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Katzenforscher schätzen: „Alle Katzen sind kleine Psychos“ – warum das nicht schlimm ist

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Katzen gelten im Vergleich zu Hunden als arrogantere Tiere und vielleicht auch als gemeinere Wesen. Woran das liegt und warum es nicht schlimm ist.

Katzen werden allgemein oft als gemeine Haustiere beschrieben. Zwar sind viele Stubentiger sehr liebe Wesen, die einfach gern den ganzen Tag schlafen und sich hin und wieder ihre Streicheleinheiten und ihr Futter abholen. Allerdings gibt es auch Katzen, die mit Freude Gläser vom Regal schmeißen, Blumentöpfe zerstören oder Gießkannen umwerfen, obwohl Herrchen oder Frauchen schon böse schauend „Nein“ sagen. Woran liegt das? Und ist es wahr, dass alle Katzen diese psychopathischen Züge in sich tragen?

Katzenforscher vermuten: „Alle Katzen sind kleine Psychos“ – warum das nicht schlimm ist

Katze schaut verärgert hinter einer Mauer hervor
Katzen können durchaus manchmal ein bisschen psychopathisch auf uns wirken (Symbolbild). © IMAGO / blickwinkel

Wenn Katzen psychopathisches Verhalten an den Tag legen, dann geschieht das aber nicht etwa aus Boshaftigkeit, oder weil das Tier gerade Lust hat, seinen Besitzer zu ärgern. Stattdessen sind diese Wesenszüge bei Katzen tief in der Evolution verwurzelt und ganz natürlich.

Wissenschaftliche Grundlage: Psychopathie bei Mensch und Tier als Selbsterhaltungstrieb

Psychopathische Menschen leiden an einer Persönlichkeitsstörung, die sich dadurch auszeichnet, dass sie über kaum bis gar keine Empathie verfügen, ihre Mitmenschen geschickt manipulieren, ausnutzen und ohne Reue handeln. Dabei sind sie meist sehr risikobereit, verantwortungslos und agieren ohne Rücksicht auf Verluste. Katzen, denen gemeinhin vorgeworfen wird, arrogante Tiere zu sein, die im Gegensatz zu Hunden keine Herrchen, sondern „Bedienstete“ haben, verfügen über ähnliche Charakterzüge, die sich aus der Natur des Tieres ergeben. „Es ist wahrscheinlich, dass alle Katzen ein Element der Psychopathie haben, wie es einst für ihre Vorfahren hilfreich gewesen wäre, wenn es um die Beschaffung von Ressourcen ging, zum Beispiel Nahrung, Territorium und Paarungsmöglichkeiten“, erklärt die Psychologin Rebecca Evans von der University of Liverpool der britischen Zeitung ‚Metro‘, die gemeinsam mit einem Team das psychopathische Verhalten von Katzen erforschte.

CAT-Tri+-Fragebogen für Zuhause: Ist meine Katze ein Psychopath?

Um der Frage auf den Grund zu gehen, ob die eigene Katze ein Psychopath ist, kann man seit neuestem einen genau auf dieses Thema abgestimmten Fragebogen nutzen. Für dessen Erstellung hat das Forscherteam der University of Liverpool 2042 Katzenhalter und deren Katzen untersucht und 46 Fragen kreiert, mit denen man das Verhalten des eigenen Haustieres analysieren kann. Der CAT-Tri+-Fragebogen beinhaltet fünf Kategorien: Kühnheit, Hemmung, Gemeinheit, Haustierfreundlichkeit und Menschenfreundlichkeit. Zu jeder Kategorie gibt es verschiedene Fragen zu beantworten.

Darin kommen Aussagen vor wie „Meine Katze dominiert mich (jagt mich, greift mich an)“, „Meine Katze erkundet gefährliche Orte (Gärten von anderen Katzen, hohe Plätze)“ oder „Meine Katze läuft weit von zu Hause weg“. Auch der Umgang der Katze mit anderen Katzen aus der Nachbarschaft oder anderen Haustieren, die keine Katzen sind, wird erforscht, ebenso wie das Verhalten gegenüber dem Besitzer, zum Beispiel beim Spielen, wenn der Mensch den Raum verlässt oder den Kontakt mit anderen Menschen, die die Katze noch nicht kennt. Auf einer Skala von 1 bis 5 wird angegeben, ob die jeweilige Aussage das eigene Haustier „gar nicht“ bis „extrem gut“ beschreibt. Am Ende werden die Antworten zu einem Ergebnis zusammengerechnet.

Zweck des Fragebogens: Psycho-Verhalten erkennen und Mensch-Katze-Beziehung verbessern

Dieser Fragebogen ist aber nicht etwa ein netter Zeitvertreib, den man aus Neugier durchführen kann. Mit dem CAT-Tri+-Fragebogen wollen die Forscher das Zusammenleben von Mensch und Katze erleichtern. Viele Tiere landen im Tierheim, wenn die Besitzer mit ihnen überfordert sind, und Katzen bilden davon leider keine Ausnahme. Gerade der unabhängige Stubentiger kann manchmal für Missverständnisse und Frustration sorgen, weil er sich seinem Menschen nicht verständlich machen kann. „Enthemmung und Tierunfreundlichkeit prognostizierten eine bessere Katzen-Besitzer-Beziehung, Gemeinheit und Kühnheit prognostizierten eine schlechtere Beziehung“, erklären die Forscher aus Liverpool im Journal of Research in Personality.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Der Fragebogen soll helfen, das eigene Haustier besser zu verstehen und das Verhalten von Katzen zu deuten. Wenn der Besitzer damit unerwünschtes Verhalten identifizieren kann, kann er fortan dagegen arbeiten und der Katze den ein oder anderen psychopathischen Wesenszug, wie zum Beispiel das Kratzen an den Sofamöbeln oder das Hacken nach dem Hosenbein, abtrainieren. Davon profitieren auf lange Sicht Katze und Herrchen und das Zusammenleben soll friedlicher verlaufen.

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