Schrecklich!

Mann brennt Baby-Hasen ab: Hamburger Tierschützer sind entsetzt

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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Plötzlich gehen sie Flammen auf: Vier Baby-Hasen landeten auf einem Scheiterhaufen. Hamburger Tierschützer wissen, dass das längst keine Ausnaheme ist.

Hamburg – Ende März werden drei Baby-Hasen in die Tierarzt-Praxis des Heims an der Süderstraße gebracht. Sie sind schwer verletzt, Rücken, Bauch, Kopf und die Ohren sind verbrannt. Die Tiere sind apathisch, stehen offensichtlich unter Schock – und quieken vor Schmerzen. Was war geschehen?

Tierheim in Hamburg:Hamburger Tierheim
Adresse:Süderstraße 399, 20537 Hamburg
Öffnungszeiten:Mo, Mi-Do: 10-16 Uhr, Sa + So: 9-12 Uhr, Dienstag: geschlossen
Telefonnummer:040 2111060

Laut dem Hamburger Tierschutzverein hat ein Mann die Hasen auf dem Scheiterhaufen verbrannt – unwissentlich, in seinen Garten-Abfällen. Drei der Hasen-Jungen schaffen es noch aus dem Feuer zu krabbeln – ein vierter verbrennt bei lebendigem Leib.

Mann verbrennt Baby-Hasen: Gefahr für Tiere vor allem im Sommer

Offenbar ist das kein Einzelfall: „Jährlich fallen viele Kleintiere den Flammen von Osterfeuern zum Opfer, da sie aus Angst wie erstarrt im Stapel oder Haufen verharren“, so die Tierschützer.

Doch die Gefahr, Tiere lebendig zu verbrennen, bestehe nicht nur an Ostern – mit Beginn der Gartensaison steigt die Gefahr für viele Lebewesen, grausam zu sterben. Denn sehr häufig würden Menschen im Frühjahr und Sommer ihre Gartenabfälle verbrennen, obwohl das seit Oktober 2017 in Hamburg gesetzlich verboten ist.

Hamburger Tierschützer fordern: Rückzugsorte für Tiere schaffen

Der Hamburger Tierschutzverein bittet darum eindringlich: „Bitte verzichten Sie auf das Verbrennen von Gartenabfällen!“ Diese bieten Tieren wie Igeln und Hasen Schutz und sind zugleich Nahrungsquelle, weiß NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb. Sie plädiert im Schweizer Umwelt- und Naturschutzportal „naturschutz.ch“ dafür, im eigenen Garten Rückzugsorte für die Tiere zu schaffen.

Drei Baby-Hasen konnten aus dem Flammen-Inferno fliehen. Einer ist nun gestorben – Tierschützer warnen.(24hamburg.de-Montage)

Gartenbesitzer können zu allen Jahreszeiten helfen: Laub- und Asthaufen für Igel und Siebenschläfer im Winter liegen lassen, abgeblühte Stauden und andere samentragende Pflanzen wie Sonnenblumen und Karden als Futter für Vögel nicht abschneiden. Und wer auf ständiges Rasenmähen im Sommer verzichtet, verschont damit das Leben vieler Kleinsttiere, die sich in den Gräsern aufhalten.

Mann verbrennt Baby-Hasen: Hoppler musste erlöst werden

Dieses Bewusstsein hätte auch den kleinen Hasen in Hamburg geholfen: Nachdem die Prognosen um die Hüpfer zunächst gut gestanden hatten, musste nun eines der Tiere von seinen Qualen erlöst werden. Es war zu schwer verbrannt.

Immer wieder müssen die Retter von der Süderstraße Tiere einschläfern, weil sie zu sehr verletzt sind. In der Stadt Hamburg landen Hundewelpen in Mülltonnen, werden Tiere herzlos zum Sterben zurückgelassen. Und auch der tragische Fall von Katzen-Oma Lilo ließ viele Tierschützer vor Wut kochen. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  Bodo Marks/dpa & Tierheim Hamburg

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