Ziemlich drastische Maßnahmen

Corona-Nerz-Massenmord: Schockierend – Dänemark buddelt Tiere wieder aus

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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In Dänemark wurde eine Mutation des Coronavirus bei Nerzen und Menschen entdeckt. Das Land tötete daraufhin Millionen Tiere. Jetzt werden sie wieder ausgegraben .

  • Coronavirus* ist in Dänemark mutiert und wurde bei Tieren nachgewiesen.
  • Dänemark ergriff drastische Maßnahmen und tötete Millionen Nerze Tierschützer protestierten.
  • Jetzt müssen die toten Tiere wohl wieder aus der Erde geholt werden.

Update vom Dienstag, 29. Dezember 2020, 11.20 Uhr: Dänemark – Nach dem Nerz-Massenmord im November 2020 wurden mehr als vier Millionen Tiere auf einem Militärgelände vergraben. Dann wurden Befürchtungen laut, die Kadaver könnten Bade- und Trinkwasser in der Region verunreinigen. Deshalb wurde nun entschieden, dass die Tiere nach sechs Monaten, nämlich wenn von ihnen kein Infektionsrisiko mehr ausgeht, wieder ausgegraben werden.

Anschließend sollen die toten Tiere dann verbrannt werden. Die Arbeiten dazu sollen im Mai 2021 beginnen und im Juli 2021 abgeschlossen sein. Außerdem wurde in Dänemark ein Gesetz verabschiedet, welches die Nerzzucht bis zum 31. Dezember 2021 verbietet.

Nerz-Massenmord in Dänemark: Wegen Corona – Tierschützer fassungslos

Update vom 10. November 2020, 14:39 Uhr: Nordjütland (Dänemark): Die Massenkeulung von Nerzen in Dänemark, 24hamburg.de berichtete, sorgt bei Tierschützern im Land für Entsetzen. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte angekündigt, dass alle Nerze in im Land getötet werden sollten, um damit eine bei den Nerzen aufgetretene Coronavirus-Mutation einzudämmen.

Land in EuropaDänemark
HauptstadtKopenhagen
Vorwahl+45
Bevölkerung5,806 Millionen (2019)
WährungDänische Krone

Dänemark: Nerz-Tötungen wegen Coronavirus-Mutation sorgen bei Tierschützern für Entsetzen.

Diese wollen wegen der Nerz-Massentötungen in Dänemark nun Anzeige erstatten. Der Hintergrund: Ein Video aus einer Nerzfarm in Nordjütland, das in den sozialen Medien kursiert, zeigt eine missglückte Tötung von Tieren durch Beschäftigte der staatlichen Lebensmittelbehörde. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) informiert, zeigen die Bilder, wie tote und noch lebende Nerze zusammengequetscht werden.

Die Tierschutzorganisation Dyrenes Beskyttelse zeigte sich schockiert darüber. Die Bilder würden Tierquälerei dokumentieren und die Behörden müssten dafür sorgen, dass die Tötung der Nerze ordnungsgemäß durchgeführt werde. „Das sind völlig unzulässige Bilder, von denen wir Zeuge werden. Das ist herzzerreißend und darf einfach nicht passieren“, erklärte die Leiterin der Abteilung Tierschutz bei der Organisation, Yvonne Johansen. Die Polizei soll nun die Verantwortlichen für die inkorrekte Tötung der Tiere ermitteln.

Coronavirus-Mutation: Dänemark tötet Millionen Tiere – und verhängt Lockdown

Erstmeldung vom 6. November 2020, 12:20 Uhr: In Dänemark ist das Coronavirus unter Nerzen mutiert. Auch mehrere Menschen haben sich bereits mit dieser Variante des Virus („Cluster-5-Virus“) angesteckt. Jetzt greift das Land radikal durch, um eine weitere Ausbreitung der Corona-Mutation zu verhindern. Millionen Nerze werden geschlachtet – und auch für einige Einwohner Dänemarks gelten harte Einschränkungen.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen kündigte einen Lockdown der Region Nord-Jütland an. Hier trat die Coronavirus-Mutation besonders häufig auf. (24hamburg.de-Montage)

Seit Juni 2020 haben sich in Dänemark nach Angaben des dänischen Gesundheitsinstituts SSI mindestens 214 Menschen mit einer mutierten Variante des Coronavirus infiziert. Erstmals wurde diese bei Nerzen festgestellt. Als Hotspot der Coronavirus-Mutation, die als Cluster-5-Virus bezeichnet wird, gilt die Region Nordjütland im Norden des Landes: Hier wurden bereits 200 Infektionen festgestellt. Nordjütland ist außerdem ein Ballungsraum für Nerzfarmen. In ganz Dänemark wurde nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) das Coronavirus schon in 216 Zuchtanlagen nachgewiesen.

Nach einem Bericht der Welt gilt Dänemark als einer der größten Exporteure von Nerzpelzen weltweit. Das Land töte dafür im Jahr bis zu 17 Millionen Tiere. Ein Großteil der Felle würde nach China exportiert.

Am Mittwoch, 6. November 2020, teilte die dänische Regierung mit, dass alle Nerze im Land geschlachtet werden sollen. Das betrifft etwa 15 bis 17 Millionen Tiere. Die besondere Variante des Virus sei auf den Menschen übertragbar, informierte das SSI. Zwar sei es nicht gefährlicher, allerdings könnte es zu Problemen bei der Effektivität der Impfstoffe kommen, die derzeit erforscht werden.: Diese könnten möglicherweise nicht so gut gegen das Cluster-5-Virus wirken.

Das Gesundheitsinstitut warnte ebenfalls vor dem großen gesundheitlichen Risiko, welches die Nerzzucht während der Coronavirus-Sars-Cov-2 Pandemie für die Menschen darstelle. Je höher die Zahl der Nerzfarmen, desto höher seien die Infektionszahlen beim Menschen. Eine hohe Anzahl infizierter Nerze bedeute auch ein höheres Risiko für Mutationen des Virus, gegen die mögliche Impfstoffe nach jetzigem Stand eventuell noch nicht wirksam seien.

Coronavirus-Mutation in Dänemark: Ministerpräsidentin Frederiksen verkündet Lockdown in Nordjütland

Die dänische Regierung verkündete aus nun aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Corona-Mutation einen Teil-Lockdown im Land: Demnach werden in Nordjütland insgesamt sieben Regionen abgeschottet. Die Einwohner sind dort dazu aufgefordert, ihre Kommunen vorerst nicht zu verlassen. Außerdem wird der öffentliche Nahverkehr ab Montag, 9. November 2020 ausfallen und Restaurants, Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen dicht machen – ähnliche Beschränkungen herrschen derzeit auch in Hamburg*. Betroffen von der Abriegelung sind die Kommunen Hjørring, Frederikshavn, Brønderslev, Jammerbugt, Thisted, Vesthimmerland und Læsø. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sprach von einem „reellen Lockdown in Nordjütland“.

Auch Millionen Haie könnten wegen der Coronavirus-Pandemie getötet werden: Wie 24hamburg.de/tiere* berichtete, wird bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff mit Haien experimentiert*. *24hamburg.de/tiere ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Mette Moerk/Ritzau Scanpix/AP/dpa & Olivier Hoslet/EPA Pool/AP/dpa & Carsten Rehder/dpa

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