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VW-Mitarbeiter verliert Klage wegen „heuchlerischem Gender-Wahn“ gegen Audi

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Von: Yannick Hanke

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Einem VW-Mitarbeiter langt es mit der Gendersprache bei Audi: Er klagt gegen die Konzerntochter – am 14. Juni geht es nun tatsächlich vor ein Landgericht.

Update vom 1. August 2022, 09:35 Uhr: Das Landgericht Ingolstadt hat die Klage gegen den „Leitfaden für gendersensible Sprache“ der Audi AG abgewiesen. Zum einen sei der klagende VW-Mitarbeiter nicht zur aktiven Nutzung des Leitfadens verpflichtet, da dieser sich nur an Audi-Beschäftigte richte. Zum anderen sieht das Gericht weder einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichstellungsgesetz noch eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Klägers. Dieser kündigte an, das Urteil so „nicht so stehen lassen“ zu wollen und schloss weitere juristische Schritte nicht aus.

Automobilhersteller:Volkswagen AG
Umsatz:250,2 Milliarden EUR (2021)
CEO:Herbert Diess (Apr. 2018–)
Gründer:Deutsche Arbeitsfront
Gründung:28. Mai 1937, Berlin
Hauptsitz:Wolfsburg
Tochtergesellschaften:Volkswagen, Audi, Škoda Auto, Seat u.v.m.
Dachorganisation:Porsche Automobil Holding

Ursprungsartikel vom 9. Juni 2022: Ingolstadt/Wolfsburg – Nicht jeder findet sich im Gendern wieder. Schon gar nicht Kult-Comedian Dieter Hallervorden, der im Gendern gar eine „Vergewaltigung der Sprache“ sieht. Einem VW-Mitarbeiter scheint es so ähnlich zu gehen. Da Tochterkonzern Audi penibel auf die Einhaltung des „Leitfadens für gendersensible Sprachen“ pocht, zieht der Angestellte nun vor Gericht. Er stört sich nämlich daran, wie er von Audi-Kollegen angesprochen wird.

Im kleinen Bild ist ein Schild mit der Aufschrift „Genderwahnsinn“ zu sehen. Im großen Bild sieht man das Logo von VW.
Ein VW-Mitarbeiter fühlt sich durch den „heuchlerischem Gender-Wahn“ seiner Audi-Kollegen gestört und klagt vor Gericht. (24hamburg.de-Montage) © Silas Stein/imago/Julian Stratenschulte/dpa

VW-Mitarbeiter klagt gegen Konzerntochter Audi – wegen Gendersprache

In diesem Kontext spricht der Mitarbeiter von Volkswagen (VW) von einem „heuchlerischen Gender-Wahn“. Dem will er nun ein jähes Ende bereiten. Wie „Focus Online“ berichtet, wird der Streit um die Vorgaben zu einer gendergerechten Sprache bei der Audi AG am Dienstag, 14. Juni 2022, eine Zivilkammer des Ingolstädter Landgerichtes beschäftigen.

Durch den Gender-Leitfaden von Audi sieht der VW-Mitarbeiter sich in seinen allgemeinen Persönlichkeitsrechten verletzt. Er würde mit Audi-Kollegen zusammenarbeiten, dort würde ihm das Gendern immer wieder begegnen. Dies regte den Mitarbeiter so sehr auf, dass er Audi verklagte, nachdem das Unternehmen sich geweigert hatte, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Über das Gendern weiß aber auch Comedian Jürgen von der Lippe herzuziehen, er nennt es eine „verhunzte Sprache“.

„Audianer_innen“: Dem VW-Mitarbeiter langt es mit der Gendersprache bei der Konzerntochter Audi

Erst 2021 hatte Audi seine Unternehmensrichtlinie zu gendersensibler Sprache erlassen. Der Kläger stört sich daran, dass in der Kommunikation mit ihm verschiedene Gender-Formen genutzt werden. Ein Beispiel: der Unterstrich, der aus Mitarbeitern „Mitarbeiter_innen“ macht. Aus den Audianern macht er wiederum die „Audianer_innen“. Davon wäre wohl auch Scooter-Frontmann H.P. Baxxter, der das „Gendern zum Kotzen“ findet, nicht begeistert.

Prozess gegen Audi wegen Gendersprache: Richter will am 14. Juni 2022 Einigung erzielen – „Frage, die die Gesellschaft berührt“

Laut einem Gerichtssprecher wird der Richter beim Termin am 14. Juni zunächst versuchen, eine gütliche Einigung zwischen dem Mitarbeiter von VW, das sich mit einem abstrusen Hakenkreuz-Vorwurf im eigenen Logo konfrontiert sieht, und Audi zu erreichen. Sollte dies scheitern, werde im Anschluss direkt die Hauptverhandlung beginnen. Das Verfahren wird von den beiden Anwälten des Klägers auch als eine Art Musterprozess verstanden. „Das ist eine Frage, die die Gesellschaft berührt“, heißt es in diesem Kontext von Rechtsanwalt Dirk Giesen.

VW-Mitarbeiter erhält bei Klage wegen Gendersprache Unterstützung vom Verein Deutsche Sprache

Mit seiner Klage, mit der „absolutes Neuland“ betreten wird, möchte der VW-Mitarbeiter der seiner Ansicht nach vorliegenden Diskriminierung „unter umgekehrten Vorzeichen“ ein Ende setzen. Unterstützung erhält er in diesem Fall vom Verein Deutsche Sprache, der das Gendern grundsätzlich ablehnt und von einer „Ideologie“ spricht. Ähnlich negativ äußert sich übrigens auch Schauspieler Heiner Lauterbach über das Gendern und sieht darin sogar eine Schwächung der Frauen.

Unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung wird durch das Gendern das Kommunikationsmittel Sprache geopfert.

Der Verein Deutsche Sprache bezieht sich auf die Klage des VW-Mitarbeiters gegen Audi

Trotz Klage: Audi will an Gendersprache festhalten: „alle geschlechtlichen Identitäten wertschätzen und berücksichtigen

Audi wiederum hält sich bedeckt und will zu dem laufenden, juristischen Verfahren keine konkrete, inhaltliche Erklärung abgeben. Und doch heißt es von Audi-Sprecher Wolfgang Schmid: „Die Verwendung gendersensibler Sprache bedeutet eine Kommunikation, die alle Geschlechter und geschlechtlichen Identitäten wertschätzt und berücksichtigt“. Und daran möchte man festhalten. Wie der Gerichtsprozess ausgehen könnte? Das ist noch völlig unklar. Geht es nach Sänger Heinz Rudolf Kunze, wird das Genden aber eh nur von „Barbaren und Idioten“ verwendet.

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