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Warum man im Flugzeug unbedingt pupsen sollte

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Blähungen im Flugzeug sind ganz normal. Pupsen im Flieger möchten sich aus Rücksicht oder Scham natürlich die meisten verkneifen. Mediziner warnen aber davor.

Hamburg – Wer kennt es nicht? Man wird in den Sitz gedrückt, das Flugzeug hebt ab und je höher man steigt, desto unangenehmer wird das Gefühl im ganzen Körper. Man hat Druck auf den Ohren, manch anderem wird übel und wieder andere leiden im Flieger vermehrt an Blähungen. Das ist auch gut so.

FlughafenHamburg Airport Helmut Schmidt
AdresseFlughafenstr. 1-3, 22335 Hamburg, Deutschland
Terminals2
Fläche570 ha
FlughafencodeHAM

Phänomen Boeing belly: Im Flieger müssen alle pupsen – unterdrücken ist gefährlich

14.500 Fluggäste (Stand 2021) starten täglich vom Hamburg Airport Helmut Schmidt, viele davon kennen das Blähungsproblem im Flugzeug sicher nur zu gut. Das ist zwar für die umliegenden Fluggäste nicht schön, trotzdem sollte man den Drang auf keinen Fall unterdrücken. Flugbegleiter und Mediziner verraten die besten Tricks.

Flugbegleiter nennen es „Boeing belly“, das Phänomen, wenn im Flugzeug plötzlich alle pupsen müssen. Auf so engem Raum ist das weder für den Betroffenen noch für die benachbarten Fluggäste angenehm, trotzdem ein nötiges Übel, um keine körperlichen Leiden davonzutragen. Wer viel fliegt, profitiert übrigens auch von dem Trick einer Stewardess, mit dem Fluggäste Gratis-Extras bekommen können.

Pupsen ist ganz normal – im Flugzeug ist es sogar gesund

Pupsen ist wortwörtlich ein stinknormaler Vorgang im Körper, der stattfindet, wenn Gase nicht anderweitig verarbeitet werden können. Der menschliche Körper produziert am Tag etwa 1,5 Liter an Gasen, das meiste davon Kohlenstoffdioxid (CO2). Der Großteil dieser Gase gelangt durch die Darmwand ins Blut und wird von Leber und Lunge abgebaut und ausgeatmet. „Alle Gase, die so nicht abgebaut werden können, müssen dann als Pups den Körper verlassen“, erklärt Gastroenterologe Prof. med. Mathias Strowski, der an der Charité in Berlin unterrichtet und Chefarzt im Elblandklinikum Meißen ist, gegenüber dem Reiseportal „Travelbook“.

Frau im Flugzeug, die das Gesicht verzieht, und im Kreis Frau, die sich den Bauch hält
Pupsen im Flieger kann unangenehm sein, ist aber nötig. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Panthermedia & IMAGO Images/Shotshop

Ab einer Flughöhe von 3.500 Metern verlagern sich Körper-Gase in den Darm – darum Blähungen

Das ist das Vorgehen des Körpers auf sicherem Boden, das etwa 12,7 Mal am Tag passiert. In der Luft sieht das ganze etwas anders aus. Ab einer Höhe von 3.500 Metern treten die Gase vermehrt in den Darm über und werden über das Pupsen ausgestoßen. Das passiert, weil der Luftdruck geringer ist, die Darmgase sich um etwa 40 Prozent ausdrehen und der Körper außerdem kaum Bewegung bekommt. Laut Strowski ist das so ähnlich, als würde man einen Ballon aufblasen.

Körperliche Risiken: Was passiert, wenn man im Flugzeug nicht pupst

Nun ist ein Flugzeug in der Regel ein enger Raum mit vielen Menschen und pupsen ist etwas Unangenehmes, das man hier nicht tun will. Sollte man aber! Mediziner sind sich einig, dass man das Pupsen auf keinen Fall verkneifen darf. Wer es doch tut, riskiert im Zweifel sogar gesundheitliche Schäden. Klingt dramatisch, ist aber wahr: Die Gase, die den Körper wie den besagten Luftballon aufblasen, müssen raus. Sonst kann es zu unangenehmen Situationen kommen.

Unterdrüktes Pupsen im Flugzeug kann zu Herzstolpern und Schwindel führen

Die aufgestauten Gase verursachen eine Überblähung und können laut „Apotheken Umschau“ zu Bauchweh, Verdauungsstörungen, Sodbrennen, Völlegefühl, Druck auf den Lungen, Herz-Kreislaufproblemen, Herzbeklemmungen, Herzstolpern, Atemnot, Schwindel, Schmerzen in der Brust oder Schweißausbrüchen führen.

Diese körperlichen Leiden will kein Fluggast mit auf die Reise nehmen. Wer in den Urlaub fliegt, hat schließlich meist schon genug Stress: Zum Beispiel mit Hotels, die nicht immer so astrein sind, wie sie erscheinen – das offenbaren Bekenntnisse der Profis: Was Zimmermädchen verraten wollen, aber nicht dürfen - Hotelgäste sollten auf diese Dinge achten.

Pups-Drang im Flieger: Was tun und wie vorbeugen?

Wer im Flugzeug den Drang zum Gas entlassen verspürt, der hat also zwei Möglichkeiten: verkneifen und die eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, oder pupsen. Mediziner empfehlen die zweite Option und raten, es als ganz normal zu betrachten. Strowski sagt: „Einfach entschuldigen, jeder kennt doch das Problem.“ Eine weitere Möglichkeit ist natürlich auch, auf die Alternative zum Fliegen, den immer besser ausgebauten Nachtzugverbindungen, umzusteigen oder Urlaub in Deutschland zu machen: Wie wäre es zum Beispiel mit Camping auf Sylt? Das sind die besten Camping-Plätze.

Blähungen im Flieger gering halten: Auf die Ernährung kommt es an

Um dem Drang zum Pupsen vorzubeugen, gibt es aber auch ein paar Tipps und Tricks, die sich laut Flugbegleitern und Vielfliegern als effektiv erwiesen haben. Nummer 1 auf dieser Liste ist das Essen. Kohlsorten, Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Erbsen, Zwiebeln, Bananen oder Dörrobst sollte man vor und während des Fliegens meiden. Das gleiche gilt für Getränke mit Kohlensäure, Milchdrinks oder Fruchtsäfte sowie Alkohol und Kaffee. Auf Cola sollte man also im Flieger verzichten. Stattdessen isst man lieber gut verdauliche Dinge wie gedünstete Möhren oder Zucchini und trinkt Wasser oder Kräutertee. Außerdem sollte man langsam essen und gründlich kauen. Tipp: Auch der im Flugzeug so beliebte Tomatensaft kann gut für die Verdauung sein und die Darmflora anregen und auch Ginger Ale sollte man im Flugzeug trinken.

Wenn im Flugzeug pupsen muss: Bewegung hilft bei Blähungen im Flieger

Ein weiterer Tipp ist Bewegung im Flugzeug. Schon vor dem Fliegen sollte man sich am Flughafen und beim Check-In, der mit diesen Tipps vor allem in den Ferien schneller geht, die Beine vertreten, damit sich nicht durch langes Sitzen schon vorher Luft im Darm anstaut. Im Flieger kann man im Gang auf und ab oder zur Toilette gehen, die der nächste Tipp auf der Liste ist. Wer merkt, dass sich ein großer Pups anbahnt, kann diesen auch ungestört auf der Toilette herauslassen. Nach dem Klo-Gang sollten Sie aber auf keinen Fall das Toilettenpapier im Flieger nutzen. Eine Flugbegleiterin verrät, warum.

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Bequeme Kleidung beugt Blähungsschmerzen im Flugzeug vor

Ein weiterer Trick: die passende Kleidung. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder greift man zur locker sitzenden Jogginghose, die den Bauch nicht einschnürt und so zumindest keinen zusätzlichen Druck auf den Darm ausübt. Oder man fliegt in einer Lederhose. Das Kleidungsstück ist ein bewährtes Anti-Pups-Mittel, weil das Material zumindest den Geruch so lange einschließt, bis man die Hose auf der Toilette öffnet oder der Pups nach und nach bei Bewegung entweicht. So entsteht der unangenehme Geruch nicht auf einmal und verteilt sich dezenter. Auch Krankheiten sind im Flieger übrigens ein Thema: Wer die Schuhe im Flugzeug anlässt, schützt seine Gesundheit.

Die Notlösung ist ein Gang zur Apotheke. Mittel mit dem Wirkstoff Simeticon lösen die Gase auf und beruhigen Magen und Darm. Wer große Probleme mit Blähungen hat, sollte sich vor dem Flug eines der verschreibungsfreien Medikamente besorgen.

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