Bewegender Facebook-Post

Katzen-Oma Lilo tot – Hamburger Tier-Retter jagen Quäler

  • Fabian Raddatz
    vonFabian Raddatz
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Katze-Oma Lilo ist tot. Ihr Zustand war zu schlecht. Hamburger Tierschützer wollen den Verantwortlichen finden – und setzen Belohnung aus.

  • Katzendame Lilo wurde am Neujahrstag halb tot aufgefunden.
  • Nun ist die Katzen-Oma gestorben, sie war zu geschwächt.
  • Tierschützer suchen den Verantwortlichen, haben eine Belohnung ausgesetzt – und Strafanzeige gestellt.

Update vom Freitag, 29. Januar 2021: Hamburg – Sie konnte einfach nicht mehr. Lilo, 15 Jahre alt, eine echte Katzen-Oma, ist an den Folgen der Tortur, die sie auf Hamburgs Straßen erlebte, gestorben. Der Hamburger Tierschutzverein verabschiedete sich in einem bewegenden Facebook-Post von ihrem Schützling *. Tierfreunde reagierten mit Bestürzung. Gleichzeitig hält der Hamburger Tierschutzverein dazu an, alle Informationen, die zum Verantwortlichen führen, mitzuteilen. „Wir wollen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und Lilo Gerechtigkeit widerfährt!“

So schlimm sah Katze Lilo aus, als sie bei den Hamburger Tierschützern ankam. Tierärzte betäubten sie, um den Dreck aus dem Fell zu entfernen.

Erstmeldung vom Freitag, 15. Januar 2021: Hamburg – Sie kauerte unter einem Busch in Hamburg-Horn, als Retter sie am Neujahrstag fanden. Völlig abgemagert und am Verdursten, halb erfroren, im eigenen Kot. „Sie hätte die nächsten Tage wahrscheinlich nicht überlebt“, sagt Tierärztin Urte Inkmann vom Hamburger Tierschutzverein. Aufgrund des schlimmen Zustands des Tieres vermutet sie, dass Katzen-Oma Lilo bereits mehrere Wochen oder sogar Monate auf den Straßen der Stadt Hamburg um ihr Leben kämpfte.

Tierheim:Tierheim Hamburg
Adresse:Süderstraße 399, 20537 Hamburg
Öffnungszeiten:Mo, Mi-Do: 10-16 Uhr, Sa + So: 9-12 Uhr, Dienstag: geschlossen
Telefonnummer:040 2111060

Die Helfer mussten die 15-jährige Lilo zunächst betäuben, um die Tellergroßen Filz- und Kot-Klumpen aus ihrem Fell zu entfernen. „Ihr Schwanz war so verfilzt, dass sie ihn nur noch hinter sich herziehen konnte“, schildert der Hamburger Tierschutzverein. Die Katze litt zudem unter schlimmen Durchfall, bekam Spezialfutter. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion habe man behandeln müssen. Mittlerweile habe man Lilo im Hamburger Tierheim wieder einigermaßen aufpäppeln können. Es gehe ihr den Umständen entsprechend gut. „Sie isst mit großem Appetit“, so die Tierschützer.

Katzen-Oma Lilo: Hamburger Tierschutzverein stellt Anzeige

Bislang habe sich niemand gemeldet, der Lilo vermissen würde. Recherchen hätten auch nicht zu dem Halter geführt. Die Katze sei zudem nicht gechipt gewesen. „Der schlechte Zustand des Tieres, das Fehlen eines Mikrochips, der Rückschluss auf die Herkunft der Katze geben könnte, sowie die Umstände, unter denen sie gefunden worden ist, legen den Verdacht nahe, dass das Tier ausgesetzt wurde“, so die Tierschützer. Aufgrund des dramatischen Gesundheitszustands des Tieres liege ein besonders schwerer Fall von Aussetzung vor. Der Hamburger Tierschutzverein hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.

Die Hamburger Bevölkerung bitten Sie um Mithilfe: Wer Hinweise machen kann, die zu dem Halter führen, soll 500 Euro bekommen. Der Tierschutzverein fragt: „Wer hat am Donnerstag, 31. Dezember 2020, nachmittags bis zum späten Abend in der Nähe der U-Bahn-Haltestelle Legienstraße in Hamburg-Horn eine auffällige Person oder auffällige Handlungen beobachtet? Wem kommt die Katzen-Omi bekannt vor?“ Oder wer würde wissen, ob eine entsprechende Katze seit dem genannten Zeitpunkt vermisst werde?

Katen-Oma Lilo geht es mittlerweile wieder besser: Die braun-schwarz-getigerte Langhaarkatze mit weißen Abzeichen sucht nun erstmal einen Tierpaten.

Zeugen sollen sich bitte umgehend an die Tierschutzberatung des Hamburger Tierschutzvereins wenden: entweder telefonisch unter der 040 211106-25, von montags bis freitags, 10 bis 14 Uhr, oder per E-Mail an: tierschutzberatung@hamburger-tierschutzverein.de.

Katzen-Oma Lilo: Hamburger Tierschutzverein sieht Straftat vorliegen

Die Tierschützer merken an: Einfach ein Tier auszusetzen stelle eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit 25 000 Euro bestraft werden kann. Wenn dabei der Tod oder schwere Verletzungen des Tieres billigend in Kauf genommen werden oder das Tier durch die Aussetzung und deren Folgen sogar stirbt, ist dies sogar eine Straftat. Gemäß Tierschutzgesetz drohe bei so einer Tat sogar eine mehrjährige Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe.

Diesen Kot- und Fellklumpen mussten die Hamburger Tierärzte aus Lilos Fell schneiden. (24hamburg.de-Montage)

„Niemand muss ein Tier solchem Leiden aussetzen! Egal, aus welchen Gründen man sich nicht mehr um das eigene Haustier kümmern kann oder will – in jedem Fall sollte man sich Hilfe bei einem Tierschutzverein oder Ähnlichem suchen, um dem Tier unnötige Leiden und Schmerzen zu ersparen“, appeliert der Hamburger Tierschutzverein.

Katzen-Oma Lilo: nicht der einzige Härtefall im Hamburger Tierheim

Das Schicksal der Katzen-Oma Lilo erinnert an einen weiteren schlimmen Fall: Erst kürzlich berichtete der Hamburger Tierschutzverein von lebendigen Tieren, die einfach zum Sterben in der Kälte gelassen wurden. Der Vorfall machte die Hamburger Tierschützer fassungslos. Tierhass, der führte wohl auch zu dem Tier-Massaker in der Hamburger Innenstadt. Auch da stellten Tierschützer Anzeige gegen Unbekannt. Ein Tierquäler, der überführt wurde, ging der Polizei Hamburg im Dezember vergangenen Jahres ins Netz. Der Hamburger verkaufte todkranke Hundewelpen, die kurze Zeit später starben.

Tierquälerei, ausgesetzte Hunde und Katzen: Leider haben Hamburgs Tierschützer alle Hände voll zu tun. Das Hamburger Tierheim an der Süderstraße in Hamburg-Horn platzt aus allen Nähten. Vor allem im Corona-Jahr 2020 kamen 100 000 Tiere mitdazu. Erste Hamburger Politiker fordern nun schnelle Hilfe für das Tierheim. *24hamburg.de und fr.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Hamburger Tierschutzverein

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