Seltenes Phänomen

Jahrelang tot: Forscher gelingt Wunder, Tier mit diesem Trick wieder zum Leben erweckt

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Sie waren ausgestorben und plötzlich leben sie wieder unter uns: Tiere die von den Toten auferstehen. Forschern gelingt das Unmögliche. Ein besonderes Phänomen ist dafür verantwortlich ...

  • Beim diesem mysteriösen Effekt werden ausgestorben erklärte Tierarten wiederentdeckt.
  • Selbst Forscher fasziniert das Phänomen immer wieder.
  • Diese drei Tierarten sind bekannte Beispiele für dieses Tier-Wunder.

Singapur – So faszinierend kann die Natur sein: Wenn ausgestorbene Tiere plötzlich wieder auftauchen, dann sprechen Wissenschaftler von einem ganz besonderen Effekt. Klingt schwer vorstellbar, doch es passiert gar nicht so selten. Forscher der Universität Singapur haben das Phänomen erforscht.

Land in AsienSingapur
ISO-CodeSGP
Vorwahl+65
UnabhängigkeitGattung
Länge9. August 1965 (von Malaysia)
Bevölkerung5,639 Millionen (2018)

Lazarus-Effekt: Wenn ausgestorbene Tiere plötzlich wieder da sind – auch Forscher erstaunt Phänomen

Die Rede ist vom sogenannten Lazarus-Effekt. Der Name des Lazarus-Effekts rührt von der biblischen Gestalt des Lazarus her, der durch Jesus von den Toten wieder auferweckt wurde. Insgesamt 351 Tierarten, die als ausgestorben erklärt waren, wurden bis ins Jahr 2011 wiederentdeckt. Das sollen Forscher der Universität Singapur laut Informationen von Deutschlandfunknova herausgefunden haben.

Der „Lazarus-Effekt“ bezeichnet die Wiederentdeckung ausgestorben geglaubter Tiere. (24hamburg-Montage)

Viele der Tierarten haben gemeinsam, dass sie in recht isolierten Gegenden wie Regenwäldern oder hohen Gebirgen beheimatet sind. Auch interessant: Die meisten ausgestorbenen Tiere wurden nach einer Zeitspanne von etwa 60 Jahren wiederentdeckt.

Lazauru-Effekt: Quastenflosser gilt als berühmtes Beispiel – 70 Millionen Jahre ausgestorben geglaubt

Ein ganz besonderer Lazarus-Fall ist der des Quastenflossers: Forscher waren felsenfest davon überzeugt, dass es diese Tierart seit 70 Millionen Jahren nicht mehr gibt. Doch sie hatten sich getäuscht: Im Jahr 1938 wurde der Quastenflosser vor den Komoren wiederentdeckt. Im Jahr 1997 wurde vor Indonesien ein zweites Tier gefunden, das dem Quastenflosser sehr ähnlich ist: Der Manado-Quastenflosser.

Erst dachten Forscher, dass ihnen mit der Wiederentdeckung des Quastenflossers ein wissenschaftlicher Durchbruch in der Evolutionsforschung gelungen sei, da sie hinter dem Fisch ein Tier vermuteten, dass die ersten primitiven Landwirbeltiere mit den Fischen verbinde. Neuere Forschungen ergaben allerdings, dass es sich bei dem Quastenflosser nicht um einen direkten Urahnen der Landwirbeltiere handelt, sondern die Tierart von den Lungenfischen abstammt.

Unterwasseraufnahme eines Quastenflossers. Das Tier galt seit 70 Millionen Jahren als ausgestorben, bevor es wiederentdeckt wurde.

Lazarus-Effekt: Wiederentdeckung des Sehuenca-Wasserfrosches ist besonders herzerwärmend

Ein weiteres bekanntes Beispiel für den Lazarus-Effekt ist die Wiederentdeckung des Sehuenca-Wasserfrosches. Dahinter steckt sogar eine rührende Geschichte: In Bolivien wurde der offenbar letzte Sehuenca-Wasserfrosch gefunden, Forscher nannten ihn „Romeo“. Der vermeintlich einsamste Frosch der Welt lebte lange Zeit ohne Partnerin in einem Aquarium. Auf der Suche nach einer Weibchen für Romeo fanden Wissenschaftler jedoch Jahre später in einem Bach fünf weitere Frösche seiner Art. So gesellte sich an Romeos Seite endlich eine Julia.

Lazarus-Effekt bei Tieren: Auch das Chaco-Pekari galt als ausgestorben und wurde wiederentdeckt

Hinter dem komplizierten Namen „Chaco-Pekari“ verbirgt sich ein putzig aussehendes Nabelschwein, das es ebenfalls über einen langen Zeitraum geschafft hat, von den Menschen unentdeckt zu bleiben. Im Jahr 1930 wurde die Tierart von Forschern als ausgestorben erklärt, da ihnen nur noch Fossilfunde des Chaco-Pekaris vorlagen. Doch sie hatten sich getäuscht: 41 Jahre später tauchte das größte aller Nabelschweinarten wieder auf. In Argentinien entdeckten Wissenschaftler eine Herde von Chaco-Pekaris.

Das Tier blieb so lange unentdeckt, weil es sich lange Zeit gut in dem südamerikanischen Dickicht des Chacos versteckte. Für Menschen ist der Landstreifen schlecht zugänglich, da viele stachelige Pflanzen kaum einen Zutritt erlauben. Mittlerweile wird das Chaco-Gebiet zwischen Bolivien und Paraguay aber von Bauern für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Insgesamt wird der Bestand von Chaco-Pekaris auf etwa 3000 Tiere geschätzt.

Das Chaco-Pekari versteckte sich lange Zeit in südamerikanischen Dickichten und blieb daher von Forschern unendeckt.

Vor dem Aussterben bedroht: Viele Tierarten könnte es bald nicht mehr geben

Nach Informationen von WWF sind knapp 30 Prozent aller bekannten Tierarten in ihrer Existenz bedroht – so steht es auf der Internationalen Roten Liste. Der Mensch selbst trägt durch seinen modernen Lebensstil zum Aussterben vieler Arten bei: „Weil wir Menschen ihre Lebensgrundlagen vernichten, ihre Lebensräume zerstören und das Klima durch unsere Emissionen aufheizen“, informieren die Tierschützer. Der Mensch würde das Aussterben von Tierarten um den Faktor 1000 begünstigen – verglichen mit der natürlichen Sterblichkeitsrate.

Der Schwerstör ist ein Beispiel für eine erst kürzlich als ausgestorben erklärte Tierart. Das letzte lebendige Exemplar des Schwertstörs, der bis zu drei Meter lang werden kann, wurde im Jahr 2003 gesichtet. Nach intensiver, jahrelanger Suche erklärten Wissenschaftler den Riesenfisch Anfang 2020 dann offiziell für ausgestorben.

24hamburg.de/tiere* berichtete kürzlich über eine als ausgestorben geglaubte Tierart, die Forscher jetzt in Afrika wiederentdeckten.* Auch ein besonderes Hai-Exemplar vor einer Mittelmeer-Insel ließ Wissenschaftler staunen.* In Sibirien wurde ein 39.000 Jahre alter Kadaver eines Höhlenbären gefunden.* * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/Alarcon/Grunbaum/museodorbigny/Stephanie Pilick/dpa/picture alliance

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