Was darf Tierschutz?

PETA grillt Hund auf der Straße – sind die Tierschützer mit dieser Aktion einen Schritt zu weit gegangen?

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Erschreckende Bilder aus der Innenstadt einer deutschen Großstadt: Vor den Augen der Passanten grillen PETA-Tierschützer einen Hund. Übertreiben es die Tierschützer mit dieser Aktion maßlos? Oder rütteln sie unsere Fleischgesellschaft auf?

  • PETA-Aktivistinnen und Aktivisten starten in Düsseldorf eine tierische Schock-Aktion.
  • Sie grillen einen Hund auf offener Straße.
  • Handelt es sich um ein Fake oder gingen die Tierschützer einfach zu weit?

Düsseldorf – Die Tierschutzorganisation PETA , die kürzlich mit einem schockierenden Hunde-Video Aufsehen erregte, veranstaltete mitten in der Düsseldorfer Innenstadt ein Barbecue. Doch was da auf dem Grill lag, sah wirklich schockierend aus: Ausgerechnet einen toten Hund boten die Aktivisten den Passanten zum Verzehr an.

Gemeinnützige OrganisationPETA
Gründung22. März 1980, Rockville, Maryland, Vereinigte Staaten
ZentraleNorfolk, Virginia, Vereinigte Staaten
Umsatz31 Millionen USD (2007)
SchwerpunktTierschutz, Tierrechte
VideospielKitten Squad
GründerIngrid Newkirk, Alex Pacheco

PETA: Hund gegrillt auf offener Straße mitten in Düsseldorf

Auch wenn im Juli die Grillsaison Hochzeit feiert: Einen Hund würde vermutlich nie jemand auf den Grill legen, um ihn danach mit Ketchup und Senf zu genießen - die meisten Menschen bevorzugen dann doch eher Würstchen aus Schweinefleisch oder Rinder-Steaks. Doch die PETA-Aktivisten taten das Undenkbare: sie grillten wirklich einen Hund auf offener Straßen.

In Düsseldorf hat PETA auf offener Straße einen Hund gegrillt und Passanten zum Verzehr angeboten.

Dazu wollten sie von den Fußgängern wissen: „Wenn Sie keinen Hund essen würden, warum dann ein Schwein?“. Mit der Aktion wollte PETA nach eigenen Angaben darauf aufmerksam machen, „dass Schweine, Hühner und Kühe ebenso wenig auf den Grill gehören wie Hunde und Katzen“. Die Tierschützer weisen darauf hin, dass es keinen Unterschied mache, ob das Fleisch auf dem Grillteller von einem Huhn, Rind oder einem Hund stamme. „Alle Tiere leiden gleich“, meint PETA-Aktivistin Stefanie Scholz aus Düsseldorf.

PETA grillt Hund auf offener Straße: Kritik an Speziesmus - Facebook-User empört

Mit der Aktion polarisiert PETA stark. „Eine unmögliche Aktion. Denkt mal an unsere Kinder, die so etwas sehen. Kümmert euch lieber für eine artgerechte Haltung“, zitiert merkur.de* einen empörten Facebook-User. PETA reagierte darauf mit folgender Antwort: „Wird auch an die Kinder gedacht, wenn Spanferkel und Hühnchen in der Öffentlichkeit gegrillt werden? Hinter jedem Stück Fleisch steckt ein totes Tier". In dem Zusammenhang sprechen die Tierschützer auch immer wieder von „Speziesismus“ - eine Ideologie, die den Menschen anderen Lebewesen überlegen einordnet.

Wer denkt, dass es sich bei dem gegrillten Hund um ein echtes Tier handelte, der darf beruhigt sein: Die Tierschützer nutzten für ihre Aktion lediglich eine Attrappe, die allerdings wirklich täuschend echt aussieht. Nur wer genau hinguckt, erkennt, dass der Hund auf dem Grill fake ist.

Dieselbe provozierende Aktion veranstalteten Tierschützer von PETA in der Vergangenheit auch schon in Hamburg* und Bremen, nordbuzz.de* berichtete darüber. Auch das Deutsche Tierschutzbüro macht immer wieder auf Brutalitäten im Zusammenhang mit der Fleisch- und Milchindustrie aufmerksam. Mit Undercover-Recherchen deckten sie kürzlich beispielsweise Missstände in einem Flensburger Milchbetrieb auf und entlarvten Tierquälerei bei einem Tönnies-Zulieferer, wie 24hamburg.de berichtete. Auch der Tierschutzverein Hamburg dürfte sich über Aufmerksamkeit für das Thema Tierwohl freuen. Deren Ferienbilanz ausgesetzter Tiere ist erschrecken*. *24hamburg.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © PETA Deutschland e.V.

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