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Wegen Corona ausgefallen – Stadt holt Weihnachtsmarkt im Mai nach

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Von: Yannick Hanke

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O du fröhliche: In Solingen ticken die Uhren anders – der Weihnachtsmarkt wurde kurzerhand im Mai nachgeholt. 60 Händler luden bei ausgelassener Stimmung ein.

Solingen – Von der Corona-Pandemie waren nicht zuletzt Schausteller und Veranstalter seit März 2020 hart betroffen. Konzerte, Festivals oder Märkte wurden immer wieder verschoben oder komplett abgesagt. Doch so langsam kehrt das kulturelle Leben zurück. Auch im nordrhein-westfälischen Solingen, wo der eigentlich für Dezember 2021 geplante Weihnachtsmarkt ein Wochenende lang nachgeholt wurde. Unter dem Motto „Sommerweihnacht“ wurde reichlich Glühwein ausgeschenkt, selbst Schlittschuhlaufen stand auf dem Programm.

Weihnachtsmarkt im Mai: Schloss Burg in Solingen lädt zu Glühwein bei 20 Grad ein

Wie die dpa berichtet, lud Schloss Burg in Solingen am 21. und 22. Mai 2022 Besucher zum ganz speziellen Weihnachtsmarkt ein. Auf dem Sportplatz Oberburg boten rund 60 Händler Selbstgemachtes und Geschenkartikel an – ob Tücher, handgefertigte Bürsten oder Goldschmiedearbeiten. Einzig Schoko-Weihnachtsmänner, die bei Penny als „Zipfelmensch“ angeboten wurden und wilde Diskussionen entfachten, fehlten im Sortiment.

Weihnachtsmusik, Schlittschuhlaufen und Tannenbaum: Stimmungsvolle „Sommerweihnacht“

Stimmungsvoll umrahmt wurde das muntere Treiben auf der „Sommerweihnacht“ von weihnachtlicher Musik und Tannenbäumen. Wer sich sportlich betätigen wollte, vergnügte sich auf der Kunsteisbahn im Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen. Selbst an Livemusik war gedacht. Eine niederländische Musikkapelle verkleidete sich als Weihnachtsmänner und -frauen und heizte den Besuchern ein.

Eine holländische Musikkapelle in Weihnachtsmann-Kostümen läuft über den im Mai 2022 nachgeholten Weihnachtsmarkt „Sommerweihnacht“ in Solingen.
„Sommerweihnacht“ mit Glühwein und Musik: Eine holländische Musikkapelle in Weihnachtsmann-Kostümen spielte auf dem Weihnachtsmarkt in Schloss Burg in Solingen. © Roberto Pfeil/dpa

„Montag ist Weihnachten vorbei“: Wegen Corona abgesagter Weihnachtsmarkt an zwei Tagen nachgeholt

Schon im Vorfeld zeigte sich Helmut Steinbock, der seit vier Jahrzehnten Märkte und Feste organisiert, euphorisch: „Die Menschen freuen sich wirklich darüber. Das ist eben etwas für Familien. Manche kleinen Kinder waren ja seit zwei Jahren nicht mehr auf dem Weihnachtsmarkt“, schwärmte der 66-Jährige gegenüber „Spiegel Online“. Manche Kinder müssen ihrer Mutter fürs Weihnachtsessen sogar Geld zahlen – als erzieherische „Lektion“.

Montag ist Weihnachten vorbei, dann baue ich den Markt wieder ab.

Veranstalter Helmut Steinbock gegenüber „Spiegel Online“

Eigentlich hätte die „Sommerweihnacht“ schon am Freitag, 20. Mai, starten sollen. Doch der Beginn musste wegen eines angekündigten Unwetters kurzfristig um einen Tag nach hinten verschoben werden. Doch am Samstag dann ging es los – und ab mittags war der Weihnachtsmarkt bereits „in vollem Gange“, so ein Sprecher. Und das bis Sonntagabend, denn am Montag war „Weihnachten vorbei“. Einen Tag später ging es in Solingen nämlich schon mit einem Ritterturnier weiter.

„Sommerweihnacht“ in Solingen: Reichlich Glühwein, Musikkapelle in Kostümen und Eisbahn

Gerüstet waren die Veranstalter der „Sommerweihnacht“ auch in Sachen Glühwein. An zwei Tavernen-Ständen wurden die Besucher mit dem alkoholischen Heißgetränk versorgt. Schon im Dezember hatte Steinbock den Verkäufern geraten, entsprechende Vorräte anzulegen. Also genau zu der Jahreszeit, in der eine Frau von ihrer Schwiegerfamilie das Weihnachtsessen in Rechnung gestellt bekam – und sie dafür als „geizige Bastarde“ beschimpfte.

Weihnachtsmarkt-Organisator Helmut Steinbock und eine Besucherin stehen auf der Eisbahn der zweitägigen Veranstaltung „Sommerweihnacht“.
Helmut Steinbock, Organisator der „Sommerweihnacht“ in Schloss Burg bei Solingen, mit einer Besucherin auf der Eisbahn. © Roberto Pfeil/dpa

Weihnachtsmarkt bei über 20 Grad: Schwitzen unter Tannen in Solingen

Klingt nach einem gelungenen Weihnachtswochenende in Schloss Burg in Solingen. Selbst Weihnachtsmützen konnten in Solingen erspäht werden – jedoch nur auf den Tannenbäumen. Schließlich war es für die winterliche Kopfbedeckung deutlich zu warm. Das musste auch Helmut Steinbock schnell merken. „Ich hatte vorhin mal kurz eine Mütze auf. Da hab ich nur ziemlich schnell drin geschwitzt“. Der Nachteil eines Weihnachtsmarktes im Mai – aber auch nur ein ganz kleiner. (Mit Material der dpa)

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