Coronavirus 2.0?

Kampf gegen Afrikanische Schweinepest: Jagdhunde sollen Kadaver aufspüren

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
    schließen
  • Laura-Marie Löwen
    Laura-Marie Löwen
    schließen

Droht Deutschland nach dem Coronavirus nun die nächste Pandemie? Der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest hat Brandenburg erreicht. Experten sehen bereits größere Probleme. Speziell ausgebildete Jagdhunde sollen tote Schweine aufspüren, um so eine Verbreitung des Virus zu verhindern.

  • Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland erreicht.
  • Bundesagrarministerin Julia Klöckner erklärt die Gefahren, die von der Seuche ausgehen.
  • Kadaversuchhunde sollen helfen, Verbreitung einzudämmen

Update vom Mittwoch, 14. Oktober 2020, 13:00 Uhr: SchwerinBundesministerin Julia Klöckner will mit Suchhunden, die Schweinekadaver aufspüren sollen, die Afrikanische Schweinepest bekämpfen. Bei den zwanzig Kadaversuchhunden, die in Mecklenburg-Vorpommern zum Einsatz kommen sollen, handle es sich um „speziell ausgebildete Jagdhunde“, wie Till Backhaus, Agrarminister in Mecklenburg-Vorpommern, erklärt. Die Hunde sollen die toten Schweine aufspüren, damit die Kadaver entsorgt werden können, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Julia KlöcknerBundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Geboren16. Dezember 1972 (Alter 47 Jahre), Bad Kreuznach
AmtBundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz seit 2018
AusbildungJohannes Gutenberg-Universität Mainz
ElternDoris Klöckner, Aloys Klöckner

Für Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. Für Wild- und Zuchttiere könnte sie allerdings zur Katastrophe werden. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wurden bis einschließlich Montag, 12. Oktober 2020, 65 Fälle der Seuche in Brandenburg nachgewiesen. Allerdings nur bei Wildschweinen.

Bundesminister Julia Klöckner will mit Kadaversuchhunden die Afrikanische Schweinepest bekämpfen. (24hamburg.de-Montage)

Nach Coronavirus: Afrikanische Schweinepest erreicht Deutschland – Gefahr steckt in Wurstbrot

Erstmeldung vom Freitag, 11. September 2020, 18:10 Uhr: Berlin/Potsdam – Lange wurde dieser Fall von Experten und Landwirten befürchtet, jetzt ist er eingetreten: Die Afrikanische Schweinepest hat Deutschland erreicht und könnte sich bald rasant ausbreiten. Am Donnerstag, 10. September, gab Bundesagrarministerin Julia Klöckner bekannt, dass die Tierseuche bei einem toten Wildschwein in Brandenburg festgestellt wurde.  24hamburg.de/tiere* liefert die wichtigsten Informationen zur Afrikanischen Schweinepest.  

Coronavirus 2.0? Afrikanische Schweinepest erreicht Deutschland – so breitete sich Tierseuche aus

Ein Spaziergänger fand das tote Wildschwein auf einem Feld in der Gemeinde Schenkendöbern, nahe der Grenze zu Polen. In einem Umkreis von 15 Kilometern wurde daraufhin eine gefährdete Zone definiert, welche bis in die Landkreise Spree-Neiße und Oder-Spree sowie Polen hineinreicht. Hier wird bereits nach weiteren Spuren gesucht, damit eine Ausbreitung der Seuche schnellstmöglich verhindert werden kann.

Julia Klöckner bestätigte den ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland. Das Virus ist nur für Schweine gefährlich. Die Tiere können sich beispielsweise durch ein weggeworfenes Wurstbrot infizieren. (24hamburg.de-Montage)

Erste Maßnahmen zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest gibt es bereits: Brandenburg hatte einen 120 Kilometer langen Elektrozaun an der Grenze errichtet, um Wildschweine aufzuhalten. Auch an der sächsischen Grenze gibt es bereits einen Schutzzaun. In Planung ist außerdem ein fester Schutzzaun im Kreis Spree-Neiße.

Doch wie schaffte es die Afrikanische Schweinepest überhaupt nach Deutschland? Bekannte Fälle der Seuche gab es lange Zeit nur in Afrika, das Virus erreichte in den letzten Jahren dann auch weitere Orte: Georgien, Moldawien und die Ukraine waren die ersten europäischen Länder, die von der Afrikanischen Schweinepest betroffen waren. Im Jahr 2014 breitete sich die Tierseuche dann auch in Litauen und Lettland aus, weitere Fälle gab es auch in Rumänien, Ungarn, Tschechien und Polen.

Afrikanische Schweinepest wie Coronavirus auch für Menschen gefährlich? So gefährlich ist Wurstbrot

Nun gibt es auch den ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland. Sorge macht sich vor allem unter den Landwirten und Politikern im Land breit. „Wir müssen jetzt alles versuchen, um eine weitere Ausbreitung des Seuchengeschehens zu verhindern“, betonte Grünen-Politikerin Ursula Nonnemache gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Für Haus- und Wildschweine kann die Afrikanische Schweinepest kann für Haus- und Wildschweine tödlich verlaufen. Für den Menschen ist sie allerdings ungefährlich, entwarnte Bundesagrarministerin Julia Klöckner am Donnerstag, 10. September. Auch andere Haustiere wie zum Beispiel Hunde können sich nicht mit dem Virus anstecken.

Unter Schweinen breitet sich die Afrikanische Schweinepest meist durch direkten Kontakt aus. Die Übertragung des Virus erfolgt nach Angaben des Redaktionsnetzwerks Deutschland häufig über Fleisch- und Fleischwaren sowie Essensabfälle. Ein weggeworfenes Wurstbrot, das mit den Erregern infiziert ist und von einem Wildschwein gefressen wird, gilt als großer Risikofaktor. Für die Tiere erfolgt der Verlauf der Krankheit recht drastisch: Infizierte Tiere leiden an starkem Fieber und sterben oft binnen weniger Tage. Bisher gibt es noch keine Möglichkeit, die Seuche zu behandeln.

Afrikanische Schweinepest in Deutschland: Julia Klöckner warnt vor Panik, Landwirte besorgt

Bundesagrarministerin Julia Klöckner warnt in Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest vor einer Panikmache: „Es ist ein Wildschwein gefunden worden in einem Landkreis“. Trotzdem sind vor allem in der Landwirtschaft bereits wirtschaftliche Folgen absehbar. Fleisch-Exporte in Nicht-EU-Länder wie China könnten einbrechen. Nach Informationen von agrarheute gehen etwa 25 Prozent der deutschen Schweinefleischexporte nach China. Südkorea hat am Donnerstag bereits erste Maßnahmen ergriffen und den Fleisch-Import aus Deutschland beendet.

Wie Julia Klöckner erklärte, könne der Handel mit Schweinen und Fleisch in der EU aber größtenteils aufrechterhalten bleiben – Einschränkungen für landwirtschaftliche Betriebe kämen nicht bundesweit zustande, sondern nur für Betriebe aus dem betroffenen Gebiet in Deutschland. Warnende Worte kamen seitens der CDU/CSU: „Wir müssen jetzt darauf achten, dass die Marktpreise für die Landwirte nicht allzu stark unter Druck geraten“, sagte Albert Stegemann, agrarpolitischer Sprecher der Partei.

24hamburg.de/tiere* berichtete auch darüber, welche Gefahren derzeit für Eichhörnchen in Deutschland bestehen* – die kleinen Nager sind stark bedroht. Lebensgefährlich ist es auch für Katzen in Vietnam, die dort als Delikatesse gelten* und als Folge des brutalen Katzenhandels auf dem Speiseteller landen. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa & Patrick Pleul/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare