Sensationeller Fossilien-Fund

Kinder stolpern am Strand über prähistorisches Faultier: So groß wie ein Elefant

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
    schließen

Lucio und Bruno haben am Strand von Mar Chiquita eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Die Kinder finden südlich von Buenos Aires in Argentinien die Fossilien eines prähistorischen Riesenfaultieres.

  • Knochen eines Riesenfaultieres entdeckt.
  • Kinder finden am Strand prähistorische Fossilien.
  • Das Faultier war so groß wie ein Elefant.

Mar Chiquita/Argentinien – Diesen Ausflug an den Strand werden Lucio und Bruno wohl so schnell nicht vergessen. Die beiden Kinder spielen am Freitag, 18. September 2020, im Sand, als sie die prähistorischen Überreste eines Riesenfaultieres entdecken. Der Megatherium ist vor 11.000 Jahren ausgestorben und konnte so groß wie ein Elefant werden.

TiereMegatherium
Wissenschaftlicher NameMegatherium
Höhere KlassifizierungMegatheriidae
RangGattung
OrdnungZahnarme

Kinder in Argentinien finden prähistorische Fossilien am Strand: Riesenfaultier, so groß wie ein Elefant gefunden

Natürlich meldet die Familie ihre sensationelle Entdeckung sofort den Behörden. Mitarbeiter des Städtischen Museums für Naturwissenschaften in Pachamama kommen umgehend, begutachten den Fund und beginnen, weitere Knochen zu bergen. Die Wellen des Atlantiks hatten die gefundenen Knochen freigelegt.

In Argentinien finden zwei Jungen am Strand die Knochen eines Riesenfaultieres. (24hamburg.de-Montage)

Das Riesenfaultier, oder Megatherium, trat vor etwa 5,3 Millionen Jahren zum ersten Mal auf. Es starb erst vor rund 11.000 Jahren aus. Die Tiere beeindruckten eventuelle Feinde vor allem mit ihrer Größe. Die Pflanzenfresser konnten – je nach bewohnter Region – so groß wie heutige Elefanten werden. So erreichte der M. americanum, der größte Vertreter der Gattung, eine Schulterhöhe von zwei Metern und eine Gesamtlänge von sechs Metern. Die Tiere brachten es auf ein Körpergewicht von bis zu sechs Tonnen.

Riesenfaultier in Argentinien verbreitet: Atlantik legt Fossilien frei – Kinder finden sie beim Spielen am Strand

Bei dieser Größe ist klar, dass das Riesenfaultier, anders als seine heute noch lebenden Artverwandten, nicht auf Bäumen lebte. Der Megatherium verbrachte sein Leben auf dem Boden. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass sich die Tiere hauptsächlich auf vier Beinen fortbewegten. Doch gerade die Fossilien, die in Argentinien gefunden werden, einem der Hauptverbreitungsgebiete des Riesenfaultieres, lassen daran Zweifel aufkommen. Denn das Skelett der dort entdeckten Tiere ist so gebaut, dass siebzig Prozent des Gewichts auf den Hinterbeinen liegt.

Dazu kommen Spurenfossilien, die in der Provinz von Buenos Aires liegen. Die Schrittlänge und die Lage der Krallen lässt Wissenschaftler vermuten, dass sich die Tiere oft nur auf den Hinterpfoten bewegt hätten. Eine endgültige Antwort dieser Frage haben Wissenschaftler noch nicht gefunden. Vielleicht hilft ja die Entdeckung der prähistorischen Riesenfaultier-Fossilien durch Lucio und Bruno dabei, das Rätsel zu lösen.

Seit 11.000 Jahren ausgestorben: Mensch oder Klimawander – wer tötete Riesenfaultiere in Argentinien?

Funde lassen darauf schließen, dass das Riesenfaultier etwa zu der Zeit ausgestorben ist, als der Mensch die Lebensräume des Tieres in Argentinien besiedelt hat. Also etwa vor etwa 10.500 bis 14.800 Jahren. Ob der Mensch allerdings auch am Verschwinden der Tiere Schuld ist, ist in der Forschung umstritten. Denn es ist der gleiche Zeitraum, in dem eine sogenannte „quartäre Aussterbewelle“ viele Großsäugetiere verschwinden ließ.

24hamburg.de/Tiere berichtet auch über einen spektakulären Urzeit-Fund in Sibirien. Dort förderte Tauwetter eine 39.000 Jahre alte Raubtier-Leiche zu Tage*. Auch gibt es Tiere, die als ausgestorben gelten, die aber plötzlich wieder zurück auf der Bildfläche sind*. Ein wahres Wunder der Natur. Heute noch entstehen außerdem ganz neue Arten*, die Forscher staunen lassen. *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Gretel Johnston/Lisa J. Lucero/VOPA/dpa/picture alliance

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare