Glückliche Wale

Belugawale endlich frei: Nie wieder Tier-Leid und chinesischer Aquarium-Knast

  • Mara Schumacher
    vonMara Schumacher
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Oh, happy whale! Zwei Belugawale sind nach jahrelanger qualvoller Gefangenschaft in einem chinesischen Aquarium-Zoo-Gefängnis in die Freiheit entlassen worden. Island gewährt den süßen Walen Asyl.

  • Zwei Belugawale können nach jahrelanger Gefangenschaft wieder Freiheit schnuppern.
  • Sie dienten als Attraktion in einem chinesischen Freizeitpark in Shanghai.
  • Nun leben die schönen Wale in einer Schutzstation vor Island.

Island – Die Belugawale Little Grey“ und „Little White“ konnten nach zehn Jahren Gefangenschaft endlich ihrem furchtbaren Schicksal entkommen. Die hübschen Säugetiere wurden in sehr jungen Jahren an der Küste von Russland gefangen und haben als Show-Tiere in einem Aquarium die Besucher eines chinesischen Freizeitparks in Shanghai unterhalten müssen. Zuvor waren die Wal-Weibchen in einem russischen Walforschungszentrum untergebracht – seit 11 Jahren waren die beiden nicht mehr in Freiheit.

SäugetierBelugawal
Wissenschaftlicher NameDelphinapterus leucas
Lebenserwartung35 - 50 Jahre
Gewicht1.400 Kilogramm

Wie die Umweltstiftung „The Sea Life Trust” mitteilt, befanden sich „Little Grey“ und „Little White“ bereits seit Frühjahr 2019 in der Auffangstation der isländischen Insel Heimaey. Damals wurden sie auf einer mehr als 30-stündigen aufregenden Reise aus dem Aquarium in Shanghai per Flugzeug nach Island gebracht. Das Aquarium war im Jahr 2012 von dem Freizeitparkbetreiber Merlin Entertainments übernommen worden. Seit Langem sind die Betreiber dagegen, Wale zu Unterhaltungszwecken in Gefangenschaft zu halten.

Awwwww! Einmal um die halbe Welt gereist – zwei Beluga-Wale aus Shanghai kommen hier in ein Schutzgebiet vor Island.

Belugawale schnuppern vor Island endlich Freiheit

Nun konnten die dreizehn Jahre alten Belugawale nach über zehn Jahren in Gefangenschaft Freiheit schnuppern. Die freundlichen Meeresbewohner wurden sicher ins Wasser einer Schutzstation in der südisländischen Klettsvik-Bucht transportiert, erklärt „The Sea Life Trust”.

Belugawale vor Island gewöhnen sich an neue Heimat

Die ganze große Freiheit im Ozean gibt es für Beluagwale allerdings nicht: Das Reservat der Klettsvik-Bucht vor Island ist mit einem Netz vom freien Meer abgetrennt . Dort haben „Little Grey” und „Little White“ etwa 32.000 Quadratmeter Meerwasser Platz Kein Vergleich zu den schrecklichen Verhältnissen im Show-Aquarium in China. Bevor sie in ihr neues großes Zuhause durften, verbrachten die Belugawale drei Tage in einem abgesperrten Pflegebecken, damit sie sich nach der jahrelangen Gefangenschaft an die neue Umgebung gewöhnen konnten. So glücklich wie „Little Grey“ und „Little White“ aussehen, bekommt man direkt Gänsehaut und richtige „Free Willy“-Vibes.

Befreite Belugawale würden im freiem Ozean wohl sterben

Sollen nicht wie „Free Willy“ enden: Little White und Little Grey – deshalb der lange Weg von China nach Island.

Experten gehen davon aus, dass die Belugawale nach Jahren im Freizeitpark-Aquarium der freien Wildbahn nicht überlebensfähig wären. Das Schutzgebiet vor Island soll den Belugawalen nun eine artgerechte und sichere Heimat bieten.

Der „Sea Life Trust" ist ein Partner der Sea-Life-Aquarien in aller Welt. Die Stiftung hat sich laut eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, mehr Wale aus der Gefangenschaft in natürliche Umgebung zu bringen – und Wal- und Delfin-Shows zur Unterhaltung von Zuschauern endgültig zu beenden. Der Organisation zufolge leben derzeit noch mehr als 3.000 Wale und Delfine in Gefangenschaft.

Auch in freier Wildbahn erleben Wale immer wieder dramatische Szenen: Vor Italien hat sich ein Pottwal in einem Fischernetz verheddert. In Neuseeland hat man drastische Maßnahmen gegen Delfin-Touristen unternommen. Ein unangenehmes Tier-Phänomen an den Stränden sorgt an der deutschen Küste derzeit für viel Wirbel.

Rubriklistenbild: © Aaron Chown/dpa

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