Drei Verletzte

Drama an der Nordsee: Pferd stürzt bei Urlaubs-Watt-Ritt und kämpft mit dem Tod

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Im Naturschutzgebiet Wattenmeer der Nordsee vor Cuxhaven endet ein vermeintlich idyllischer Ausflug tödlich: Ein Pferd stürzt in einen Priel, natürlicher Wasserlauf im Watt. Daraufhin spielen sich dramatische Szenen ab.

  • Nordsee: Dramatischer Unfall während Wattausflug.
  • Pferd stürzt plötzlich in einen Priel.
  • Es folgen tragische Szenen.

Cuxhaven – Eine Urlaubsgruppe aus sechs Reitern und einer Kutsche mit drei Insassen war am Montag, 28. September 2020, im Wattenmeer vor unterwegs. Was als entspannter Ausflug an der Nordsee begann, endete mit drei Verletzten und einem Todesfall.

MeerNordsee
Mittlere Tiefe95 m
Fläche575.000 km²
Maximale Tiefe700 m
Angeschlossene Meerevia Kattegat an die Ostsee
LageNordwesteuropa
InselnNista

Nordsee: Dramatischer Unfall im Wattenmeer – Pferd stürzt

Nach Angaben der Polizei geschah das schlimme Unglück vor Cuxhaven-Sahlenburg. Der Wattritt wurde urplötzlich von einem unvorhersehbaren Unfall unterbrochen: Eine Reiterin stürzte mit ihrem Pferd in das Sahlenburger Loch – dabei handelt es sich um einen großen Priel auf der Strecke zur Insel Neuwerk. Die Frau verletzte sich bei dem Vorfall leicht.

Ein Pferd stürzte im Wattenmeer vor Cuxhaven in einen Pril, woraufhin sich Tragisches zuspielte. (24hamburg-Montage)

Dabei sollte es aber nicht bleiben. Als das Pferd in den Priel fiel, scheuten plötzlich auch die anderen Tiere, mehrere davon stürzten ebenfalls. Darunter auch ein Kutschpferd: Durch seinen Sturz kippte die Kutsche mit um, sodass auch das zweite Pferd aus dem Gespann mitgerissen wurde. Das Tier stürzte auf das bereits im Priel liegende Pferd, welches dadurch unter Qualen ertrank. Auch weitere Personen kamen nicht unversehrt davon: Der Kutscher sowie zwei Reiterinnen erlitten leichte Verletzungen und wurden ins Krankenhaus gebracht.

Nordesee: Unfälle im Wattenmeer passieren häufig – Wanderer und Reiter werden oft von Flut überrascht

Tatsächlich birgt das Wattenmeer mit seinen Prielen einige Gefahren, die Nordsee-Urlauber häufig unterschätzen. Immer wieder kommt es zu brenzligen Situationen, bei denen Ausflügler aus dem Watt gerettet werden müssen. Viele Wattwanderer wagen sich zu weit hinaus und werden dann plötzlich von der Flut überrascht. Davor warnt auch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG):„Wir raten grundsätzlich dazu, nur so weit ins Watt zu gehen, dass man in zehn Minuten bei normalen Tempo wieder ans Ufer kommen kann“, sagte Tim Schriemer, DLRG-Einsatzleiter im Bezirk Oldenburg Nord gegenüber den Stuttgarter Nachrichten.

Auch die Priele können gefährlich werden, wenn sie sich in reißende Ströme verwandeln. Zu unterschätzen ebenfalls nicht der Seenebel, der die Sicht verhindern kann. Brenzlig wird es auch bei Gewitter, „weil der Mensch dann der höchste Punkt ist", informiert Wattführer Ohle thor Straten vom Verband „Wattenlöpers“ im Nationalpark Schleswig-Holstein. Um schlimme Unfälle im Wattenmeer zu verhindern, rät Tim Schriemer dazu, bei der Wanderung eine Trillerpfeife und Smartphone bei sich zu haben, um im Notfall auf sich aufmerksam zu machen. Auch sollten Wattwanderer vor dem Start immer ihre genaue Route angeben, damit die Bezugsperson an Land weiß, wann mit der Rückkehr zu rechnen ist.

Der dramatische Pferdesturz im Wattenmeer erinnert an einen ähnlichen Vorfall, über den 24hamburg.de/tiere* berichtete: Bei Hamburg stürzte ein Pferd beim Spielen in einen Graben* und sorgte für einen außergewöhnlichen Feuerwehreinsatz. Im Wattenmeer vor Cuxhaven spielte sich im August 2019 schon einmal ein dramatischer Reitausflug ab: Ein Ehepaar war mit zwei Pferden im Watt unterwegs, als sie plötzlich von der Flut überrascht wurden, nordbuzz.de* berichtete damals. * 24hamburg.de/tiere und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © Felix Kästle/Mohssen Assanimoghaddam/dpa/picture alliance

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