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Animal Hoarding: Messi-Oma – Helfer retten Tiere

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Von: Fabian Raddatz

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Eine Hamburger Rentnerin hielt eigenen Zoo bei sich – mit schlimmen Folgen. Noteinsatz für die Tier-Retter. Doch nun brauchen sie selber Hilfe.

Hamburg – Was das Veterinäramt im November vergangenen Jahres in einem Haus in Hamburg-Sülldorf vorfand, versetzte sogar gestandene Tierretter in Schock: über Hundert Tiere, 20 Hunde, 10 Katzen, 55 Kaninchen, 14 Meerschweinchen und einige Vögel – sie alle liefen kreuz und quer durchs Haus, lebten in der Garage. Kot überall! Viel zu kleine Käfige, alles verdreckt.

Tierheim:Tierheim Hamburg
Adresse:Süderstraße 399, 20537 Hamburg
Öffnungszeiten:Mo, Mi-Do: 10-16 Uhr, Sa + So: 9-12 Uhr, Dienstag: geschlossen
Telefonnummer:040 2111060

Die Tiere: abgemagert, fast verdurstet und scheu. Helfer mussten viele der Tiere zunächst einfangen, bevor sie ins Tierheim gebracht wurden. Die Besitzerin: eine Hamburger Rentnerin, die in ihrem Messi-Haus alleine lebte. Sie litt wohl an einer Krankheit, die als „Animal Hoarding“ bezeichnet wird. Darunter versteht man Menschen, die sich Tiere in großer Zahl halten, diese sammeln und horten.

Animal Hoarding: eine Krankheit – alte und junge Menschen betroffen

Die Zahl der Tiere ist dabei meistens so immens, dass eine artgerechte Versorgung eigentlich unmöglich wird. Dass es den Tieren miserabel geht, erkennen „Animal Hoarder“ nicht. Sie denken sogar, sie tun den Tieren etwas Gutes. So wie die Hamburger Rentnerin. Die Tiere, die aus ihrem Messi-Haus befreit wurden, waren in einen erbärmlichen Zustand. Einige überlebten die Tortur nicht. So starben etwa drei Kaninchen. Die Nager waren unterernährt, ihre langen Krallen bohrten sich ins eigene Fleisch. Das Fell war kotverschmiert, die Augen voller Eiter.

Eine Katze und ein Hund sitzen in einem zugedreckten Raum.
Ein Beispielbild für „Animal Hoarding“: Ein heftiger Fall wurde auch im vergangenen Jahr in Hamburg entdeckt. (24hamburg.de-Montage) © Ursula Bauer/dpa & Christine-Felice Röhrs/dpa

Die Überlebenden aber konnten im Hamburger Tierheim an der Süderstraße wieder aufgepäppelt werden. Nun brauchen die Tierschützer selbst Hilfe: Für die Dutzenden Tiere gibt es zu wenig Platz – auch brauchen sie viel Pflege. Bei den Zehntausenden Schützlingen, die vom Hamburger Tierschutzverein betreut werden – nur schwer machbar. Deshalb sollen die Tiere nun in liebevolle Hände vermittelt werden.

Animal Hoarding in Hamburg: nicht das einzige Problem der Tierschützer

Es ist kein Wunder, dass das Hamburger Tierheim dringend um Hilfe bittet: Gerade in Corona-Zeiten kommen immer mehr hilfsbedürftige Tiere an. Das Tierheim platzt aus allen Nähten – nun schalten sich sogar Hamburger Politiker ein.

Zu den zahlreichen Tieren, die ohnehin im Hamburger Tierheim landen, kommen noch die Fälle von Tierquälerei dazu: Tiere, lebendig in der Kälte zum Sterben ausgesetzt. Weggeworfen wie Müll. Selbst Hunde landen in Hamburg in der Tonne. Einige haben Glück, werden rechtzeitig gefunden, andere Hundewelpen verrecken elendig. Sie sind Opfer des skrupellosen Tierhandels, der in der Hansestadt boomt. Jüngst trauerten die Hamburger Tierschützer um Katzen-Oma Lilo. Nun jagen sie den Schuldigen.* 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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