Ekel-Alarm

Ostsee: Tier-Phänomen an den Stränden könnte vielen den Urlaub vermiesen

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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An der deutschen Ostseeküste müssen Urlauber derzeit damit rechnen, nicht ungehindert im Meer baden gehen können. Der Grund: Ein außergewöhnliches Tier-Phänomen, das sich seit Anfang Juli an den Stränden bemerkbar macht.

  • Ostsee: Kuriose Tier-Sichtungen an den Stränden.
  • Urlauber dürfte das Phänomen wenig erfreuen.
  • Eine Expertin erklärt die Hintergründe.

Eckernförder Bucht (Schleswig-Holstein) – Die Strände an Nord- und Ostsee sind von zahlreichen Urlaubern mehr als gut besucht – und das trotz Coronavirus. Doch Vorsicht ist beim Strandurlaub nicht nur vor der Pandemie geboten: auch ein kurioses Tier-Phänomen an der Ostsee könnte vielen Touristen ein großes Hindernis im Urlaub sein. Besonders stark davon betroffen ist die Eckernförder Bucht.

Stadt in Schleswig-HolsteinEckernförde
Fläche17,97 km²
Wetter19 °C, Wind aus SW mit 10 km/h, 81 % Luftfeuchtigkeit
Bevölkerung22.798 (31. Dez. 2008)
Postleitzahl24340
Vorwahl04351
BürgermeisterJörg Sibbel

Ostsee: Tier-Phänomen an Stränden könnte den Coronavirus-Urlaub zusätzlich erschweren

Seit Juli wurde an den Ostsee-Stränden, die auch einige Gefahren für Hunde* bergen, eine bestimmte Tierart ganz besonders häufig gesichtet. T-Online berichtet unter anderem über das vermehrte Aufkommen der Lebewesen. „Vor drei Wochen haben wir speziell in der Eckernförder Bucht ein sehr dichtes Aufkommen an Ohrenquallen, vereinzelten Feuerquallen und eingeschleppten Rippenquallen beobachtet“, meint die biologische Ozeanographin Cornelia Jaspers. 

Seit Anfang Juli ist an der Ostsee ein kurioses Tier-Phänomen zu beobachten. Urlauber dürften nicht unbedingt begeistert reagieren.

Dass Quallen an der Ostsee gesichtet werden, ist keine Seltenheit - in diesem Jahr gibt es bei dem Quallen-Aufkommen jedoch eine Besonderheit: die Tiere treten in viel größerer Menge auf, noch dazu sind sie größer als normalerweise üblich. „Dies ist ein sehr gutes Quallenjahr“, findet Cornelia Jaspers, die am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel sowie der TU Kopenhagen an Forschungen beteiligt ist.

In einem Interview mit dem Spektrum erklärt die Meeresbiologin Ina Stoltenberg, dass Ohrenquallen normalerweise eine Größe von fünf bis sechs Zentimetern aufweisen. In diesem Jahr, so meint die Forscherin, gäbe es Quallen mit einer Länge von bis zu 15 Zentimetern.

Quallen in der Ostsee: Expertin kennt die Gründe – warme Winter und hoher Salzgehalt im Meer

Jaspers kann sich die hohe Dichte an Quallen in der Ostsee so erklären: „Im Winter ist sehr viel salzreiches Wasser aus der Nordsee und dem Kattegat in die südwestliche Ostsee geströmt“. Der hohe Salzanteil im Wasser sei für das vermehrte Aufkommen der Rippenqualle beigetragen. Diese besondere Quallenart könne sich in salzarmen Wasser weniger gut fortpflanzen.

Neben dem erhöhten Salzgehalt in der Ostsee seien Jaspers zufolge auch die warmen Wintermonate für das vermehrte Aufkommen von Rippen- und Ohrenquallen in der Ostsee verantwortlich. Üblich sei etwa eine Wassertemperatur von zwei bis drei Grad. Erstmals seit 40 Jahren habe das Wasser vergangenen Winter Temperaturen um die fünf Grad aufgewiesen.

Quallen-Plage in der Ostsee: So gefährlich sind Rippenqualle, Ohrenqualle und Feuerqualle für Menschen

Cornelia Jaspers kann aber in einer Sache Entwarnung geben: Die Rippenqualle sei nicht giftig und damit für Menschen ungefährlich. Auch die durchsichtigen Ohrenquallen sind laut Meeresbiologin Ina Stoltenberg harmlos. Vor einer Quallen-Art sollten sich Urlauber aber in Acht nehmen:

„Nach Feuerquallen hingegen sollte man Ausschau halten. Sie sind rötlich gefärbt und haben extrem lange Tentakel – mehrere Meter sind möglich –, die wie Rüschen aussehen. Die Faustregel in der Ostsee lautet: Je länger die Tentakel, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Kontakt mit der Qualle schmerzt.“

Bereits im Mai wurde in der Eckernförder Bucht bei Kiel ein Tier gesichtet, das jede Menge Aufsehen erregte. Und auch vor einer beliebten deutschen Nordseeinsel entdeckte man im Juli sogar zahlreiche Haie, wie 24hamburg.de berichtete. Die sind vor allem in Florida eine potenzielle Gefahr. Dort rettet jüngst ein Polizist einen kleinen Jungen vor einem Hai-Angriff*. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa/picture alliance

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