Mysteriös und gefährlich

Krokodil in Deutschland: Unverhoffte Wende bei Reptil-Suche – Polizei stellt sich bitterer Wahrheit

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Krokodil in Deutschland gesehen: Zeugen wollen das Killer-Tier in dem Fluss Unstrut gesichtet haben. Seitdem wird in Sachsen-Anhalt auf Hochtouren nach dem gefährlichen Reptil gesucht. Der Vorfall hält Polizei und Anwohner in Atem. Nach wochenlanger Suche gibt es nun eine überraschende Wende.

  • Krokodil in Sachsen-Anhalt gesichtet?
  • Polizei sucht wochenlang nach gefährlichem Tier.
  • Nun ändert sich alles.

Update von Dienstag, 15. September, 13:55 Uhr: Sondershausen/Schönewerda – Die Suche nach dem Unstrut-Krokodil in Thüringen und Sachsen-Anhalt in den vergangenen Wochen war für Polizei und Anwohner ein ständiges Auf und Ab: Immer wieder gab es Hinweise auf eine erneute Sichtung des gefährlichen Krokodils, zuletzt sollte ein Köder das Krokodil anlocken – 24hamburg.de/tiere* berichtete.

ReptilienKrokodile
Wissenschaftlicher NameCrocodilia
OrdnungKrokodile
LebenserwartungLeistenkrokodil: 70 Jahre, Nilkrokodil: 70 – 100 Jahre, Mississippi-Alligator: 30 – 50 Jahre
GeschwindigkeitLeistenkrokodil: 24 – 29 km/h, Nilkrokodil: 30 – 35 km/h, Spitzkrokodil: 32 km/h, Sumpfkrokodil: 16 – 19 km/h
LängeLeistenkrokodil: 4,3 – 5,2 m, Nilkrokodil: 4,2 m
GewichtLeistenkrokodil: 400 – 1.000 kg
Gelegegröße Leistenkrokodil: 40 – 60, Nilkrokodil: 25 – 80

Nun nimmt die lange Suche ein Ende: Wie das Landratsamt des Kyffhäuserkreises – wo das Krokodil offenbar das letzte Mal gesichtet worden sein soll – am Montag bekannt gab, wurde die Suche nach dem Reptil nun beendet. Der Grund: Es fehlten überzeugende Indizien, die bisherigen Anhaltspunkte waren reichten offenbar nicht aus. Trotzdem soll die Gegend um die Unstrut im Kyffhäuserkreis erst einmal weiterhin gesperrt bleiben.

Deutschland: Mysteriöser Fund bei Krokodil-Suche – Polizei auf heißer Reptil-Fährte

Update von Mittwoch, 9. September, 17:18 Uhr: Sondershausen/Roßleben-Wiehe (Thüringen) – Die Krokodil-Suche in Sachsen-Anhalt und Thüringen hält an. Seit Ende August sucht die Polizei nach dem vermeintlichen Reptil, das von mehreren Personen in der Unstrut gesichtet worden sein will. Nun gab es neue Hinweise dafür, dass sich das zwei Meter lange Tier tatsächlich im Fluss aufhalten könnte.

Nach Informationen der Bild wurde nahe der Unstrut bei Schönewerda im Kyffhäuserkreis Kot-Reste entdeckt, welche mit dem Krokodil in Verbindung gebracht wurden. Eine Untersuchung der Probe zeigte allerdings: Der Kot stammte nicht von einem Krokodil, sondern von einem Fuchs. Wie der MDR berichtet, sollen Sperrungen in der Gegend aber weiterhin bestehen bleiben. Das Landratsamt sprach von „neue[n] verdächtige[n] Spuren“. Ein Köder am Unstrut-Ufer sowie eine Fotofalle sollen bei der weiteren Krokodil-Suche helfen.

In Sachsen Anhalt wurde das Unstrut-Krokodil nun schon zum zweiten Mal gesichtet. (24hamburg.de-Montage)

Da ist es wieder! Krokodil in Deutschland wieder gesehen: Hier wird es ernst

Update von Montag, 7. September, 15:13 Uhr: Die Hoffnung, das vermeintliche Krokodil noch in der Unstrut zu finden, hatte die Polizei eigentlich schon längst aufgegeben. Doch nun will eine Frau das Reptil erneut gesichtet haben, wie heute.at berichtet.

Bei der zweiten Krokodil-Zeugin handelt es sich um eine Pferdebesitzerin, die behauptet, das Tier in der Unstrut bei Schönewerda gesichtet zu haben – es soll mit offenem Maul am Ufer gelegen haben und dann in den Fluss entschwunden sein. Am Sonntag, den 6. September, startete die Feuerwehr daraufhin erneut eine Suche, die Einsatzkräfte suchten am gesamten Flussufer nach dem Krokodil.

Auch der Landkreis reagierte auf die zweite Krokodil-Meldung und sprach eine öffentliche Warnung aus. Im Ort wird die Sichtung des Tiers ernst genommen: Schleusen wurden durch die Feuerwehr geschlossen, auch eine Drohne ist bei der Suche im Einsatz. Boote dürfen zurzeit nicht auf die Unstrut und auch der Radweg neben dem Fluss ist vorerst gesperrt.

Krokodil in Deutschland gesichtet: Polizei sucht nach gefährlichem Tier – neue Vermutung ändert alles

Update von Sonntag, 6. September, 14:46 Uhr: Die Suche nach dem Krokodil in Sachsen-Anhalt gestaltet sich schwieriger als gedacht. Bisher konnte die Polizei das vermeintlich lebende Krokodil nicht finden – ein Zeuge hatte Ende August behauptet, das Tier in der Unstrut gesehen haben zu wollen. Weitere Hinweise gab es seitdem aber nicht. „Wir haben bislang nichts gehört“, teilte eine Sprecherin mit.

Hessen, Bergheim: Hier will ein Ortsbewohner ein Krokodil in einem Fluss gesichtet haben (24hamburg-Montage)

Damit scheint es immer unwahrscheinlicher zu werden, dass es sich bei dem gesichteten Krokodil um ein echtes Tier handelt. Das Ordnungsamt der Stadt Ortenberg äußerte nach einem Experten-Gespräch die Vermutung, dass es sich um eine Attrappe handeln könnte.

Krokodil in Deutschland: Polizei warnt – Alarm und Badeverbot in diesem Fluss 

Erstmeldung von Montag, 31. August 2020, 15:59 Uhr: In Sachsen-Anhalt herrscht Krokodil-Alarm: In der Unstrut nahe dem Ort Laucha wollen mehrere Zeugen das gefährliche Reptil gesichtet haben. Seit Freitag, den 28. August 2020, wird im Burgenlandkreis intensiv nach dem Krokodil gesucht, die Polizei leitete unverzüglich Sicherheitsmaßnahmen für die Anwohner ein.

Krokodile in Deutschland: Reptil in Sachsen-Anhalt gesichtet? Polizei sucht intensiv in der Unstrut

Krokodile in der Unstrut? Einsatzkräfte suchten auf dem Fluss tagelang nach dem Tier. (24hamburg.de-Montage)

„Da war es drei Meter vor mir. Ich habe es angeleuchtet: Kopf, Schwanz. Es war wirklich ein Krokodil“, beschreibt Andreas Lehm seine angebliche Begegnung mit einem Krokodil in der Unstrut gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Er wurde beim Angeln am Fluss zunächst durch seltsame Geräusche aufmerksam und soll das Krokodil dann mit eigenen Augen gesehen haben.

Ein Freund des Anglers berichtete daraufhin der Polizei von der möglichen Krokodil-Sichtung. Diese nahm die Hinweise sehr ernst und reagierte unverzüglich. Zahlreiche Einsatzkräfte suchten die Unstrut im Burgenlandkreis nach dem gefährlichen Reptil ab. Die Wasserschutzpolizei war mit einem Boot auf dem Fluss im Einsatz, mit einem Helikopter hielten die Beamten sogar aus der Luft nach dem Tier Ausschau.

Krokodil-Sichtung in der Unstrut (Sachsen-Anhalt): Polizei beendet Suche – Badeverbot gilt weiterhin

Auch Mitglieder der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG), Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Mitarbeiter von Ordnungsamt und Veterinäramt waren bei der Suche nach dem Krokodil beteiligt. Die Fahndung verlief allerdings erfolglos, von dem Krokodil gibt es so weit keine Spur. Die Suche wurde daher vorerst eingestellt. Trotzdem gilt bis zum 6. September 2020 ein Badeverbot an bestimmten Stellen der Unstrut.

Der Vorfall beschäftigt auch die Anwohner, viele stehen der vermeintlichen Krokodil-Sichtung eher skeptisch gegenüber. So beispielsweise auch Wolfgang Baatz, der bei einem Kanu-Verleih an der Unstrut arbeitet. Gegenüber dem MDR meint er: „Normalerweise vermute ich die in Afrika. Aber nicht an der Unstrut. Es ist mir ein totales Rätsel, dass es so was geben soll“.

Krokodil in Sachsen-Anhalt gesichtet: Anwohner suchen Erklärung für mysteriöse Tier-Entdeckung

Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erzählte der Landrat des Burgenlandkreises, Ulrich Götz, von weiteren Gerüchten, die im Zusammenhang mit der Krokodil-Sichtung in der Unstrut kursieren. Es wurde beispielsweise vermutet, dass ein Krokodil aus einem nahe gelegenen Erlebnispark in Kaiserpfalz entkommen sein könnte. Doch diese Vermutung konnte nicht bestätigt werden, da in dem Tierpark keine Krokodile gehalten werden.

Eine möglicherweise plausiblere Erklärung liefert der Direktor vom Zoo Halle, Dr. Dennis Müller (37), gegenüber der Bild: „ Es ist wahrscheinlicher, dass es illegal gehalten und seinem Eigentümer irgendwann lästig wurde. Vermutlich hat er es dann ausgesetzt“. Ob nun wirklich ein Krokodil in der Unstrut schwimmt, bleibt weiterhin ein Rätsel. Die Polizei hält die Meldung aber für glaubwürdig.

Bereits vor 25 Jahren kam es zu einem ähnlichen Vorfall in Dormagen, nahe Düsseldorf: Ein Kaiman konnte sich bei einem Ausflug von seiner Leine befreien und entkam seinem Besitzer. Das Tier wurde Tage später in einem Baggersee gefunden und lebte daraufhin in einer hessischen Alligator-Farm, bis es 2013 verstarb. 24hamburg.de berichtete auch über ein außergewöhnliches Tier-Ereignis in der Ostsee und Hai-Sichtungen in der Nordsee. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © WichmannTV/dpa-Zentralbild/picture aliiance/U Aung/XinHua/dpa/picture alliance

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