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Wirt eröffnet ersten alkoholfreien Landgasthof: „In USA völlig normal“

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Von: Bjarne Kommnick

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Wirt Manfred Stelle eröffnet das wohl erste komplett alkoholfreie Landgasthaus Deutschlands. Die Meinungen zu dem Restaurant ohne Alkohol in NRW sind gespalten.

Werdohl – Stells Landgasthof im nordrhein-westfälischen Werdohl unterscheidet sich in einem Punkt von den meisten anderen Lokalen. Denn Wirt Manfred Stell hat beschlossen, seine Gastro wird alkoholfrei, wie „rp-online.de“ zuvor berichtet hatte. Damit ist das Lokal laut Angaben des Wirtes sogar landesweit das erste seiner Art. Er sehe darin „einen Trend, der gerade erst in Deutschland ankommt“ und erklärt: „In den USA ist das völlig normal.“ Im Netz wird darüber heiß diskutiert.

StadtWerdohl
Höhe210 m
Fläche33,35 km²
Bevölkerung18.816

Wirt macht komplett alkoholfreien Gasthof auf: „Es muss auch eine Alternative geben“

Stell habe jedoch nichts gegen Lokale, in denen Alkohol verkauft werde. Er selbst habe 40 Jahre lang Kneipen betrieben, in denen ein Alkohol-Verbot kein Thema gewesen sei, aber er erklärt: „Es muss auch eine Alternative geben!“. Mittlerweile würde Stell selbst auf Alkohol verzichten: „Ich trinke seit acht Jahren keinen Alkohol mehr.“ Grund dafür sei eine Bauchspeicheldrüsenentzündung gewesen.

Alkoholfreies Restaurant.
Wirt Manfred Stell hat, nach eigenen Angaben, das erste alkoholfreie Restaurant in NRW eröffnet. © dpa/Bernd Thissen

In „Trockenem“ Lokal gibt es nur alkoholfreies Bier, Wein und Spirituosen ohne Alkohol

Seine Entscheidung bereut er nicht: „Mir geht es damit super“. Diese Haltung überträgt er nun auch auf seine Gastro und geht damit einen deutlich kinderfreundlicheren Weg als beispielsweise ein Ostsee-Restaurant, das Kinder sogar als Gäste verbietet. Demnach seien sogar bereits erste Buchungen für Familien- und Weihnachtsfeiern eingegangen. Auch für trockene Alkoholiker könnte sein Angebot interessant seien, jedoch wolle er sich nicht als Therapieeinrichtung verstehen.

Gastro bietet alkoholfreie Alternative zu Bier, Wein und Co.: „Alles andere passiert nur im Kopf“

„Wir kochen noch nicht mal mit Alkohol“, so Stell. In seinem Landgasthof gebe es dennoch Alternativen in Form von alkoholfreiem Wein, Bier und Spirituosen. Geschmacklich würde er dabei keinen Unterschied feststellen: „Das schmeckt genauso, alles andere passiert nur im Kopf.“

Neuer Landgasthof bietet keinen Alkohol an – TV-Koch inspirierte Wirt

Auf die Idee sei der 68-Jährige gekommen, als er einen TV-Beitrag von Frank Rosin gesehen hatte. Der TV-Koch habe in einem abgelegenen Lokal, das er am Leben halten wollte, gesagt, dass man mit Alkohol dort sowieso nichts anfangen könne. Das sei der Moment gewesen, in dem Stell festgestellt hatte, dass sein Lokal alkoholfrei werden soll. Immerhin sei sein Lokal ebenfalls „weit vom Schuss“ und die meisten Gäste würden ohnehin mit dem Auto kommen.

Von „nicht hingehen“ bis „mehr solcher Ideen“: Alkoholfreies Restaurant spaltet das Netz

Der neue alkoholfreie Landgasthof hat auch auf Social Media für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Die Meinungen sind geteilt. Ein User schreibt: „74.000 Tote durch Alkohol jedes Jahr sind 74.000 Argumente für mehr solcher Ideen“ und spielt damit auf die extrem hohe Suchtgefahr von Alkohol an. Eine Nutzerin kommentiert: „Ich finde es super. Es gibt viel mehr Menschen, die keinen Alkohol konsumieren, als man denkt“.

„Im Ernst jetzt?“: Einige User scheinen über alkoholfreies Restaurant fassungslos zu sein

Das scheint machen nicht in den Sinn zu kommen: „Im Ernst jetzt?“, fragt ein Facebook-Kommentator – er scheint fassungslos. Viele Menschen scheinen sich im Netz durch das alkoholfreie Angebot im Netz offenbar bevormundet zu fühlen, anders als eine Besucherin des Movie-Parks, die öffentlich ein Alkoholverbot in Freizeitparks forderte. Ein Nutzer kommentiert: „Nicht hingehen, der soll sein Zeug selber verzerren, ich entscheide immer noch selber, ob ich alkoholische Getränke bestelle oder nicht, auf jeden Fall meiden den Laden.“

Ein anderer hält ebenfalls nichts von dem Konzept und glaubt, dass der Landgasthof „in sechs Monate pleite“ sei. Die Kritik wollen nicht alle auf sich sitzen lassen. Ein Nutzer kontert: „Es wird doch niemand gezwungen, das Lokal aufzusuchen. Ich finde die Idee klasse.“

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