1. 24hamburg
  2. Tiere

Ostsee-Drama bei Hamburg: Tausende tote Seesterne am Strand

Erstellt:

Von: Fabian Raddatz

Kommentare

Was ist denn da bei Lübeck los? Im beliebten Urlaubsort am Timmendorfer Strand liegen tausende tote Seesterne am Ufer. Fast alle Tiere sind tot.

Lübeck – Strandgängern an der Ostsee bietet sich derzeit kein schöner Anblick – und wahrscheinlich auch kein schöner Geruch: Ein kilometerlanger Teppich aus toten Seesternen zieht sich über die ostholsteinische Ostsee-Küste. Besonders schlimm ist es am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein, 80 Kilometer vor Hamburg: Dort türmen sich die toten Tiere. Das berichtet unter anderem das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

MeerOstsee
Mittlere Tiefe55 m
Fläche377.000 km²
Einzugsgebiet1.642.000 km²
Maximale Tiefe459 m
Angeschlossene Meerevia Kattegat an den Atlantik
InselnRügen, Usedom, Gotland, Öland, Hiiumaa, Saaremaa, Wolin

Doch was sorgte für das Massensterben der Meeresbewohner? Dr. Thorsten Reusch, Leiter des Forschungsbereichs Marine Ökologie am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel gibt Aufschluss: „Die Seesterne wurden sozusagen vom Sturm überrascht“, sagt er gegenüber den Lübecker Nachrichten.

Seestern-Sterben an der Ostsee: Tiere hatten keine Chance

Schwere Böen aus nordöstlicher Richtung hätten für hohe Wellen gesorgt, die fünfarmigen Seesterne von ihren kleinen Füßchen geholt. Denn die raue See wirbelte auch den Meeresboden mächtig auf: Die Tiere fanden im Sandboden keinen Halt mehr. Wenn sie sich dann auch noch im flachen Wasser aufhalten, werden sie an Land gespült. Eine schnelle Flucht in tiefere Gewässer: keine Chance – dafür seien die Meeres-Bewohner einfach zu langsam. Das Phänomen des Seestern-Massensterbens sei nicht neu, zuletzt verendeten viele Tiere im April 2019.

Ein Päärchen spaziert am Timmendorfer Stran am Wasser. Ins Bild montiert: tote Seesterne auf die ein roter Pfeil zeigt.
Normalerweise gibt es am Timmendorfer Strand an der Ostsee mehr Algen und Muscheln am Strand. Nun bilden tote Seesterne einen kilometerlangen Teppich. © Markus Scholz/dpa & Daniel Friederichs/dpa

Nun liegen sie zu Zehntausenden am Strand. Die Möwen freut‘s: Sie machen sich genüsslich über die hilflosen Tiere her – wenn diese nicht schon den Vertrocknungstod gestorben sind. Und so wie es aussieht, werden die Seesterne wohl auch erstmal liegen bleiben. In den Lübecker Nachrichten sagt Timmedorfs Tourismus-Chef Joachim Nitz: „Die große Strandreinigung gibt es erst vor Ostern. Dann wird alles für die Saison schick gemacht.“ Für Ostsee-Spaziergänger heißt es dann wohl erstmal: Toter Fischgeruch statt frischer Meeresbrise. Aber es ist ja eh Corona. Also lieber zu Hause bleiben.

Ostsee: Berichte über tote Tiere reissen nicht ab

Die schlimmen Tiernachrichten von der Ostsee brechen einfach nicht ab: 24hamburg.de berichtete erst im Dezember von einem Rekord-Massensterben an der Ostsee. Unzählige Fische erstickten qualvoll. Doch auch größere Ostsee-Bewohner scheinen nicht sicher. Was sich anhört wie ein schlechter Film, wurde vergangenes Jahr Wirklichkeit: Durch alte Nazi-Minen in der Ostsee starben über 40 Schweinswale. Nicht die einzige Gefahr für die Säuger. Völlig gefahrlos ist die Ostsee aber auch nicht für Badegäste, wie eine Tierplage im vergangenen Jahr zeigte.

Dann doch lieber ein netter Delfin, der Ostsee-Gäste in der Eckernförder Bucht begeistert. Oder gleich Richtung Nordsee gucken. Da gibt es süße Robben-Babys und Riesenschildkröten. Oder auch ein Leguan, der freundlich am Strand die Touristen begrüßt. Haie gibt es in der Nordsee zwar auch, doch ob man sich vor ihnen gruseln will, muss jeder für sich entscheiden. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Auch interessant

Kommentare