Durchbruch in der Wissenschaft

Fliegender Eukalyptusfresser: Forscher entdecken grässlich-süße Tierart

  • Laura-Marie Löwen
    vonLaura-Marie Löwen
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Selbst im Jahr 2020 finden Wissenschaftler noch neue Tiere auf unserer Welt. Diese zwei Arten waren bislang noch unbekannt.

  • Zwei neue Spezies in Australien entdeckt.
  • Bisher dachten Forscher, es handle sich um eine einzige Spezies.
  • Die Großflugbeutler sind eine äußerst ulkige Tierart.

Australien – Sie sind verwandt mit den Koalas, sind so groß wie Opossums und sehen aus, als wären sie einem Fantasyfilm entsprungen: die sogenannten Großflugbeutler. Bisher gingen Forscher davon aus, dass es sich bei ihnen um eine einzige Spezies handelt. Doch sie lagen falsch: Eine Analyse des Erbguts lieferte nun die Erkenntnis, dass drei verschiedene Arten der Großflugbeutler existieren.

Tiere: Südlicher Großflugbeutler
Wissenschaftlicher Name:Petauroides volans
Erhaltungszustand:Ungefährdet (Abnehmend)
Gewicht:1,3 kg (Erwachsener)
Stellung in der Nahrungskette:Pflanzenfresser
Höhere Klassifizierung:Riesengleitbeutler
Rang:Art

Australien: Forscher entdecken neue Spezies – Großflugbeutler gibt es gleich dreimal

Ein australisches Forschungsteam rund um Denise McGregor veröffentlichte diese Entdeckung im Fachjournal „Scientific Reports“. Nach Informationen von n-tv beschäftigte sich die Doktorandin an der James Cook University in Cairns in ihrer Abschlussarbeit mit der Frage, warum es so große Unterschiede zwischen den Großflugbeutlern gibt. Eine DNA-Analyse gab dann die Antwort: In Wahrheit handelte es sich um drei verschiedene Spezies:

  • Den Südlichen Großflugbeutler Petauroides volans (war bereits bekannt)
  • Der Nördlichen Großflugbeutler Petauroides minor
  • Den Mittleren Großflugbeutler Petauroides armillatus
Australische Forscher haben zwei neue Spezies der Großflugbeutler entdeckt (24hamburg.de-Montage)

Der Verdacht bestand schon länger: „Unterschiede in Größe und Physiologie“ der Großflugbeutler veranlassten die Forscher zu ihrer These. „Es wurde eine Weile spekuliert, dass es mehr als eine Art von Großflugbeutlern gibt, aber erst jetzt haben wir Beweise aus der DNA. Es wird die Art und Weise, wie wir über sie denken, verändern“, zitiert der Stern die Forscherin Denise McGregor.

Neue Spezies in Australien entdeckt – was genau sind Großflugbeutler?

Ob die flauschigen Großflugbeutler nun hässlich oder süß sind – es ist schwer zu sagen. Doch allemal handelt es sich bei den Tieren um eine äußerst skurrile Art. Verwandt sind sie mit den Koalas, daher ernähren sie sich auch fast ausschließlich von Eukalyptus. Zu finden sind sie in den Wäldern von Nord-Queensland bis Süd-Victoria in Australien. Einen Großteil des Tages schlafen die Großflugbeutler. Nachts werden sie dann aktiv, gleiten von Baum zu Baum, auf der Suche nach Futter – bis zu 100 Meter schaffen es die Tiere dabei.

„Australiens Artenvielfalt ist jetzt viel reicher. Es ist nicht alltäglich, ein bisher unbekanntes, neues Säugetier zu finden; zwei auf einmal gleich gar nicht“, freut sich Professor Andrew Krockenberger, der ebenfalls Teil des Forscherteams ist. Bisher gelten die Großflugbeutler nicht als bedroht, jedoch könnte der Schwund von Lebensräumen – etwa durch die Zerstörung der Umwelt – dazu beitragen. Erst im letzten Jahr kamen Milliarden Wildtiere durch die verheerenden Buschbrände in Australien ums Leben.

Immer wieder überrascht die Wissenschaft mit spektakulären Tier-Entdeckungen: 24hamburg.de/tiere berichtete auch über die Wiederentdeckung einer Tierart in Afrika, die längst als ausgestorben galt. *24hamburg.de/tiere ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Denise McGregor, https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

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