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Wegen Ukraine-Krieg: Brauerei entfernt „Z“ von Zwickel-Bierflaschen

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Das „Z“ wird auch als pro-russisches Symbol zum Krieg in der Ukraine verwendet. Die Privatbrauerei Moritz Fiege nimmt es darum vom Bier-Etikett.

Bochum – Das „Z“ ist eigentlich nur ein harmloser Buchstabe, steht aktuell aber für viel Zerstörung und Leid. Im Angriffskrieg auf die Ukraine, den der russische Präsident Wladimir Putin nun schon seit fast zwei Monaten führt, ist das Zeichen immer wieder auf Panzern zu sehen und wird mittlerweile als Kriegssymbol Russlands betrachtet. Unterstützer und Sympathisanten verwenden es, um ihre pro-russische Haltung zu zeigen. Davon möchte sich die Privatbrauerei Moritz Fiege aus Bochum deutlich abgrenzen und streicht das Z von den Etiketten ihrer Bierflaschen. Dabei steht es in diesem Fall einfach für „Zwickelbier“. Die Reaktionen auf diesen Schritt sind sehr gespalten.

UnternehmenPrivatbrauerei Moritz Fiege GmbH & Co. KG
Gründung1878
SitzMoritz-Fiege-Straße 1, 44787 Bochum
BiereMORITZ FIEGE Pils, MORITZ FIEGE Gründer, MORITZ FIEGE Zwickel, MORITZ FIEGE Helles uvm.

Brauerei ändert Bier-Etikett: Das „Z“ kommt weg – aus Solidarität mit der Ukraine

Mit dem offenen Tragen eines „Z“-Symbols kann man seine Unterstützung Russland gegenüber ausdrücken. Genau so kann man mit der Boykottierung des „Z“ aber auch dagegenhalten, was nun die Brauerei Moritz Fiege aus Bochum getan hat. Sie ändert aus Solidarität zur angegriffenen Ukraine das Etikett auf ihrem Zwickelbier.

Das „Zwickel“-Bier ist ein naturtrübes Kellerbier, das die Brauerei Moritz Fiege schon seit 2018 herstellt. Das Etikett dieser Sorte zeigte bis vor kurzem ein dickes rotes „Z“, das natürlich für „Zwickel“ stand. Um keine falschen Assoziationen aufkommen zu lassen, hat sich das Unternehmen nun aber entschieden, das „Z“ aus dem Logo zu entfernen.

Brauerei entfernt Z von Zwickel-Bierflasche: „Wir distanzieren uns ausdrücklich“

In einer offiziellen Mitteilung erklärte die Brauerei: „Der Buchstabe „Z“ hat durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine eine neue Bedeutung bekommen und wird seit Beginn der Kampfhandlungen als Symbol von der russischen Armee und deren Unterstützern verwendet. Davon distanzieren wir uns als Familienbrauerei Moritz Fiege ausdrücklich.“ Sämtliche Mitarbeiter seien bestürzt über den brutalen Krieg, in dem die CIA nun vor dem Einsatz von Atom-Waffen warnte.

Zwickelbier von Moritz Fiege und daneben russische Panzer mit dem Z-Symbol des Ukraine-Krieges
Das Zwickelbier von Moritz Fiege hat sein Etikett entfernt. So will sich die Brauerei vom russischen Kriegssymbol abgrenzen. (24hamburg.de-Montage) © Brauerei Moritz Fiege/picture alliance/dpa & Maximilian Clarke/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Um nicht versehentlich damit in Verbindung gebracht zu werden, werden die „Zwickel“-Bierflaschen aktuell nun also ohne das Bauchetikett verkauft. Durch das kleine Etikett am Flaschenhals ist die Marke aber immer noch identifizierbar. Neue Etiketten ohne das „Z“ sind bereits in der Mache: „Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, das Etikett für unser „Zwickel“ nachhaltig umzugestalten“, erklärt das Unternehmen weiter.

Reaktionen auf Fieges Etikett-Änderung: Zeichen der Solidarität oder nur PR-Aktion?

Mit der Etikett-Aktion punktet die Brauerei aber nicht überall und in den sozialen Medien scheiden sich die Geister. Viele empfinden es als Akt der Solidarität und hinterlassen Kommentare wie „Ein großartiges Statement zusätzlich zu allen anderen Hilfen“ oder „Sehr geil von Euch! Schmeckt auch ohne Etikett!“

Andere halten die Aktion für sinnlos und verlangen richtige Hilfen, wie zum Beispiel die Aktion zahlreicher Bars weltweit, die statt russischen Wodka jetzt ukrainischen Alkohol anbieten. „Sorry, das ist so übertrieben und riecht nach einem reinen PR-Gag“, schreibt ein User unter der Bekanntgabe der Brauerei Fiege auf Instagram. Ein anderer findet: „Solche Aktionen beenden keine Kriege und helfen niemandem weiter. Sachspenden und finanzielle Hilfen schon eher. Sollen wir als nächstes den Buchstaben „Z“ aus dem Alphabet streichen?“

Maßnahmen und Sanktionen gegen Russland-Freunde: Auch Oligarchen trifft es nun „hart“

Die Etikett-Änderung des „Zwickel“-Biers ist nur eine von vielen Maßnahmen, die Unternehmen, Organisationen und Regierungen seit Beginn des Krieges ergriffen haben, um Putin und die russischen Streitkräfte wieder in ihre Schranken zu weisen.

Luftraum-Sperrungen, Geschäftsschließungen, gekündigte Business-Deals und finanzielle Einschränkungen sind nur ein Teil von den Sanktionen, die die russischen Oligarchen aktuell zu spüren bekommen. Multimilliardär Pjotr Awen von der Alfa-Group, der ein enger Vertrauter von Putin ist, muss zum Beispiel jetzt mit eingefrorenen Konten und gesperrten Immobilien leben. Der Oligarch jammert: „Ich weiß nicht, wie wir überleben sollen – denn er steht nun ohne Personal da. Ähnlich geht es auch seinem Geschäftspartner Michail Fridmann: Der Oligarch bekommt nur noch 3.000 Euro Taschengeld und jammert über die Sanktionen.

Medienwirksame Distanzierung von Russland wird aktuell gefeiert

Der Oligarch klagt weiter: „Ich kann nicht mal mehr essen gehen“ und empfindet diesen Umstand als äußerst belastend. Dass viele Ukrainer ganz andere Sorgen haben, scheint ihm egal. Das bestätigt ein Mitarbeiter. Der Assistent mehrerer Oligarchen schmiss gerade entsetzt hin: „Ich musste es ertragen, mir unter ihren Tränen anzuhören, dass sie nicht mehr in einen Privatjet einsteigen oder einen Urlaub buchen können. Es ist ihnen egal, ob Menschen in der Ukraine sterben“,   sagt er und möchte darum nicht mehr für die russischen Putin-Freunde arbeiten. Dafür wird er weltweit gefeiert. Darauf erstmal ein Zwickel – ohne Z. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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