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Weil Tochter Schnaps in Schule schmuggelt: Vater streicht Geburtstagsparty

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Von: Bjarne Kommnick

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Weil ein Teenager Alkohol in die Schule schmuggelt, streicht ihr Vater ihr die Party zum 16. Geburtstag. Die erzieherische Strafe spaltet das Netz.

San Francisco – Weil ein 16-jähriges Mädchen mehrfach über die Grenzen ihrer erzieherischen Freiheiten hinausgeschossen sei, meldet sich ihr Vater nun auf nun Reddit anonym zu Wort und bittet die Community um Hilfe. Denn bei dem Missverhalten seines Kindes soll es nicht etwa um Kleinigkeiten handeln, die der Vater kritisieren würde. Unter anderem habe die 16-jährige Schülerin Alkohol in die Schule geschmuggelt und damit sogar beinahe eine Freundin ins Krankenhaus gebracht. Deshalb hat er nun zu außergewöhnlichen Erziehungsmethoden gegriffen und ihren „Sweet Sixteen“, also die Party zu ihrem 16. Geburtstag, abgesagt. Auf der Online-Plattform erhofft sich der durchgreifende Vater Zuspruch.

Internetplattformreddit Inc. (reddit)
Gründung23. Juni 2005, Medford, Massachusetts, Vereinigte Staaten
HauptsitzSan Francisco, Kalifornien, Vereinigte Staaten
CEOSteve Huffman

Weil Tochter Alkohol in die Schule brachte: Vater streicht „Sweet Sixteen“-Geburtstagsparty

Auf Reddit will der Vater wissen, ob er damit zu weit gegangen sei. Dafür berichtet er auch von der Vorgeschichte zwischen ihm und seiner Tochter. Die abgesagte Party sei demnach erst die letzte Maßnahmen gewesen, die der Vater ziehen wollte. Jedoch habe er keinen anderen Ausweg mehr gesehen, denn seine Tochter habe sich oft und zu extrem stur gestellt. Zuvor hatte der Vater seiner Tochter immer wieder erklärt, dass er mit ihrem Verhalten nicht einverstanden sei. Nun sieht er Strafe als richtigen Ausweg. Ganz anders sieht das ein anderer Papa: Weil Tochter nachsitzen muss: Vater klagt Schule an: „Wie im „Militärcamp!“.

Eine wütende Mutter verbietet ihrer 16-jährigen Tochter die Geburtstagsfeier
Ein Vater verbietet seiner 16-jährigen Tochter die „Sweet Sixteen“ Geburtstagsfeier. (Symbolbild) © Leung Cho Pan/imago/Montage

Als die 16-jährige ihren Vater nach einer Party zu ihrem „Sweet Sixteen“, immerhin einem der bedeutsamsten Geburtstagsfeiern von Jugendlichen, fragte, schienen sich die beiden immerhin ein wenig aufeinander zubewegen zu wollen. Der Vater habe seiner Tochter die Geburtstagsfeier zugesagt, aber nur, wenn sie bis dahin den Fokus auf die Schule legen würde, ihren Mathetest bestehe, und bis dahin für keinen weiteren Ärger sorge. Auf diesen Deal hatte sich auch die Schülerin eingelassen – zunächst.

Schülerin schmuggelt Alkohol in die Schule – ihre Freundin kommt deshalb beinahe ins Krankenhaus

Doch nur wenige Tage später erlebte der Vater die pure Enttäuschung. Denn ein Anruf der Lehrerin seiner Tochter offenbarte einen großen Schock: Die 16-Jährige hatte eine Wasserflasche voller Schnaps in die Schule geschmuggelt und gemeinsam mit Mitschülerinnen getrunken, so viel, dass sie ihre anschließend stark alkoholisierte Schulfreundin damit fast ins Krankenhaus gebracht hätte, zitiert der Vater die Lehrerin seiner Tochter.

Mit dem Alkohol sei das Fass wortwörtlich endgültig überlaufen. Zunächst gab es ein Handyverbot, letzten Endes sagte er den 16. Geburtstag seiner Tochter ab. Der 16. Geburtstag hat den USA häufig eine besondere Bedeutung, da er den Übergang vom Jugendlichen zum Erwachsenen markiere. In vielen Bundesstaaten sei Autofahren dann beispielsweise möglich. „Sie war sehr aufgebracht und fing an, mich anzuschreien, dass ich der schlimmste Vater der Welt sei. Sie stürmte in ihr Zimmer und schlug die Tür zu“, beschreibt der Vater auf Reddit die Situation. Ähnlich trotziges Verhalten schlug bestimmt auch diesem Elternteil entgegen: Ein Vater ließ seine Tochter acht Kilometer zu Schule laufen, weil sie Mitschüler mobbte. „Eine Lektion“ habe er ihr erteilen wollen – und erhält dafür im Netz überwiegend Zuspruch. Ähnlich wie die Mutter, die das Zimmer ihres Kindes in ein „Mini-Gefängnis“ verwandelt, wenn die Kleine nicht aufräumen will.

Netz reagiert gespalten auf Reddit-Post: „Aktions- und Bestrafungszyklus hilft nicht“

Bereuen tut der Vater seine Entscheidung jedoch nicht, immerhin hätten er und seine Tochter einen klare Vereinbarung gehabt. Dennoch interessiere er sich dafür, was das Internet über sein Entscheidung denkt. Das Netz reagiert geteilt. Ein User schreibt: „Glaubst du denn ernsthaft, dass sich das Verhalten deiner Tochter verbessert, wenn du sie bestrafst?“, fragt ein User den Vater. Das sieht ein anderer Nutzer ähnlich: „Jugendliche suchen sich bei Verboten ihre eigenen Wege, wenn nicht bei dir, dann woanders. Ist es das, was du willst?“.

Doch viele unterstützten den Vater auch bei seinem Schritt: „Du bist ein Elternteil. Und ich denke dazu, ein ziemlich Gutes. Sie hat Glück, dass sie nicht aus dem Haus geschmissen wurde, ehrlich“, kommentiert ein User. Genau das hätte wohl ein anderer User getan: „Sie ist alt genug, um für so etwas Zuhause ausziehen zu müssen“.

Erzieherische Geburtstagsabsage sammelt auch Zuspruch: „Finde es genau richtig“

„Sie hat den Bedingungen zugestimmt, unter denen die Party stattfindet. Sie hat sie gebrochen und muss sich nun den Konsequenzen stellen, ich finde es genau richtig“, schreibt eine Nutzerin unter dem Post. Das Netz diskutiert derweil auch über die Erziehungsmaßnahmen einer Mutter, die ihre Tochter zur Strafe im Zelt schlafen lassen hat, weil sie fies zu einem Obdachlosen war.

Ein weiterer Nutzer schreibt: „Ich denke, dass es eine gute Idee wäre, dass beide zusammen zur Therapie zu gehen. Ein endloser Aktions- und Bestrafungszyklus hilft nicht, die Probleme, die Sie beide mit ihrem Verhalten haben, und die Konsequenzen, die sie wirklich haben könnten, können nur mit professioneller Unterstützung ausgebügelt werden“.

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