Herzlose Hansestadt ohne Tierliebe

Hamburg herzlos: Stadt lässt Tiere elendig wegsterben

  • Natalie-Margaux Rahimi
    vonNatalie-Margaux Rahimi
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Während des Corona-Lockdowns gehen Menschen weniger essen und hinterlassen weniger Krümel. Für Tauben fehlt wichtige Nahrungsquelle – Füttern bleibt verboten!

  • Ganze Stadt steckt im Corona-Lockdown.
  • Negative Auswirkungen auf Hamburgs Tauben.
  • Tiere finden nichts zu essen und sterben qualvoll.

Hamburg – Das Corona-Virus hat nicht nur Auswirkungen auf die Menschen, sondern auch auf die Tierwelt. Die Tierheime in Hamburg sind wegen Corona teilweise überfüllt. Und auch Hamburgs Tauben leiden unter den Folgen der Schließungen von Restaurants und Cafés. Denn dadurch fällt viel weniger Essen auf die Straßen. Nun fehlt den Vögeln diese Hauptnahrungsquelle – viele überleben das nicht. In Hamburg gilt ein Fütterungsverbot für Tauben und das bleibt auch im Corona-Lockdown bestehen.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Bürgermeister:Peter Tschentscher
Vorwahl:040

Tauben sterben in Hamburg: Hauptnahrungsquelle fehlt – Tierschützer fürchten Hungertod

Die Tauben in Hamburg haben es generell nicht leicht. Viele bezeichnen sie als schmutzig, gruselig oder auch als „Ratten der Lüfte“. Der ein oder andere Hamburger dürfte daher wenig Mitleid mit den Vögeln in Corona-Zeiten haben. Vielen gehen die Tiere nämlich tierisch auf die Nerven. Doch Tierschützer machen jetzt auf das Leid der Tauben in der Stadt aufmerksam. Dieses habe sich während des Corona-Lockdown dramatisch verschlimmert.

Hamburgs Tauben verhungern im Corona-Lockdown. (24hamburg.de-Montage)

Denn weil Restaurants und Cafés geschlossen sind und viel weniger Menschen durch die Innenstädte z.B. die Mönckebergstraße laufen, fallen auch viel weniger Essensreste oder Krümmel auf den Boden. Pommes, Brötchen, Bratwurst oder Dönerreste, alles ein Gaumenschmaus für Hamburgs Tauben – wegen des Lockdowns fällt das alles weg. Daher fürchten Tierschützer, dass die Tauben elendig verhungern könnten, wenn die Hamburger Politik nicht eingreift.

Hamburgs Tauben vor Hungertod: Stadt hält an Fütterungsverbot fest

Der ein oder andere Tierfreund könnte da sofort auf die Idee kommen, die Tauben einfach selbst gezielt zu füttern. Doch da gibt es in Hamburg ein Problem: Das Taubenfüttern ist in der Hansestadt verboten. Das kritisiert der Deutsche Tierschutzbund scharf und fordert, das kontrollierte Füttern der Vögel mit artgerechtem Futter zu erlauben. „Ziel ist es nicht, dass Menschen ausschwärmen und Brot verstreuten“, betone Sprecherin Lea Schmitz in der Deutschen-Presse Agentur.

Doch die Hamburger Verbraucherschutzbehörde bleibt hart – das Fütterungsverbot bleibt auch während des Corona-Lockdowns bestehen. Lediglich das Füttern der Tiere auf privatem Grund ist zulässig. Die Tauben in den Innenstädten bleiben bei der Nahrungssuche weiter auf sich allein gestellt. Auch in München gibt es keine Ausnahme für das Fütterungsverbot. Die dortige Behörde begründete ihren Entschluss damit, dass auch in einem normalen Winter Straßenlokale geschlossen seien. „Eine Besondere Notlage ist daher nicht ersichtlich“, sagte eine Sprecherin vom Gesundheitsreferat der dpa.

Fütterungsverbot für Tauben: Kiel und Braunschweig erlassen Ausnahme

Anders als Hamburg und München gehen Kiel und Braunschweig mit den hungernden Tauben um. Im Gegensatz zu der Münchener Behörde konnte das Ordnungsamt in der Kieler Innenstadt eine dramatische Notlage der Tauben erkennen und erlaubt das Taubenfüttern durch Tierschützer. „Grund war und ist der fast dramatisch verschlechterte Gesundheitszustand der Kieler Stadttauben, die infolge des Erliegens des öffentlichen Lebens auf Straßen und Plätzen kaum noch Nahrung fanden“, so das Ordnungsamt im Interview mit der Hamburger Morgenpost.

Tauben sind keine Schädlinge.“

Tierschützerin Claudia Rupp

Damit die Innenstädte trotz der Fütterung nicht verdrecken, müssen die ehrenamtlichen Fütterer die Essensreste, die nicht verspeist werden, später auffegen. In der Mopo betont Tierschützerin Claudia Rupp darüber hinaus noch einmal: „Tauben sind keine Schädlinge. Sie sind verwilderte Haustiere“. Dass sie sich so schnell vermehren, haben sie den Menschen zu verdanken, daher seien diese auch in Pflicht den Tauben aus ihrer Notlage zu helfen, meint sie. Schon vor einigen Monaten war von einem grausamen Taubensterben in der Stadt zu hören. Damals wurden die Tauben blutverschmiert aufgefunden. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Wallmüller/imago images & Chris Emil Janßen/imago images

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