1. 24hamburg
  2. Stories

Veganer fordern Geldstrafe für Meerschweinchen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Bona Hyun

Kommentare

Veganer fordern eine Geldstrafe für Meerschweinchen: Dabei geht es um den ewigen Streit um korrekte Produktbezeichnungen – der nun wieder einmal eskaliert.

London – Mitarbeiter der Firma „THIS“, die ausschließlich pflanzliche Produkte herstellt, fordern eine Geldstrafe für Meerschweinchen. Der Hintergrund: Ein Verband aus Landwirten verlangte, dass rein pflanzliche Produkten keine „Fleischnamen“ wie Bacon, Schinken, Würstchen und so weiter mehr tragen dürfen sollen. Daraufhin reagierten aufgebrachte Veganer mit einer Gegenforderung: Tiere dürfen auch nicht wie Tiere heißen, die sie eigentlich gar nicht sind. Das - vielleicht einzige - Beispiel ist das Meerschweinchen – weil die felligen Minis eben keine richtigen Schweine sind. Steht nun also wirklich eine Geldstarfe für die Nutzung des Wortes Meerschweinchen im Raum oder hat sich die Veganer-Fraktion bei der ganzen Sache einen Scherz erlauben wollen, wie der Metzger, der wegen harmloser Werbung von Veganern attackiert wurde?

LondonHauptstadt Englands und Großbritanniens
Fläche1.572 km²
Höhe11 Meter
Bevölkerung8,982 Millionen (2019)

Geldstrafen für den Begriff Meerschweinchen – das fordern Veganer: „Sie sind ja keine Schweine“

Dass Meerschweinen keine richtigen Schweine sind, ist für einige Veganer wohl ein Problem – zumindest, wenn es um den sprachlichen Umgang geht. Das vegane Unternehmen „THIS“ will jetzt jedenfalls eine Geldstrafe für die Verwendung des Begriffs Meerschweinchen durchsetzen. Ihre Forderung ist eine Reaktion auf den Anstoß der Ulster Farmers Union. Die nämlich möchten die Nutzung fleischbezogener Begriffen für rein pflanzlichen Produkten verbieten. Beispielsweise „fleischfreie Würstchen“, soll es dann nicht mehr heißen dürfen – denn ohne Fleisch sei es kein Würstchen, so die Logik der sprachbeflissenen Landwirte. Das berichtet das Internet-Medienunternehmen „Unilad“.

Ein Richterhammer mit Geldscheinen und ein Meerschweinen
Veganer fordern jetzt eine Geldstrafe für Meerschweinchen. Der Begriff sei irreführend, weil es keine richtigen Schweine sind.(24hamburg.de Bildmontage) ©  Shotshop/imago/ CHROMORANGE/imago

Andy Shovel, der Gründer des veganen Unternehmens „THIS“, äußerte sich in einem Interview mit „The Guardian“ zum Vorfall. Für ihn sei es „verblüffend“, dass die Ulster Farmers Union meint, die britischen Verbraucher könnten von einer Packung mit der Aufschrift ‚THIS ISN‘T CHICKEN‘ denken, es handele sich um ein tierisch verarbeitetes Produkt. Ende 2020 hatte sich das EU-Parlament dagegen entschieden, „fleischbezogene Begriffe“ juristisch zu schützen, weil die Etiketten eben nicht verwirrend seien. Dennoch: Kaum nimmt Aldi veganen Bacon ins Sortiment, rasten Fleischesser-Kunden aus – schon, weil ihnen das Wording nicht passt. Offenbar ist Wording aber weniger schlimm als Geruch, das zeigt die Geschichte von der Veganerin, die ihren Nachbarn verklagte, weil er Fleisch grillt*.

Noch mehr News aus Hamburg und Umgebung erhalten Sie mit unserem Newsletter - jetzt kostenlos anmelden!

Veganer sollen pflanzliche Produkte richtig kennzeichnen – und fordern Geldstrafe für Meerschweinchen

Zurück zum Meerschweinchen beziehungsweise den Hintergründen: Landwirte der „Ulster Farmers Union“ nehmen die Angelegenheit der korrekten Produktbenennung ziemlich ernst. Der unwissentliche Kauf eines pflanzlichen Produkts, mit einem Fleischbegriff auf der Packung, ist für sie ziemlich problematisch. Denn vielleicht würden Kunden dem Supermarkt das manipulative Unterjubeln von unerwünschten Produkten vorwerfen, weil versehentlich vegane statt Fleisch-Würstchen in den Einkaufswagen wandern. Im Extremfall könnte es dann ähnlich enden wie bei der Veganerin, die einen Supermarkt anklagte, weil er sie zum Fleischverzehr verführte*. Sie und auch die Veganerin, die Kentucky Fried Chicken anklagte, weil es nur Hähnchen gibt, sehen sich diskriminiert und eben auch getäuscht

Veganer fordern korrekte Begriffe für Tiere und Co: „Meerkatzen schnurren nicht wie Katzen“

Die Ulster Famer Union triggerte mit ihrer eigenen Forderung offenbar die angespannten Nerven vieler Veganer, zermürbt um ständige Diskussionen über Produktbezeichnungen und Namen. Vermeintlich grimmig, vielleicht aber auch ungewohnt komisch schießen die nun zurück. Die Mitarbeiter des veganen Unternehmens fordern außerdem, dass nur medizinisches Fachpersonal den Begriff „gefleckter Schwanz“ benutzten soll und dass auch das Einzelhandelsunternehmen „Currys“ seinen Namen ändern soll, da es „kein richtiges Curry-Haus ist“. Zudem würden Meereskatzen ihrem Namen nicht gerecht, „weil sie nicht schnurren können wie echte Katzen.“ Für die Nutzung all dieser inkorrekten Namen soll es nun also laut der entnervten Veganer Geldstrafen hageln. der einfach viele, viel Aufmerksamkeit für einen Produzenten von veganen Produkten – das ist ja nun schon mal gelungen. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare