Einzigartige Entdeckung

Spektakulärer Urzeit-Fund: 39.000 Jahre alte Raubtier-Leiche macht Forscher sprachlos

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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In Sibirien entdeckten Rentier-Hirten einen 39.000 Jahre alten Körper eines Höhlenbären. Besonders faszinierend: Der Kadaver wurde durch die eiskalten Temperaturen bestens konserviert. Für Wissenschaftler ist dieser Fund ein Durchbruch.

  • Sibirien: Hirten entdecken Kadaver eines Höhlenbären.
  • Tier-Leiche wird etwa 39.000 Jahre alt geschätzt.
  • Wissenschaftler erhoffen sich von dem Fund Fortschritte in der Forschung.

Sibirien – Der Fund des Höhlenbären in Sibirien ist wirklich einzigartig: Selten wird ein so perfekt erhaltenes Tier aus der Urzeit entdeckt. Selbst das Gebiss befindet sich fast noch in seinem Ursprungszustand. Laut Siberian Times handelt es sich bei dem Fund um den „ersten ausgewachsen und erhaltenen Höhlenbären“.

TiereHöhlenbär
Wissenschaftlicher NameUrsus spelaeus
Höhere KlassifizierungEchten Bären
RangArt
OrdnungRaubtiere
FamilieBären (Ursidae)

Sibirien: 39.000 Jahre alter Höhlenbär entdeckt – für Forscher ist Tier-Kadaver einzigartig

Wie Spektrum berichtet, waren Forschern bisher nur urzeitliche Knochen vom Höhlenbären bekannt. Auch Höhlenmalereien aus Südfrankreich halfen ihnen in der Vergangenheit dabei, das Wesen des Höhlenbären (Ursus spelaeus) zu rekonstruieren. Der Fund des fast vollständig erhaltenen Tiers ist für die Wissenschaft nun ein Durchbruch: Erstmals können sich Experten nun ein Gesamtbild des Höhlenbären machen.

In Sibirien wurde der Kadaver eines jahrtausendalten Höhlenbären gefunden (24hamburg-Montage)

Entdeckt wurde der 39.000 Jahre alte Höhlenbär von Rentier-Hirten im Permafrost von Sibirien, Nordrussland. Genauer: Auf einer der Ljachow-Inseln, wo schon zuvor spektakuläre Entdeckungen aus der Urzeit gemacht wurden: Auch bestens konservierte Mammuts oder Wollnashörner wurden dort bereits gefunden. Etwa zur selben Zeit wurde neben dem Höhlenbären auf den Ljachow-Inseln auch noch der Kadaver eines Höhlenbärenjungen entdeckt, der ebenfalls durch den Permafrost konserviert war.

Höhlenbär-Kadaver in Sibirien: Klimawandel brachte 39.000 Jahre altes Tier zum Vorschein

Laut Deutschlandfunk Nova trägt unter anderem der Klimawandel dazu bei, dass eingefrorene Urzeit-Tiere schneller gefunden werden können: Der Permafrostboden taue mehr und mehr auf, wodurch man Exemplare finden könne, die über tausende von Jahren in den dicken Eisschichten Sibiriens konserviert wurden.

Fotos vom gefundenen Höhlenbären – der sich in seiner Größe deutlich von Braunbären unterscheidet – zeigen ebenfalls, in welchem guten Zustand sich der Tierkadaver befindet. „Die Organe sind zum Beispiel noch alle da. Die Muskeln teilweise auch noch. Das Fell sieht auch echt noch ganz gut aus, immer noch eine schöne braune Färbung“, beschreibt eine Deutschlandfunk-Reporterin das Aussehen vom Höhlenbären. Auch die Nase sei noch wohlbehalten.

Forscher der Nordöstlichen Föderalen Univeristät in Jakutsk schätzen das Alter des Kadavers auf 22.000 bis 39.500 Jahre. Damit könnte das Tier sogar zur selben Zeit wie die Neandertaler gelebt haben. Mittels einer Radiokarbondatierung wollen Wissenschaftler diese Daten noch weiter präzisieren. Nach den abgeschlossenen Untersuchungen soll der Kadaver des Höhlenbären in einem Museum ausgestellt werden.

24hamburg.de/tiere/ berichtete über weitere sensationelle Tier-Entdeckungen: Ein ausgestorben geglaubtes Tier wurde kürzlich in Südafrika wiederentdeckt.* Forscher bezeichnen dieses Phänomen auch als den „Lazarus-Effekt“*. Ebenso faszinierend sind diese zehn Tiere, die zu skurril sind, um wahr zu sein.* Vor einer beliebten Mittelmeer-Insel wurde außerdem ein außergewöhnlicher Hai ohne Haut und Zähne entdeckt*. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Universität Jakutsk/dpa/picture alliance

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