1. 24hamburg
  2. Tiere

Tauben-Massaker in Hamburg: Tierschützer haben bösen Verdacht

Erstellt:

Von: Laura-Marie Löwen

Kommentare

Grausame Bilder aus Hamburgs City: Tote Tauben liegen blutverschmiert am Boden. Wer oder was steckt hinter diesem ekelhaften Massaker? 

Hamburg* – Sie sind stark verletzt, bluten oder liegen bereits tot auf dem Boden: In der Hamburger Innenstadt traf Tauben in den vergangenen Tagen ein schweres Schicksal. War es die Tat eines brutalen Taubenhassers oder gibt es andere Gründe für das Sterben der Tiere?

Stadt in DeutschlandHamburg
Fläche755,2 km²
Bevölkerung1,845 Millionen
Vorwahl040

Hamburg: Tauben tot in der Innenstadt gefunden – Tierschützer äußern einen Verdacht

Der Verein „Gandolfs Taubenfreunde“ spricht von zehn Vögeln, die am Wochenende um den 24. und 25. Oktober tot oder verletzt in der Hamburger City, nahe der Spitalerstraße, gefunden wurden. Zuerst berichtete die Mopo darüber. Die Tierschützer haben sich der betroffenen Tauben angenommen und in Pflegestationen versorgt. Doch nicht allen Tieren konnte geholfen werden – einige waren so schwach, dass sie starben.

Tauben tummeln sich an einer Pfütze an der Binnenalster in Hamburg.
Tauben-Massaker in der Hamburger Innenstadt: Zahlreiche blutende Vögel wurden dort gefunden (24hamburg.de-Montage) © Gandolfs Taubenfreunde/Facebook & Bodo Marks/dpa/picture alliance

Immer wieder wurden auch in den darauffolgenden Tagen tote Tauben in der Hamburger Innenstadt gesichtet und gemeldet. Taubenschützer machten sich daher auf die Suche in der City und gingen die Bereiche Lange Mühren, Spitaler Straße, Gerhart-Hauptmann-Platz und Hühnerposten ab. Allerdings hatten sie Probleme, alle Tiere zu finden, weil die Vögel sich von dem Trubel auf den Straßen entfernen, wenn sie verletzt sind. Meistens sterben sie dann unauffällig für sich.

Die Mitglieder von „Gandolfs Taubenfreunde“ sind sich sicher: Die Tauben wurden mit Gift attackiert. „Nachdem sie eingefangen und in einer unserer Pflegestellen untersucht werden konnten, war der Fall klar: Rattengift“, schreiben sie auf ihrer Facebook-Seite. „Wir haben Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, wegen Verstoßes gegen §17 des Tierschutzgesetzes und werden das Veterinäramt über diese Vorfälle informieren“, informieren sie weiter. Einen Kadaver haben sie bereits zur Untersuchung eingeschickt.

Ob es jemand gezielt auf die Tauben abgesehen hat, oder ob die Giftköder für Ratten missbräuchlich ausgelegt wurden, bleibt unklar. Rattengift wirkt zeitversetzt und blockiert die Synthese von Vitamin K in der Leber und wirkt sich damit stark auf die Blutgerinnung aus. Dadurch kommt es zu tückischen inneren Blutungen, an denen die Tiere nach einigen Tagen sterben.

Tauben in der Hamburger Innenstadt: So können Sie den Tieren helfen

Die Stadt Hamburg macht außerdem immer wieder auf das Fütterungsverbot der Tauben in der Hansestadt aufmerksam. Das Futter, welches die Vögel häufig in der Innenstadt fressen - etwa altes Brot, Pommes oder Weizenkörner - führe zu Mangelerscheinungen bei den Tieren. Dadurch würde auch ihr Abwehrsystem nicht mehr richtig funktionieren, sodass sie schneller erkranken. „Ist das Futter verdorben, bedeutet das für viele Tauben das Todesurteil“, informiert die Stadt.

Der VereinGandolfs Taubenfreunde“ gibt eine Anleitung vor, wie bei der Sichtung einer geschwächten oder verletzten Taube vorgegangen werden sollte: Die Vögel sollten direkt mit der Hand gegriffen werden und in einem Stoffbeutel oder Karton mit Luftlöchern transportiert werden – diesen dann möglichst in einer dunklen und ruhigen Ecke lagern und die Taubenschützer informieren.

Auch ein paar Kilometer weiter nördlich, an der Ostsee, erlitten Tiere kürzlich ein schweres Schicksal: Etliche Schweinswale wurden durch die Sprengung alter Nazi-Bomben im Meer getötet*. *24hamburg.de/tiere ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Auch interessant

Kommentare