Schwierige Zeiten für Baumbewohner

Eichhörnchen bald ausgestorben? Die süßen Nager sind bedroht – das können Sie tun

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Sie sind klein, flink und extrem süß: Wer freut sich nicht darüber ein Eichhörnchen zu sehen? Doch es ist nicht gut bestellt um die niedlichen Nager – die Tiere machen schwere Zeiten durch. Warum das so ist, was dahinter steckt und wie Sie den Eichhörnchen helfen können.

  • Der Eichhörnchenbestand könnte in den kommenden Jahren zurückgehen.
  • Grund dafür ist der Klimawandel.
  • Diese Möglichkeiten haben Sie, um den Nagetieren zu helfen.

Österreich/Deutschland – Der Herbst steht vor der Tür und für die Eichhörnchen beginnt damit die wichtigste Zeit des Jahres: Sie begeben sich auf Futtersuche, um Vorräte für den langen Winter zu suchen. Immer wieder huschen Sie durch Wälder, Gärten und Parkanlagen, um Nüsse und Samen zu sammeln. Doch bald schon könnte das ganz anders aussehen: Die Eichhörnchen machen – ähnlich wie Wild- und Hausschweine* – gerade schwierige Zeiten durch.

NagetierEichhörnchen
Wissenschaftlicher NameSciurus
FamilieHörnchen (Sciuridae)
Höhere KlassifizierungHörnchen
GewichtEurasisches Eichhörnchen: 330 g
Tragzeit Eurasisches Eichhörnchen: 38 Tage
Länge Eurasisches Eichhörnchen: 21 cm

Eichhörnchen in Gefahr: Nagetiere sind durch Klimawandel bedroht

Schuld daran ist der Klimawandel. Der sorgt für kürzere Winter und damit für einen veränderten Lebensstil der Eichhörnchen. Wie salzburg24.at berichtet, beeinflusst die globale Erwärmung insbesondere die DNA von kleinen Tieren mit kürzerer Lebensdauer. Demnach bekämen die Eichhörnchen ihren Nachwuchs früher als gewohnt und die höheren Temperaturen regen den Stoffwechsel der rotbraunen Nager zusätzlich an. Dadurch haben die Tiere auch einen höheren Kalorienverbrauch und müssen sich verstärkt auf Futtersuche begeben.

Eichhörnchen machen schwierige Zeiten durch: Der Klimawandel verändert die Lebensweise der kleinen Nager stark.

Ein zusätzliches Hindernis für die Eichhörnchen ist, dass die Samen und Nüsse aufgrund der durch den Klimawandel veränderten Temperaturen schneller vertrocknen. Dieser Futtermangel erschwert die Nahrungssuche für die Tiere zusätzlich. Besonders in Städten ist es für die kleinen Nager ohnehin oft schwierig, ausreichend Futter zu finden – ein weiterer Faktor, der den Bestand der Eichhörnchen gefährdet.

Eichhhörnchen vor dem Aussterben retten: Das können Sie tun, um den Nagern zu helfen

Glücklicherweise können Sie den Eichhörnchen etwas unter die Arme greifen, damit sie den schweren Winter gut überstehen. Futterstellen im eigenen Garten sind eine gute Maßnahme, um den Nagetieren die Nahrungssuche etwas zu erleichtern. Besonders gut zum Füttern der Eichhörnchen eignen sich diverse Nüsse wie Haselnüsse und Walnüsse, Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne, oder Gurken und Karotten. Auch mit Rosinen und getrockneten Maiskörnern bereiten Sie den Eichhörnchen eine Freude. Eine nachhaltigere Methode ist es, im eigenen Garten Futterpflanzen wie z.B. Haselnusssträucher anzupflanzen, an denen sich die Tiere immer wieder bedienen können.

Wer keinen eigenen Garten besitzt, aber den Eichhörnchen trotzdem helfen möchte, der kann die Nager auch in der Stadt füttern. Hier sieht es mit Haselnusssträuchern und anderen Nussbäumen oft eher spärlich aus. „Es schadet den Eichhörnchen nicht, sie zu füttern. Sie werden sich nicht an nur eine Futterstelle gewöhnen“, informiert WWF. In Geschäften für Tierbedarf finden sich häufig auch fertige Futtermischungen für Eichhörnchen. Idealerweise sollte das Futter etwas erhöht, zum Beispiel in einem Futterautomaten oder einem Vogelhäuschen ausgelegt werden, damit es für andere Tiere nicht zugänglich ist.

Besonders wichtig ist es ebenfalls, den Eichhörnchen genug Trinkmöglichkeiten zu bieten. Besonders nach trockenen Sommermonaten ist es für die Tiere nicht leicht, an Wasser zu kommen. Eine einfache Wasserschale im Garten, die regelmäßig gereinigt wird, kann Abhilfe schaffen.

Zusätzlich können Sie Eichhörnchen beim Nisten unterstützen. Die kleinen Nagetiere nisten gerne an höher gelegenen Stellen, beispielsweise auf Bäumen. Hier überwintern sie auch. Ein Kobel – so nennen sich die Niststellen der Eichhörnchen – lässt sich ganz leicht selbst nachbauen. Eine Kobel-Bauanleitung stellt zum Beispiel die Tierschutzorganisation WWF auf ihrer Website zur Verfügung.

Eichhörnchen gefunden – wie kann ich dem Tier helfen?

Ein Eichhörnchen in Not lässt sich meist schnell identifizieren. Ist ein Tier verletzt oder benötigt Hilfe, so wird es nicht vor Ihnen weglaufen und sich leicht einfangen lassen. Wenn es Ihnen hinterherläuft, so handelt es sich vermutlich um ein junges Eichhörnchen, das seine Mutter verloren hat. In jedem Fall sollte das hilfsbedürftige Tier zu einer Eichhörnchen-Pflegestelle oder einer Wildtierstation gebracht werden. Am besten transportieren Sie es in einem Karton mit Handtuch oder Wärmflasche, um das Eichhörnchen warmzuhalten. Auch können Sie versuchen, das Tier vorher zu füttern.

24hamburg.de/tiere berichtete auch über eine andere Tierart, die dem Eichhörnchen sehr ähnlich sieht: Die besondere Spezies galt längst als ausgestorben und wurde nun von Forschern wiederentdeckt. Ähnlich faszinierend war ein Hai-Fund im Mittelmeer, der Experten ebenfalls staunen ließ. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Danny Lawson/dpa/picture alliance

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