Andere Arten stark bedroht

Robben gerettet: Deutschlands größtes Raubsäugetier überlebt

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Das Bundesamt für Naturschutz führt eine Rote Liste für Säugetiere. Die gute Nachricht: Die süßen Kegelrobben sind nicht mehr auf der Liste der bedrohten Arten. Die schlechte Nachricht: Für andere Säuger wird es immer kritischer. 

  • Das Bundesamt für Naturschutz veröffentlicht eine Rote Liste.
  • Darin wird der Bestand 97 verschiedener Säugetierarten bewertet.
  • Die Kegelrobbe geht als Gewinner hervor, andere Tierarten sind stark bedroht.

Berlin – Die Kegelrobbe stirbt nicht aus: Diese frohe Botschaft ergibt sich aus einem Bericht, den das Bundesamt für Naturschutz (BfN) nun vorgestellt hat. Jahrelang wurde das größte Raubsäugetier Deutschlands aus Nord- und Ostsee vertrieben. Jetzt kehrt es zurück. Das Tier ist laut BfN nur noch eine „gefährdete“ Art. 

TiereKegelrobbe
Wissenschaftlicher NameHalichoerus grypus
Höhere KlassifizierungHalichoerus
FamilieHundsrobben (Phocidae)
OrdnungRaubtiere (Carnivora)
RangArt

Kegelrobbe laut Roter Liste gerettet – viele Säugetiere allerdings vom Aussterben bedroht

Die Kegelrobben, welche bis zu 300 Kilogramm schwer werden können, haben sich laut taz-Informationen gut erholen können, weil sich die Wasserqualität in Nord- und Ostsee verbessert habe. Auch spezielle Ruhezonen hätten den Raubsäugetieren dabei geholfen, wieder in die deutschen Meere zurückzukehren. Das Robbenzentrum auf Föhr kümmere sich beispielsweise um kranke, gestrandete Kegelrobben. Touristenorte wie Timmendorfer Strand meiden die Tiere.

Die Kegelrobbe kehrt zurück: Laut Roter Liste des Bundesamts für Naturschutz ist das Säugetier nicht mehr in ihrem Bestand bedroht. (24hamburg.de-Montage)

Auch, wenn es sich die Lebenssituation der Kegelrobbe langsam bessert, so sieht die Zukunft für andere Säugetiere bei Weitem nicht so gut aus. Insgesamt schrumpft der Bestand von Säugetieren in Deutschland enorm: Ein Drittel der Tierarten in der Roten Liste der Säugetiere gilt als bestandsgefährdet. Insgesamt hat das Bundesamt für Naturschutz 97 Tiere in ihrem Bestand und in ihrer Bedrohung bewertet.

Bedrohte Säugetiere: Diese Tierarten sind laut Roter Liste in Bestand bedroht

Einige Säugetiere gehen aus der Roten Liste als große Verlierer hervor. „Zu den bestandsgefährdeten Arten zählen Arten des Offenlandes wie der Feldhase, der Meere wie der Schweinswal oder der Wälder wie die Bechsteinfledermaus. Ihre Vorkommen gehen zurück, weil die menschliche Nutzung ihrer Lebensräume weiter zunimmt“, erklärt BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel.

Ein weiteres Drittel gilt laut Roter Liste hingegen als ungefährdet. Dazu zählen neben der Kegelrobbe zum Beispiel der Maulwurf, der Fischotter, die Wildkatze, das Reh oder der Fuchs. Dass sich der Bestand dieser Tierarten innerhalb der letzten zehn bis 15 Jahr positiv entwickelt hat, liege vor allem an besonderen Vorkehrungen für den Natur- und Umweltschutz.

Bedrohte Säugetiere in Deutschland: Rote Liste offenbart schrumpfende Bestände

Unter dem Strich geht aus der Roten Liste für mehr als die Hälfte der betrachteten Säugetiere eine negative Bestandsentwicklung innerhalb der letzten 150 Jahre hervor. 41 Prozent der Arten, die in der Roten Liste bewertet wurden, stuft das BfN außerdem als selten bis extrem selten ein. Dazu gehörten unter anderem der Steinbock, welcher von Natur aus selten auftritt, aber auch beispielsweise auch der Iltis, dessen Bestand sich verringert. Um den Bestandsschwund zu stoppen, benötige es laut BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel eine breitflächige, „naturverträglichere Land- und Forstwirtschaft“.

Die Rote Liste berücksichtigt zusätzlich Säugetiere, die in Deutschland bereits als ausgestorben gelten oder nicht mehr auftauchen. Dazu zählt unter anderem der Große Tümmler oder das Europäische Ziesel. Manchmal tauchen als ausgestorben geglaubte Tiere allerdings auch wieder auf: 24hamburg.de/tiere* berichtete bereits über den mysteriösen „Lazarus-Effekt“*.

Bedrohte Tiere in Deutschland: Auch das Eichhörnchen könnte bald aussterben

Auch um das Eichhörnchen ist es nicht gut bestellt*. Die kleinen Nager machen hierzulande schwierige Zeiten durch, möglicherweise könnten sie in ein paar Jahren sogar ausgestorben sein. In Afrika entdeckten Forscher hingegen eine Tierart, die eigentlich längst als ausgestorben galt.* An der Ostsee gab es auch ein Tier-Drama. Dutzende Schweinswale starben bei Sprengungen der Marine*. * 24hamburg.de/tiere ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa/picture alliance

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