Tiere sterben qualvoll

Ostsee: Diese Algen töten Hunde – Gift-Hotspots für Haustiere – Hundehalter sollten hier aufpassen

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Gift-Algen-Alarm an deutschen Ostsee-Stränden: Mehrere Hunde in Mecklenburg-Vorpommern sterben elendig, da sie an der Küste verseuchtes Wasser trinken. Ursache: giftige Blaualgen. Einige Strände sind bereits von den Behörden dicht gemacht worden. Hundebesitzer müssen wachsam bleiben für ihre Vierbeiner.

  • Drei Hunde sterben bei Badeausflug an der Ostsee.
  • Vierbeiner tranken zuvor verseuchtes Wasser aus dem Meer.
  • Mehrere Ostsee-Strandabschnitte sind wegen Gift-Alarm bereits gesperrt

Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) – Drei Hunde sind bei einem Badeausflug an die Ostsee ums Leben gekommen. Nachdem sie verseuchtes Wasser aus dem Meer getrunken hatten, kam für die Tiere jede Rettung zu spät. Hundebesitzer sollten bei ihrem Ausflug an die Ostsee-Strände, die derzeit ohnehin massig überfüllt sind*, unbedingt ein Auge auf ihre Vierbeiner werfen.

MeerOstsee
Fläche377.000 km²
Mittlere Tiefe55 m
Einzugsgebiet1.642.000 km²
Maximale Tiefe459 m
Angeschlossene Meerevia Kattegat an den Atlantik
InselnRügen, Usedom, Gotland, Öland, Saaremaa, Hiiumaa, Muhu,

Ostsee Blaualgen: Hunde sterben bei Badeausflug am Greifswalder Bodden – Gift-Wasser im Meer

Bereits drei Hunde sind an der Ostsee an Blaualgen verendet. (24hamburg.de-Montage)

Mehrere Strände an der Ostsee wurden nach den Vorfällen am Wochenende bereits gesperrt und sind nicht mehr für Badegäste und ihre Hunde zugänglich. Wie unter anderem T-Online berichtet, breiten sich vermehrt Blaualgen in der Ostsee aus. Das bestätigt auch ein Sprecher des Landkreises gegenüber der Bild: „Der Strandabschnitt Wampen ist wegen der starken Blaualgenkonzentration seit Sonntag gesperrt". Auch weitere Bereiche wurden durch die Stadt Greifswald unzugänglich gemacht, darunter die Strandabschnitte Riems, Wampen und Eldena.

Auch der Tod der drei Hunde hängt mit dem Blaualgen-Alarm in der Ostsee zusammen. Zwei Vierbeiner hatten verseuchtes Wasser am Greifswalder Bodden – einer Badebucht in der Ostsee – getrunken und wiesen daraufhin Vergiftungserscheinungen auf. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet von einem dritten Hund, der am Dienstag, dem 11. August bei Wampen am Greifswalder Bodden verendete. Für die Tiere kam jede Rettung zu spät, selbst die Tierklinik Rostock konnten ihnen nicht mehr helfen. Der Landkreis will nun verschärft an sechzig Strandabschnitten in der Gegend kontrollieren.

Blaualgen in der Ostsee: Gefährlich für Hund und Mensch – Ausbreitung wegen starker Hitze

Die Blaualgen in der Ostsee vermehren sich bei starker Hitze besonders schnell. Experten zufolge reiche der schwache Wind nicht aus, um die Teppiche aus Algen wegzuschwemmen. Erkennbar sind die Blaualgen, die auch „Cyanobakterien“ genannt werden, an einem muffigen Geruch und trüben Wasser, das mit blaugrünen Schlieren versehen ist.

Auch Binnenseen in Mecklenburg-Vorpommern sind bereits von dem Blaualgen-Befall betroffen. Warnungen gelten zum Beispiel für den Reppin am Schweriner See, am Zippendorfer Strand und im Bereich Freibad Kalkwerder (Schwerin). Das Gesundheitsamt hat Wasserproben am Greifswalder Bodden und am Stettiner Haff entnommen. Unter Umständen könnten also weitere Schließungen und Badeverbote folgen. Laut einem Bericht des Umweltbundesamts ist die Wasserqualität in deutschen Badegewässern aber insgesamt gut bis sehr gut.

Nicht nur für Hunde stellen die Blaualgen eine große Gefahr dar, auch Menschen können körperlich darauf reagieren. Die schädlichen Toxine, welche die Blaualgen absondern, können Durchfall, gereizte Haut und Fieber hervorrufen. Zumindest in der Lübecker Bucht sind ohnehin viele Strände aus anderen Gründen gesperrt. Eine Unterströmung kann die Badestrände der Ostsee zu einer Todesfalle machen*. Die DLRG hat schon die rote Flagge gehisst.

Die deutschen Ostseestrände bergen für Hunde allerdings noch weitere Gefahren, denen sich die Besitzer häufig nicht bewusst sind. 24hamburg.de* klärt darüber auf, welche Bedrohungen für Hunde an den Stränden der deutschen Ostsee lauern*. Auch ein unangenehmes Tier-Phänomen an den Badestränden* kann für viele Strandgäste derzeit eine Herausforderung im Urlaub darstellen. Sogar Wildschweine machen die Ostsee-Strände unsicher*. Ebenso gefährlich ist es für Hunde, wenn sie von ihren Besitzern im Auto zurückgelassen werden* – ganz schnell droht der Hitzetod. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam/Marc Müller /dpa/picture alliance

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