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Pups-Steuer für Kühe geplant – Landwirte laufen Sturm

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Von: Sebastian Peters

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In Neuseeland soll für Kühe eine Pups-Steuer erhoben werden. Das sorgt für Kritik. In Deutschland gibt es ähnliche Forderungen.

Bis zum Jahr 2025 soll Neuseeland CO2-neutral sein. So der optimistische Plan der Regierung des Landes. Landwirte der Insel im Südwestpazifik laufen Sturm und sind verärgert. Laut der Auffassung der Regierung sollen Landwirte ab 2025 Abgaben auf Emissionen der Landwirtschaft zahlen – eine Pups-Steuer. Ob durch die „neuen Pläne“ einer Pups-Steuer des Landes mehrere Tiere zum Schlachter gehen, ist offen. Bei dem Rinder-Kalb Bonnie entstand dadurch eine irre Geschichte: Bonnie entkam auf einem Schlachthof dem Tod und lebt nun über ein Jahr mit Rehen im Wald, wie Landtiere.de berichtet.

Neue Pups-Steuer geplant: Landwirte sollen Geld für Flatulenzen und Rülpser von Kühen zahlen

Im Klartext: Landwirte sollen für die Ausscheidungen und Pupse ihrer Nutztiere (Kühe, Schafe, Ziegen, …) ein Steuersatz zahlen. Das erklärte Jacinda Kate Laurell Arder (neuseeländische Politikerin) in Wellington. Das Vorhaben, für „Ausdünstungen von Nutztieren“ eine Pups-Steuer einzutreiben, trifft eine große Branche auf der Insel.

Kein anderes Land der Welt hat bisher ein System zur Bepreisung und Reduzierung von landwirtschaftlichen Emissionen entwickelt, sodass unsere Landwirte davon profitieren werden, dass sie die Vorreiter sind.

Premierministerin Jacinda Kate Laurell Arder

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Milchprodukte gehören auf der Insel zu den größten Exportfaktoren. Nach den Informationen der Süddeutschen Zeitung stehen rund fünf Millionen Einwohner zehn Millionen Rindern sowie 26 Millionen Schafen gegenüber. Es wundert kaum, dass rund die Hälfte der Treibhausgasemissionen aus landwirtschaftlichen Betrieben stammen soll. Durch die neue Regelung, die bis 2025 in Kraft treten soll, soll dem Land ermöglichen, seine gesetzlichen Ziele einzuhalten.

Pläne für Pups-Steuer in der Kritik: Landwirte wollen „von Anfang an angemessen berücksichtigt“ werden

Ziel soll nämlich sein, die Methanemissionen bis 2030 auf zehn Prozent zu reduzieren. Damit soll das Niveau von 2017 unterboten werden. „Kein anderes Land der Welt hat bisher ein System zur Bepreisung und Reduzierung von landwirtschaftlichen Emissionen entwickelt, sodass unsere Landwirte davon profitieren werden, dass sie die Vorreiter sind“, sagte die Premierministerin Jacinda Kate Laurell Arder.

Sie soll kommen: Eine Kuh-Pups-Steuer soll eingeführt werden
Sie soll kommen: Eine Kuh-Pups-Steuer soll eingeführt werden © Sebastian Peters

Die Höhe der Steuer steht allerdings noch nicht fest. Bereits 2003 wollte die Regierung eine Steuer auf die ausgestoßene Methangase verhängen. Die Pläne scheiterten damals und wurden im Land als „Furzsteuer“ verhöhnt. Die Agrarbranche äußert gegen die neue Steuer Kritik, wie bereits 2003. Der Verband Beef + Lamb New Zealand kritisiert, dass die neuen Steuerpläne nicht die Maßnahmen berücksichtigt, die bereits zur Bekämpfung von Treibhausgase getroffen wurden, so die Tagesschau.

„Neuseeländische Landwirte haben mehr als 1,4 Millionen Hektar einheimischen Waldes auf ihrem Land, der Kohlenstoff absorbiert“, sagte der Vorsitzende Andrew Morrison gegenüber der Tagesschau. „Es ist nur fair, dass dies in jedem Rahmenwerk von Anfang an angemessen berücksichtigt wird.“ Premierministerin Jacinda Kate Laurell Arder: „Die Senkung der Emissionen wird den neuseeländischen Landwirten helfen, nicht nur die besten der Welt zu sein, sondern auch die besten für die Welt.“

Pups-Steuer für Kühe auch in Deutschland gefordert

Auch in Deutschland ist eine „Pups-Steuer“ im Gespräch. Der Präsident des Umweltbundesamtes denkt bereits über eine CO2-Steuer für Kühe nach, so der Focus. Wie auch in Neuseeland sehen ebenfalls die Landwirte in Deutschland solch eine Steuer als problematisch.

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