Verantwortungsloser Besitzer

Hitze-Hölle für Hund im Auto: Vierbeiner stirbt fast – Passant wird zum Retter in der Tier-Not

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Unglaublich traurig, aber wahr: Ein rücksichtsloser Mann lässt seinen Hund während der Hitzewelle bei Höllentemperaturen im Auto zurück. Ein Passant entdeckt das leidende Tier und macht das einzig Richtige.

  • Deutschland wird derzeit von einer Hitzewelle überrollt.
  • Bei den hohen Temperaturen droht Hunden im Auto der Hitzetod.
  • In Bad Oeynhausen ließ ein Hundebesitzer sein Tier im Auto zurück – dies kämpfte mit deswegen dem Tod.

Bad Oeynhausen – Dass Hunde bei hohen Temperaturen im Sommer nicht allein im Auto zurückgelassen werden sollten, sollte jedem Hundebesitzer bewusst sein. Doch traurigerweise geschieht es immer wieder – so zuletzt auch in Bad Oeynhausen.

TiereHaushund
Wissenschaftlicher NameCanis lupus familiaris
FamilieHunde (Canidae)
Lebenserwartung10 – 13 Jahre
Tragzeit58 – 68 Tage
Höhe15 – 110 cm (Schulterhöhe)
Täglicher Schlafbedarf12 – 14 Stunden (Erwachsener)

Hund im Auto: Mann lässt Tier in Bad Oeynhausen im Fahrzeug zurück – Polizei stellt Besitzer zur Rede

Immer wieder werden Hunde in heißen Sommermonaten von ihren Besitzern im Auto zurückgelassen. (24hamburg.de-Montage)

Der grausame Vorfall soll sich laut Angaben der Polizei am Samstag, dem 8. August, ereignet haben. Ein Mann hatte sein Auto vor einem Supermarkt in Bad Oeynhausen (Kreis Minden-Lübbecke) stehen lassen. Weil die Hitze im Fahrzeug dem Hund darin zu schaffen machte, rief der Marktleiter per Durchsage nach dem Besitzer des Autos – allerdings ohne Erfolg.

Ein Passant entdeckte den kleinen Hund daraufhin im Auto auf dem Parkplatz. Das Tier konnte sich kaum noch bewegen und befand sich in einer miserablen Verfassung. Der Passant bewies sich dann als Retter in der Not, in dem er die Beifahrertür des Autos einschlug und den Hund befreite.

Die Polizei stellte den Besitzer des Hundes nach dem Vorfall zur Rede. Der Mann sagte daraufhin aus, dass er die Autotür einen Spaltbreit offen gelassen hatte und nur etwa 15 Minuten im Supermarkt einkaufen war. Doch wie die Polizei weiter mitteilte, sei die Öffnung viel zu klein gewesen, um das Auto ausreichend zu belüften. Dem Hundebesitzer wird nun mit einer Anzeige ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen.

PETA: Hund bei Hitze in Auto – Tierschützer geben Tipps, wie Tieren geholfen werden kann

Auch die Mitglieder der Tierschutzorganisation PETA warnen Tierbesitzer immer wieder davor, ihre Vierbeiner im Sommer allein im Auto zurückzulassen. Innerhalb kürzester Zeit können sich die Temperaturen im Fahrzeug auf bis zu 70 Grad erhöhen. „Auch ein Schattenparkplatz oder leicht geöffnete Fenster sind kein ausreichender Schutz für Hunde“, heißt es von PETA. Auch an frischeren Tagen im Frühling oder Herbst würden Hundebesitzer die Temperaturen häufig unterschätzen.

Für Hunde ist es besonders gefährlich, wenn sie im Auto zurückgelassen werden, da sie kaum Schweißdrüsen besitzen. Die Vierbeiner akklimatisieren sich über ihr Hecheln, dennoch können sie ihre Körpertemperatur bei hohen Temperaturen im Fahrzeug nicht wirklich runterfahren. Die Folge: Organschäden und Herzstillstand. Einige Hunde sterben auch noch nach ihrer Rettung an den Folgen des Hitzeleidens.

Sollte ein Hund bei hohen Temperaturen im Auto gesichtet werden, so sollte nach Informationen von PETA der Besitzer des Fahrzeugs gesucht werden – unter Umständen auch durch eine Lautsprecheranlage. Sollte dieser nicht zu finden sein, so sollte bestenfalls die Polizei gerufen werden.

Befindet sich der Hund allerdings schon in akuter Lebensgefahr –dies ist unter anderem an starken Hecheln, Erbrechen, Apathie und einer dunklen Zunge erkennbar – so kann die Scheibe des Autos eingeschlagen werden. „Dies kann unter Umständen rechtliche Konsequenzen haben, doch sollte das Leben des Hundes größeren Wert haben“, meinen die Tierschützer.

Auch Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten nach der Rettung des Hundes aus dem Auto direkt erfolgen: Das Tier sollte in den Schatten gebracht werden und jede Menge (handwarmes) Wasser trinken. Danach sollte es vom Tierarzt versorgt werden.

Die Sommermonate bergen allerdings noch viele andere Gefahren für Hunde. 24hamburg.de klärt darüber auf, welche Bedrohungen für Hunde an den Stränden der deutschen Ostsee lauern*. Außerdem sterben derzeit einige Hunde, weil sie vergiftetes Wasser aus dem Meer* trinken. Der Tierschutzverein Hamburg zieht eine gruselige Ferienbilanz*. 254 Hamburger haben ihre Tiere abgegeben. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/Oliver Berg/dpa/picture alliance

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