1. 24hamburg
  2. Stories

Während Corona im Stich gelassen – Restaurant lässt keine Politiker mehr rein

Erstellt:

Von: Patricia Huber

Kommentare

Im Steakhouse „La Pampa“ in Ueckermünde haben Politiker Hausverbot. Die hätten den Wirt im Corona-Lockdown ja auch abgewimmelt, als er Hilfe brauchte.

Ueckermünde - Spätestens seit Beginn der Corona-Krise erfreuen sich Politiker bei vielen Menschen keiner allzu großen Beliebtheit mehr. Egal welche Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie ergriffen wurden, nie waren alle zufrieden. Doch das hat nun auch schwerwiegende Folgen für die Entscheidungsträger in Deutschland – zumindest, wenn sie im Steakhouse „La Pampa“ in Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern essen gehen möchten. An der Ostsee müssen sich Familien mittlerweile einschränken, denn ein Restaurant verbietet den Zutritt mit Kindern – „die Eltern sind Schuld“ daran.

„Politiker müssen draußen bleiben“: Restaurant erteilt Hausverbot – aus Frust über Corona-Regeln

Bei besagtem Restaurant prangt an der Eingangstür ein unmissverständliches Schild. „Achtung – Alle Politiker (Bundes-, Länder- und Regionalpolitiker) müssen leider draußen bleiben!“, ist darauf zu lesen, wie Nordkurier.de berichtet. Aber wieso wird denn nun ausgerechnet diese Personengruppe ausgeschlossen? Der Steakhouse-Inhaber Steve Haase hat hierfür eine ganz simple Erklärung. „Es ist einfach so, dass wir ein bestimmtes Klientel nicht mehr bedienen möchten.“

Restaurant wurde von Politik während des Corona-Lockdowns im Stich gelassen: „Wir wurden einfach abgewimmelt“

Das liegt daran, wie die Gastronomie während der Corona-Lockdowns behandelt wurde. Die Regierung hat Überbrückungshilfen versprochen – doch an diese zu kommen, war gar nicht so leicht. Die Anspruchsvoraussetzungen waren sehr streng, weshalb auch nur ein Bruchteil der veranschlagten Corona-Hilfen ausgezahlt wurde. „Wir hatten viele Komplikationen mit den Überbrückungshilfen in der Corona-Zeit – da wurden wir, als wir nachgefragt haben, einfach abgewimmelt“, berichtet Haase.

Im Ueckermünder Steakhouse sind Politiker nicht mehr willkommen
Im Ueckermünder Steakhouse sind Politiker nicht mehr willkommen. (Symbolbild) © imago/Montage

Restaurant-Hausverbot für Politiker: Betroffener beschreibt Aktion als „sehr diskriminierend“

Für Gerhard Tewis, Politiker aus Eggesin, ist das Zutrittsverbot ein Unding. „Ich finde das sehr krass und fühle mich verletzt“, beschwert er sich. Er fragt sich außerdem, ob der Restaurant-Inhaber Haase sich der Tragweite seiner Worte bewusst sei und findet das Schild „sehr diskriminierend“. Auch einem Lokal in Sydney wurde Diskriminierung vorgeworfen, weil das Restaurant Tätowierten den Zutritt verweigert.

Dass Haase mit seinem ungewöhnlichen Schild auch potenzielle Gäste vergrault, ist ihm wohl durchaus bewusst. Er berichtet vom Besuch eines Politikers: „Der wollte eigentlich einen Gutschein kaufen, hatte das Schild zunächst übersehen, es dann doch entdeckt und ist dann ohne Gutschein wieder gegangen.“

Auch interessant

Kommentare