von bis zu Minus 50 Grad Celsius aushalten. Bei den Tigern sei es nur wichtig, dass der Wassergraben in den Wintermonaten nicht zufriert. Darum laufen die Pumpen im Gehege auch im Winter.

Tiger-Dame Maruschka genießt den Winter im Tierpark Hagenbeck. (24hamburg.de-Montage)

So kann Tigerdame Maruschka gefahrlos durchs Außengehege streifen. Sie ist gerade alleine. Weil sie rollig, paarungsbereit ist – und der Zoo derzeit keine Tiger züchten darf. Nachwuchsfreuden sind gerade anderen Tieren vorbehalten.

Natürlich sind auch die Pinguine bestens gegen die Kälte gewappnet: So kalt ist es ja nun auch wieder nicht, Hamburg ist ja nicht die Antarktis. Statt zu bibbern, feiern die Pinguine lieber eine Pool-Party und ziehen cool ein paar Bahnen in ihrem großen Becken. Da schießen sie mit bis zu 36 Kilometer pro Stunde durchs eisige Wasser.

Tierpark Hagenbeck: Die Glätte ist ein Problem

Die Asiatischen Kamele streifen in der freien Natur eigentlich in Trockensteppen und Halbwüsten umher. Die Pflanzenfresser sind echte Überlebenskünstler. Die Lebensbedingungen in der Wüste sind extrem. Sie können glühender Hitze trotzen, ebenso wie beißendem Frost in der Nacht.

Für ein schützendes Wärmehaus sind die Wüstenschiffe zu groß, aber kein Problem: Sie haben sich einfach ein dickes Fell zugelegt. So lässt sich die kalte Jahreszeit auch draußen in ihrem Steppengehege gut aushalten. Praktisch: Wenn der Wind zu kalt wird, können sie ihre Nasenlöcher einfach verschließen.

Winter im Tierpark Hagenbeck: Die Kamele stehen lieber eng beieinander. (24hamburg.de-Montage)

Einzig und allein die Glätte macht ihnen zu schaffen: Die Huftiere mit den langen Beinen und den flachen Sohlen sind auf rutschigen Oberflächen aufgeschmissen, machen sich schnell lang. Wenn sie stürzen, prallen 800 Kilogramm Körpergewicht auf den harten Boden. Dann kommen sie nur schwer wieder hoch. Darum haben die Tierpfleger die Wege im Gehege gestreut. Nicht mit Salz – das würde brennen – aber mit Kies und Sand. Den kennen sie ja.

Winter im Tierpark Hagenbeck: Gott sei Dank keine Insekten

Eine Tierpflegerin: „Es ist schon so, dass die Tiere vorsichtiger laufen. Man merkt schon im Gehege, dass die immer ihre Spuren haben, auf denen sie sich bewegen, auf denen sie sich sicher fühlen.“ Alles in allem keine schlechten Zeiten bei den Kamelen, die sich vor allem darüber freuen, dass keine nervigen Insekten herumschwirren. „Im Sommer sind immer total viele Fliegen an den Beinen, das geht den voll auf den Zeiger“, sagt die Tierpflegerin.

Und so verbringen viele Tiere die Winterzeit im Tierpark Hagenbeck zwischen verschneiten Gehegen, zugefrorenen Teichen – oder in warmen Ställen – und warten auf den Sommer. Dann werden sie auch hoffentlich wieder von Besuchern bestaunt werden können. Dann, wenn auch die Corona-Lage in Hamburg wieder entspannter ist. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Tierpark Hagenbeck

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