Faszination Fischotter

Tier des Jahres 2021: Putziger Pelz-Träger wird süßer Star

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Nach Maulwurf, Reh und Wildkatze: Das Tier des Jahres 2021 ist der Fischotter. Umweltschützer wollen damit auf den gefährdeten Bestand der Pelzträger hinweisen.

  • Fischotter ist Tier des Jahres 2021.
  • Deutsche Wildtier Stiftung weist auf Gefährdung des Säugetiers hin.
  • Häufig trifft Fischotter ein schlimmes Schicksal.

Hamburg – Im Jahr 2020 war es der Maulwurf, 2019 das Reh und 2018 die Wildkatze – jetzt hat die Deutsche Wildtier Stiftung den Fischotter zum Tier des Jahres 2021 gekürt. „Kaum ein anderes Säugetier verbindet die Elemente Land und Wasser so perfekt wie er. Wo Otter sich wohlfühlen, ist die Natur noch intakt“, teilten die Umweltschützer am Dienstag, 1. Dezember 2020, in Hamburg mit.

TiereFischotter
Wissenschaftlicher NameLutra lutra
ErhaltungszustandPotenziell gefährdet (Abnehmend)
Gewicht7 – 12 kg
Stellung in der NahrungsketteFleischfresser
Länge57 – 95 cm (Ohne Schwanz)
Schwanzlänge35 – 45 cm

Fischotter: Tier des Jahres 2021 – Deutsche Wildtier Stiftung klärt über Gefährdung des Tieres auf

Fischotter leben bevorzugt an stehenden und fließenden Gewässern mit natürlich bewachsenen und schilfreichen Uferzonen, denn dort finden sie Unterschlupf und Fressen, wie etwa Fische, Krebse, Schnecken und Insekten. „Nur in sauberen Gewässern mit strukturierten Uferrandzonen findet der Wassermarder ein ausreichendes Nahrungsangebot.

Der Fischotter ist das Tier des Jahres 2021. (24hamburg.de-Montage)

Leider sind diese Lebensräume in unserer Kulturlandschaft selten“, erklärte der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung, Hilmar Freiherr von Münchhausen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Verbaute und kanalisierte Gewässer, trockengelegte Feuchtgebiete und die Vernichtung von Uferrandzonen minimierten die Überlebenschance der Fischotter.

„Die Deutsche Wildtier Stiftung hat den Fischotter zum Tier des Jahres 2021 gekürt, um darauf aufmerksam zu machen, wie gefährdet er selbst und seine Lebensräume sind“, erklärte Hilmar Freiherr von Münchhausen. Es gebe keine genauen Angaben darüber, wie viele Otter in Deutschland leben, ihr Bestand lasse sich schwer schätzen.

Im Osten Deutschlands sei er aber vermehrt angesiedelt. Früher hätten Fischotter ganze Regionen bestimmt, das sei heute anders – in einigen Gegenden könnte man die Tiere gar nicht mehr finden.

Fischotter trifft trauriges Schicksal – Tiere zieht es auch nach Hamburg

Bis ins 20. Jahrhundert waren Fischotter für ihren kostbaren Pelz begehrt, deswegen wurden sie häufig gejagt. Außerdem wurden sie häufig als Schädlinge angesehen, weil sie Fische aus Teichen fraßen. Eine weitere Gefahr stellten Fischreusen für die Säugetiere dar, wie die Deutsche Wildtier Stiftung berichtet. Heutzutage sei der Straßenverkehr für die Tiere besonders gefährlich, nicht selten landen die Fischotter unter den Rädern. Eine skurrile Angewohnheit der Fischotter: Sie schwimmen nicht unter Brücken hindurch, sondern verlassen das Wasser und überqueren die Straße. Dabei werden sie oft von Autos überfahren.

Die Deutsche Wildtier Stiftung will daher den Bau sogenannter „Berme“ erreichen. „Das sind schmale, aus Holzplanken gebaute Pfade, die wie ein Laufsteg angelegt sind und die der Otter nutzen kann, um trockenen Fußes unter der Brücke hindurchzulaufen“, erklären die Umweltschützer. Nicht nur Fischotter trifft in der aktuellen Zeit ein schweres Schicksal, auch um die Tauben in Hamburg ist es schlecht bestellt. Den Kegelrobben auf Helgoland hingegen könnte es nicht besser gehen: Hier gibt es auch in diesem Jahr mächtig Nachwuchs.

Die Stadt Hamburg stufte die Fischotter im Jahr 2016 im Säugetieratlas nicht nur als gefährdet ein, sondern vermerkte die Tiere auch noch in der Roten Liste. Ihr Bestand ist bedroht. Immerhin: Dem Säugetieratlas zufolge zieht es die Fischotter auch nach Hamburg, beispielsweise entlang der Alster im Norden. Auch im Südosten in den Vier- und Marschlanden sowie in Harburg sind die Pelzträger zu finden.

Vor Kurzem entdeckten Forscher auch eine neue Tierart in Australien, 24hamburg.de/tiere berichtete. Ähnlich faszinierend: Der Fund einer Riesen-Schildkröte an der Nordseeküste, die Kinder zufällig am Strand entdeckten.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa

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