Peta alarmiert

Wildes Reptil am Ostsee-Strand – Peta befürchtet schlimme Folgen

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Seltener Anblick: An einem Ostsee-Strand nahe Kiel wird ein Leguan entdeckt. Wie das exotische Tier dorthin gelangt, ist noch unbekannt. Tierschützer von Peta glauben, dass ein Tierquäler am Werk ist und verhängen lukratives Kopfgeld.

  • Ostsee: Leguan am Strand entdeckt.
  • Polizei rätselt über den exotischen Tierfund.
  • Peta vermutet einen Tierquäler dahinter.

Kiel – Am Mittwoch, 16. September 2020, entdeckte eine 31-jährige Spaziergängerin das exotische Tier am Falckensteiner Strand in Kiel. Da Leguane nicht in Deutschland heimisch sind, verwunderte sie der tierische Fund sehr. Schließlich rief sie die Polizei.

ReptilienLeguane
Wissenschaftlicher NameIguanidae
Höhere KlassifizierungLeguanartige
FamilieLeguane
GewichtGrüner Leguan: 4 kg, Meerechse: 0,5 – 1,5 kg, Blauer Leguan: 14 kg, Wüstenleguan: 70 g
LängeGrüner Leguan: 30 – 42 cm, Meerechse: 60 – 100 cm, Blauer Leguan: 51 – 76 cm
GelegegrößeGrüner Leguan: 20 – 71, Meerechse: 1 – 6, Blauer Leguan: 1 – 21

Ostsee: Leguan an Strand in Kiel entdeckt – Polizei nimmt Ermittlungen auf, Peta hat Vermutung

Wie die Kieler Nachrichten schreiben, entdeckten die Polizeibeamten den 70 Zentimeter langen Leguan dann auf dem Ast eines Baumes. Das exotische Tier ließ sich ohne weitere Probleme von Mitarbeiterinnen des Kieler Tierheims einfangen und in Sicherheit bringen. Die Polizeiinspektion Kiel konnte noch nicht klären, wie der Leguan an den Ostseestrand gelangen konnte und nimmt Hinweise unter Telefonnummer 0431/160-2020 entgegen.

Eine Spaziergängerin entdeckte am Falckensteiner Strand einen Leguan. (24hamburg.de-Montage)

Auch die Mitglieder von Peta bitten um Hinweise. Sie haben bereits eine Vermutung, was hinter dem seltenen Tierfund steckt: „Der Leguan wurde vermutlich ausgesetzt und hätte aufgrund der Temperaturen nicht lange überlebt“. Die Tierschützer setzen eine Belohnung von 500 Euro aus, „für Hinweise, die den ehemaligen Halter überführen“.

Ostsee: Peta sucht nach Leguan Tierquäler – Tierschützer fordern Haltungsverbot von exotischen Tieren

„Wir möchten helfen, aufzuklären, von wem der exotische Leguan ausgesetzt wurde“, erklärt Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta, in einer Mitteilung. „Üblicherweise handelt es sich bei solchen Funden um Tiere aus dem Internet oder von Reptilienbörsen, deren Käufer sich nicht ausreichend mit den Bedürfnissen der anspruchsvollen Lebewesen auseinandergesetzt haben. Oft wachsen ihnen dann Aufwand, Kosten und – im wahrsten Sinne des Wortes – die exotischen Tiere selbst über den Kopf.“

Die Tierschützer machen auch deutlich, dass das Aussetzen von Tieren ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und dementsprechend verboten ist. Es kann außerdem den Strafbestand der Tierquälerei erfüllen und mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe sanktioniert werden. In dem Zusammenhang fordert Peta auch ein Haltungsverbot von exotischen Tieren in privaten Haushalten. Jedes Jahr käme es zu hunderten Vorfällen, bei denen exotische Tiere aus ihren Terrarien ausbrechen oder von ihren ahnungslosen Haltern schlichtweg ausgesetzt werden.

Zudem trage der Handel mit Exoten zum Aussterben dieser wilden Tierarten bei – dies wurde in einer Studie des Umweltministeriums bestätigt. Dazu Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Auch Deutschland und Europa tragen mit dazu bei, dass Arten in ihren Ursprungsländern zunehmend gefährdet sind. Das betrifft ganz direkt die Nachfrage nach exotischen Wildtieren für den deutschen Heimtiermarkt“.

Ostsee: Seltene Tier-Sichtungen im Meer und am Strand häufen sich

Außergewöhnliche Tier-Sichtungen an der Nord- und Ostsee passieren gar nicht so selten. 24hamburg.de/tiere* berichtete über ein Wildschwein, das Strandgäste in Aufruhr versetzte.* Auch ein Delfin verirrte sich im Sommer 2020 in die deutsche Ostsee.* Besonders außergewöhnlich war ein Elch, der quer durch die Ostsee schwamm und die Polizei verwirrte.* Vor einer Nordseeinsel wurden sogar Haie gesichtet.* * 24hamburg.de/tiere ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa/picture alliance & Armin Weigel/dpa/picture alliance

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