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„Ich bin gegen einen Boykott“: Trigema-Chef fährt russisches Auto aus Überzeugung

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Von: Sina Alonso Garcia

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Wolfgang Grupp schwört auf seinen weißen Lada Niva Awtowa
Wolfgang Grupp schwört auf seinen weißen Lada Niva (Symbolbild/Fotomontage). © Chtistoph Schmidt/dpa/Imago/Cavan Images (Fotomontage BW24)

Trigema-Chef Wolfgang Grupp ist seit vielen Jahren überzeugter Lada-Fahrer. Seinen Geländewagen nutzt er vor allem für die Jagd. Dass hinter dem Hersteller der russische Staat steht, stört ihn nicht.

Burladingen - Während andere wohlhabende Unternehmer ihr Privatleben bedeckt halten, macht Wolfgang Grupp daraus keinen Hehl: Seine Familie, sein Haus und seine Hobbys zeigt der Trigema-Chef bewusst in der Öffentlichkeit. So ist es auch kein Geheimnis, dass der Firmenpatriarch gerne zur Jagd fährt. Dabei darf sein Geländewagen - ein Modell der russischen Marke Lada Niva - nicht fehlen. „Der Lada steht in meinem Jagdhaus im Allgäu, wo ich nicht selten mit meiner Familie die Wochenenden verbringe“, sagt Grupp im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Bereits seit 2005 sei er begeisterter Lada-Fahrer - der Geländewagen sei bereits sein drittes Modell der Marke. Das berichtet bw24.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp hat für Russland-Boykotte kein Verständnis

Dass der Hersteller des Jagdfahrzeugs Lada nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs, AwtoWAS, vom russischen Staat übernommen wurde, stört Grupp nicht. „Ich bin gegen einen Boykott russischer Firmen und Produkte“, sagt er ganz offen gegenüber der WirtschaftsWoche. „Wir beschäftigen bei Trigema auch Mitarbeiter mit russischer Nationalität und ich würde nie auf die Idee kommen, diese zuverlässigen Mitarbeiter zu entlassen. Wenn ich mit Kunden oder Lieferanten über Jahrzehnte ein gutes Verhältnis habe, dann löse ich dies nicht einfach auf, nur, weil die Politik meint, diese bestrafen zu müssen.“

Wie Grupp weiter erklärte, habe er es an Frankreich geschätzt, dass bei den russischen Filmfestspielen auch russische Filme gezeigt wurden. „Ich habe aber nicht verstanden, warum Russland bei den Paralympischen Spielen nicht teilnehmen durfte. Die Sportler können doch nichts für diesen Krieg. Und so ist es auch bei meinem Auto, der Lada ist top. Wenn Sie mir heute 50 Prozent mehr bieten würden, als ich bezahlt habe für diesen Lada, würde ich ihn sicher nicht hergeben. Ich würde es bedauern, wenn ich keinen neuen mehr bekomme. Ich bin kein Autosammler und wenn ein Auto entsprechend alt ist, wird es abgegeben, aber nicht, weil ich gegen Russland bin.“

Wolfgang Grupp ist „weder Freund noch Feind“ von Wladimir Putin

Schon seit einiger Zeit spricht Grupp immer wieder darüber, dass er von wirtschaftlichen Sanktionen gegen Kriegsführer Russland nichts hält. So erklärte er etwa, dass er Gasimporte aus Russland befürworte. In einem Interview mit Business Insider ging er sogar noch weiter. Dort sagte er, er sei „weder Freund noch Feind“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin - er kenne ihn schließlich nicht. Den USA gibt er zudem eine Mitschuld am Ukraine-Krieg.

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