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Wegen Neid-Nachbarn: Mann baut 39.000-Euro-Laube – und soll sie abreissen

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Weil gleich zwei seiner Nachbarn luxuriöse Gartenhäuser errichtet haben, sieht ein Brite sein Leben ruiniert. Größtes Opfer: der Wert des eigenen Grundstücks.

Wynyard Park, England – „Es hat unser Leben auf vielen Ebenen beeinflusst“, klagt Michael Illingworth sein Leid der Tageszeitung „The Sun“. Der Engländer und seine Frau sehen sich als Opfer der architektonischen Extravaganzen ihrer Nachbarn. Zu beiden Seiten ihres Grundstückes haben Nachbarn die Corona-Zeit genutzt, um luxuriöse Gartenhütten zu bauen – mit Whirlpool, Bar, Billardtisch und Spielautomaten. Der Nachbarschaftsstreit, der dadurch entbrannt ist, ist verbittert – wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit ein harmloseres Ende finden als ein eskalierter Streit über zwei Bäume in Bienenbüttel – drei Menschen sind deswegen tot.

Name:Wynyard Park
Typ der Siedlung:geschlossene Wohnanlage („gated community”)
Nächstgelegene Stadt:Stockton-on-Tees
Lage:Nordwesten Englands

Gartenhaus für 39.000 Euro macht Nachbarn stinksauer – Luxus-Laube soll wieder weg

Die Herausforderungen, die für Michael und Frau Nicola durch die „Neubauten“ in den Nachbarsgärten entstehen, sind enorm: Die Regenrinnen der Hütten tropfen in den eigenen Garten, der Hund bellt, wenn Gäste der Nachbarn auf den leicht erhöhten Dielenböden laufen. Und weil das eigene Haus großzügige Fenster und einen guten Ausblick hat, ist der Präsenz der Luxus-Lauben, die über den Zaun ragen, nicht zu entkommen. Immerhin: Bisher wurden, wie in einem Nachbarschaftsstreit in Berlin, noch keine fremden Pakete entwendet und die darin befindlichen Spirituosen weggesoffen.

„Wir vermuten, dass der Wert unseres Hauses dadurch gesunken ist“, moniert Michael Illingworth, der mit seiner Ehefrau in der elitären geschlossenen Wohnanlage „Wynyard Park“ im Nordwesten des Landes wohnt. Er sieht eigentlich nur eine Lösung für das Problem: den Abriss der Hochglanz-Schuppen.

In einer englischen Siedlung ist ein Streit um ein Luxus-Gartenhaus entbrannt. Ein Nachbar sieht dadurch den Wert seiner Immobilie geschmälert
In einer englischen Siedlung ist ein Streit um ein Luxus-Gartenhaus entbrannt. Ein Nachbar sieht dadurch den Wert seiner Immobilie geschmälert. (Symbolfoto) © imago

Nachbar sieht in Luxus-Laube im Garten kein Unrecht: „Er ist wahrscheinlich einfach neidisch“

David Carr, der für sein Gartenhaus rund 39.000 Euro ausgegeben hat, sieht die Kritik entspannt: „Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was sein Problem ist“, zuckt er gegenüber „The Sun“ mit den Schultern. Das vermutete Motiv: Missgunst. „Er ist wahrscheinlich neidisch, weil er selbst auch eins will.“ Dass er juristische Folgen durch die Unzufriedenheit seines Nachbarn zu erwarten hat, wie eine Berliner Frau, die aufgrund ihrer Raucherpausen auf dem Balkon verklagt wurde, oder ein Australier, der von seiner Veganer-Nachbarin verklagt wurde, weil er Fleisch grillt, ist unwahrscheinlich.

Luxus-Laube im häuslichen Garten entstand im Lockdown: aus Sehnsucht nach Pub-Besuchen

Der 49-Jährige David Carr hat auch keine Angst vor einem möglichen Abriss seiner Hütte. Er habe alle Regularien eingehalten und das auch nochmal von seinem Bauunternehmer überprüfen lassen. Gebaut habe er seinen Garten-Palast im Zeitraum des letzten Lockdowns – weil er nicht mehr in den Pub konnte.

Zoff um Gartenhütte: Undankbare Streitvögel – erhöhen sie jetzt ihren eigenen Zaun?

Auch Brian Edwards, der Inhaber der zweiten störenden Immobilie, ist deutlich entspannter als das wütende Ehepaar Illingworth. Er musste nach der ersten Beschwerde eine nachträgliche Baugenehmigung einholen – die ihm gewährt wurde.

Dicke Luft unter den Nachbarn begann mit einer Flasche Wein: „Haben nie Danke gesagt“

Dass ausgerechnet die Illingworths jetzt für negative Schwingungen in der Gemeinde sorgen, überrascht ihn derweil nicht: Er habe sich, so der 43-Jährige gegenüber „The Sun“, während seines Einzugs bei allen Nachbarn mit einer Flasche Wein als Geschenk vorgestellt. „Sie waren die Einzigen, die nicht Danke gesagt haben.“

So bleibt Michael und Nicole wahrscheinlich nichts anderes übrig, als den neuen, bitteren Alltag mit den nachbarschaftlichen Riesen-Bauten zu akzeptieren. Oder zumindest selbst baulich dagegen vorzugehen, etwa mit einer Erhöhung des eigenen Zauns. Die grausame Ironie für die beiden: „Dafür bräuchten wir eine Baugenehmigung.“

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