Unbeschreibliche Tierqualen

LPT-Horror-Labor als Tierheim – Aktivisten wütend

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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Im LPT-Labor vor Hamburg litten Affen und Hunde Höllenqualen. Jetzt sollen dort verwaiste Tiere ein Heim finden. Darum wehren sich Tierschützer gegen die Idee.

  • In einem Tierversuchslabor der Firma LPT vor Hamburg wurden jahrelang Tiere für Forschungszwecke gequält.
  • Nun soll aus dem ehemaligen Horror-Labor ein Tierheim für Hunde und Katzen werden.
  • Tier-Rechtler feuern nun gegen die Pläne. In einem Brandbrief erklären sie, warum.

Neu Wulmstorf/Niedersachsen – Vor den Toren Hamburgs fand der Horror statt: Affen, Hunde und Katzen starben in kleinen Käfigen auf dem kalten Boden, wurden gestochen und gequält. Zu Forschungszwecken. Nachdem die Tier-Hölle auf Erden aufgeflogen war – ein Tieraktivist der „Soko Tierschutz“ hatte sich als Mitarbeiter eingeschleust und Videos gedreht – entzogen die Behörden dem Betreiber LPT die Lizenz zum Quälen. Es war nicht das erste Mal, dass die Soko Tierschutz schlimmen Tier-Horror aufdeckte.

Forschungsinstitut in Hamburg: LPT - Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG
Adresse: Redderweg 8, 21147 Hamburg
Telefon: 040 702020

Nun soll aus dem ehemaligen Horror-Labor in Mienenbüttel bei Neu Wulmstorf, Niedersachsen, ein Luxushotel für 200 Hunde und 50 Katzen entstehen. Als Wiedergutmachung. Doch Tierschützer schmeckt das gar nicht, sie wittern einen dreisten Versuch von LPT, das demolierte Image aufzupolieren.  „Eine sehr schlaue Taktik des LPT, möglichen Widerstand im Vorwege zu brechen und in gewünschte Bahnen zu lenken. Anscheinend merken einige nicht, dass man sie (be)nutzt für eine doch sehr durchschaubare PR-Masche“, so die Tieraktivisten.  

Aus LPT-Horror-Labor wird Hunde-Hotel: Tierschützer sehen viele Probleme

In einem Brandbrief an die Gemeinde Neu Wulmstorf und den Landrat des Landkreises Harburg fordern die Aktivisten von „Lobby pro Tier“, „Soko Tierschutz“ und „Ethia“ einen sofortigen Stopp der Umbaupläne. Zwar könne man als Tierschützer erfreut sein über dieses Projekt, aber, so heißt es in dem Schreiben: „LPT versucht mit diesem Projekt das angeschlagene Image aufzupolieren, indem es sich vermeintlich für Tierschutz einsetzt.“

Auch Affen und Kaninchen wurden in dem LPT-Labor bei Hamburg gequält. (24hamburg.de-Montage)

Das ist jedoch nicht der einzige Grund, warum die Tierrechtler gegen das geplante Hunde-Hotel schießen. Auch die Frage nach der Finanzierung sehen sie als ungeklärt – vor allem: Wer kommt für die Problemhunde auf, die in Neu Wulmstorf ein neues Zuhause finden sollen?

Aus LPT-Horror-Labor wird Hunde-Hotel: Tierrechtler: Lieber in Hamburg!

Die „schwierigen“ Hunde könnten auch für Probleme sorgen, etwa wenn sie Gassi geführt werden und anderen Hunde-Gängern begegnen. „In den Dörfern Mienenbüttel, Rade und Ohlenbüttel leben viele Hundebesitzer, die sich ganz sicher nicht über Begegnungen mit aggressiven Hunden und überforderten Gassigängern freuen“, steht im Brandbrief. Es gebe kaum Möglichkeiten, sich aus dem Weg zu gehen.

Auch Hamburg wird sicher Gelände haben

Aus dem Brandbrief der Tierrechtler

Zudem sehen die Aktivisten schon genug andere Belastungen für den Ort – etwa durch massig Verkehr, den andere Industrien in dem Ort mit sich bringen. Ein Heim für Problemhunde könnte noch für zusätzlich Trubel sorgen. Und sowieso: „Warum bringt man Tiere aus einem anderen Bundesland, in dem man sie anscheinend nicht mehr haben möchte, nach Mienenbüttel?“ In Hamburg gebe es doch sicherlich auch Platz, meinen die Tierschützer.

Aus LPT-Horror-Labor wird Hunde-Hotel: „Wo LPT draufsteht, steckt LPT drin“

So geht es weiter: Insgesamt acht Punkte bringen die Tierschützer hervor, die ihrer Ansicht nach gegen das Projekt sprechen. Zum Ende werden die Tieraktivisten dann nochmal deutlich: „‘Lobby pro TierMienenbüttel‘ hat nicht zwölf Jahre lang die Tierversuche beim LPT angeprangert, um sich jetzt ein X für ein U vormachen zu lassen.“

Denn wo LPT draufstünde, da sei auch LPT drin. Und solange beim LPT Tierversuche an den Standorten Neugraben (Stadt Hamburg) und Gut Löhndorf stattfinden, werde es beim LPT weder echten Tierschutz, noch Transparenz geben, „egal was man uns mit der Imagekampagne in Mienenbüttel weismachen will.“ Aus diesem Grund spreche man sich in aller Deutlichkeit gegen das Projekt in Mienenbüttel aus. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Peter Förster/dpa

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