Horror-Szenario

Gestörter Tier-„Messie“ sperrt Katzen in Hamsterkäfig – Tierschützer können das Schlimmste nicht verhindern

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Auf „grauenvolle Art“ hält ein kranker Mann im Kreis Steinfurt über dreißig Katzen: Er sperrt die Tiere in einen Hamsterkäfig und lässt sie darin vollkommen verwahrlosen. Tierschützer schreiten schockiert ein – doch auch sie können fatale Folgen nicht verhindern.

  • Kreis Steinfurt/Tecklenburger Land: Katzenbesitzer quält seine Tiere.
  • Katzen-Messie“ hält mehrere Vierbeiner in einem Hamsterkäfig.
  • Tierschützer schlagen Alarm – doch ihre Hilfe kommt nicht früh genug.

Lienen (Kreis Steinfurt) - Die Bilder sind bestürzend: Eine Katze liegt in einem vollkommen verdreckten Hamsterkäfig, ein Außengehege ist übersät mit leeren Futterverpackungen, aus einigen Dosen tritt Schimmel hervor: Unter „katastrophalen Bedingungen“ hielt ein Mann im Tecklenburger Land seine Katzen - das berichten örtliche Tierschützer.

TiereHauskatze
Lebenserwartung2 – 16 Jahre (In der Wildnis)
FamilieKatzen (Felidae)
Tragzeit58 – 67 Tage
Gewicht3,6 – 4,5 kg (Erwachsener)
Täglicher Schlafbedarf12 – 16 Stunden
Höhe23 – 25 cm

Katzen qualvoll in Hamsterkäfig gesperrt: Tierschützer im Kreis Steinfurt schlagen Alarm

Auf grausame Art hielt ein Mann im Kreis Steinfurt seine Katzen über längere Zeit in Hamsterkäfigen.

„Über 30 Katzen werden auf einem Grundstück im Tecklenburger Land auf grauenvolle Art gehalten. Die Tiere sind dabei in Volieren und Kleintierkäfigen unter katastrophalen Bedingungen untergebracht“, zitieren die Westfälische Nachrichten die Katzenhilfe Lengerich, dessen Mitglieder nach Besichtigung des beschriebenen Hauses das Veterinäramt des Kreises Steinfurt alarmierten.

Dieses habe die Katzenhilfe daraufhin dazu veranlasst, zunächst zwölf Katzenbabys vom Grundstück zu retten und an das Lengericher Tierheim zu übergeben. Doch für zwei der kleinen Tiere kam jegliche Hilfe zu spät: Sie waren aufgrund der Haltungsform so miserabel zugesetzt, dass sie nicht überlebten

Das Kreisveterinäramt sei schon einige Wochen zuvor mit einer Tierschutzanzeige auf den Katzenhalter in Lienen aufmerksam gemacht worden. Diese bezog sich allerdings nur auf das Außengehege auf dem Grundstück, in dem der Mann einige der Katzen hielt. Das Amt überprüfte die Zustände daraufhin und kritisierte einige Bau- und Hygienemängel. Dem Besitzer sollte diese bis zu einer bestimmten Frist beheben.

Ein vollkommen verwahrlostes Außengehege: Auch hier hielt der Mann seine Katzen.

Katzen-Quälerei im Kreis Steinfurt: Facebook-User entsetzt - Veterinäramt entzieht Mann die Tiere

Doch der Mann reagierte nicht auf die Ermahnung durch das Veterinäramt, daher habe die Behörde „ihm Anfang dieser Woche diese Katzen bis zur Herstellung ordnungsgemäßer Haltungsbedingungen fortgenommen“, heißt es auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten.

Auch der Verein Tierretter.de blieb nicht tatenlos. Die Tierschützer wurden von der Katzenhilfe Lengerich über die Zustände informiert. „Wir haben die Haltung heute erneut zur Anzeige gebracht und fragen, warum hier bislang nicht gehandelt wurde und die armen Katzen noch immer unter diesen schlimmen Bedingungen dort eingesperrt sind“, schreiben die Mitglieder auf ihrer Facebook-Seite. Den Besitzer der Katzen bezeichnen sie als „Katzen-Messie“. Auf ihrer Seite veröffentlichen sie auch einige Fotos von dem Grundstück, auf die viele User schockiert reagieren.

„Unfassbar! Da muss SOFORT gehandelt werden! Wie kann man so grausam sein und die Katzen einsperren?!“, schreibt jemand entsetzt. „Also der Anblick ist echt eine Qual.. Wer weis lange diese Katze schon dort drin ist.. Ihre Muskulatur, ihre Knochen und ihre psyche sind 100 Prozent völlig im Eimer.. Ich hoffe die, und alle anderen auch, kommen schon bald in ein tolles zu Hause oder Pflegestelle, wo sie die Liebe der tierlieben Menschen kennen lernen dürfen“, schreibt ein anderer User.

Katzen-Quälerei in Steinfurt: Tierretter sprechen von schlimmen Hygienezuständen

In der Anzeige, welche der Verein Tierretter.de stellte, wird von einem Hygienezustand in den Außengehegen gesprochen, der „offensichtlich desolat“ sei. Auch Katzentoiletten und frisches Trinkwasser seien nicht vorhanden. Die vorhandenen Trinkstellen seien „entweder leer oder total verdreckt“. Auch an den Futterbereichen bilde sich durch altes Futter bereits Schimmel, dies sei „ein erhebliches gesundheitliches Risiko“ für die Katzen.

Welche Konsequenzen diese minderwertige Haltung der Katzen für den Besitzer hat, ist noch offen. Nach Informationen der Westfälischen Nachrichten könnte das Veterinäramt des Kreises Steinfurt Bußgelder verordnen. „Eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft kommt in Frage, wenn Anhaltspunkte für eine strafbare Handlung vorliegen“, informiert das Amt.

Ein anderer Fall von schlimmer Tierquälerei ereignete sich im Juli in Thüringen. 24hamburg.de* berichtete von einem Video, in dem Kinder auf brutale Weise ihren eigenen Hund misshandeln. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Tierretter.de/Facebook

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