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Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland aus – sie beißt und ist giftig

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Von: Bjarne Kommnick

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In Deutschland verbreiten sich immer häufiger Giftspinnen. Auch die Nosferatu-Spinne gehört dazu. Wie gefährlich ist sie wirklich?

Mainz – Deutschland und Giftspinnen, das passt für viele noch nicht so recht zusammen. Doch besonders Menschen mit einer Phobie gegen die Achtbeiner müssen sich darauf einstellen, dass sich auch giftige Spinnen hierzulande ausbreiten. Immerhin gebe es mittlerweile acht gefährliche Spinnen in Deutschland. Dazu soll auch die Nosferatu-Spinne zählen, mit wissenschaftlichem Namen Zoropsis spinimana. Sie ist giftig und kann sich durch die Haut beißen. Doch wie gefährlich ist sie wirklich?

Spinne:Nosferatu-Spinne
Familie:Kräuseljagdspinnen
Überfamilie:Lycosoidea
Wissenschaftlicher Name:Zoropsis spinimana

Giftige Nosferatu-Spinne in Deutschland erstmals „2012 nachgewiesen“

Anders als der Name vermuten lässt, komme die Spinne nicht aus Transsylvanien, sondern wurde zunächst im Mittelmeer-Raum entdeckt. Doch ihr Name kommt nicht von irgendwo her. Optisch ähnelt sie einer Tarantel, erinnert aber auch an einen Vampir, daher der Name. „Die Spinne ist bei uns erst seit 2012 nachgewiesen“, erklärt Dr. Katharina Schneeberg, Zoologin im Pfalzmuseum Bad Dürkheim.

Nosferatu-Spinne.
Die Nosferatu-Spinne kann beißen und verbreitet sich derzeit in Deutschland. © dpa/Mauro Rodrigues

Nosferatu-Spinne verbreitet sich in Deutschland – sie beißt und ist giftig

Schenkt man lokalen Medienberichten Glauben schenkt, scheint es sich dabei um eine gefährliche Spinne zu halten. Berichtet wurde laut Schneeberg beispielsweise von 20 Nosferatu-Spinnen in einem Haus, also einer regelrechten Invasion. Doch dafür gebe es eine einfache Erklärung: „Die Spinnen sind an sich Einzelgänger, wie die meisten anderen Spinnen auch“, so Schneeberg. Dass so viele Spinnen auf einem Haufen gesichtet wurden, dürfte ausschließlich daran liegen, dass sie frisch aus dem Kokon geschlüpft seien. Anschließend würde wieder jeder seinen eigenen Weg gehen.

Giftspinne in Deutschland: Ist die Nosferatu-Spinne „angriffslustig“?

Zudem habe es Berichte gegeben, dass die Spinne sehr aggressiv sei. „Mannheimer Morgen“ tituliert sie als „angriffslustig“, die „Badische Neusten Nachrichten“ schreiben, dass eine Frau von einem Biss aus dem Schlaf gerissen wurde, das gleiche Medium berichtete auch davon, wie eine Nosferatu-Spinne einem Mann auf den Kopf gesprungen sei.

Zoologin Schneeberg erklärt, dass die Spinne ein „relativ großes Medieninteresse“ auf sich ziehe, „vermutlich weil die Spinne beißen kann“. Doch, dass die Spinnen aggressiv zubeißen würde, entspreche laut Schneeberg nicht der Realität: „Das tut die Spinne nicht, sie wird, wenn sie sich bedroht fühlt, die Flucht ergreifen und wenn sie das nicht kann und sich bedroht fühlt, kann es auch mal sein, dass sie zubeißt“. Zuletzt machte auch eine Spinne auf sich aufmerksam, die für eine Sperrung auf der A7 verantwortlich war.

Biss der Nosferatu-Spinne hinterlässt Schwellungen und Rötungen, ist aber nicht tödlich

Doch ist sie eine Gefahr für den Menschen? Sie sei zu mindestens in der Lage „mit ihren Mundwerkzeugen an dünnen Stellen die Haut zu durchdringen“, so Schneeberg. Jedoch sei dieser Biss für den Menschen keine große Gefahr, Bisse der Nosferatu-Spinne hinterlassen Schwellungen und Rötungen. Eine weitere Analogie zu Taranteln: Ein Biss ist nicht tödlich.

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