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„Unerträglich“: Weil es zu heiß ist – ganzes Supermarkt-Team schmeißt hin

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Von: Nathalie Wendt, Fabian Raddatz

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Die Belegschaft eines Supermarkts hat geschlossen gekündigt – weil es unerträglich heiß war. Jetzt berichten sie in einem Video von den schrecklichen Umständen.

Apache/USA – Im Dollar General Store bekommen Kunden so ziemlich alles, vom Hundefutter bis zum Smartphone, vom aufblasbaren Pool bis zu Fettuccine Alfredo mit Hühnchen und Brokkoli für die Mikrowelle. Die Warenhauskette ist so etwas wie der König unter der Billigläden in den USA. Rund 17.500 Filialen gibt es im ganzen Land.

Doch die billigen Schnäppchen haben auch ihren Preis. Immer wieder gerät Dollar General in die Schlagzeilen: Die Bezahlung zählt zu den schlechtesten in den USA, die Arbeitsbedingungen gelten als mies. Davon berichten nun auch Arbeiter eines Dollar Stores im US-Bundesstaat Oklahoma: Sie schmissen gemeinsam hin – die Innentemperaturen seien „einfach unerträglich“ gewesen.

Weil es zu heiß war: Ganze Belegschaft schmeißt hin – „einfach unerträglich“

„Es war einfach unerträglich“, sagte einer der ehemaligen Arbeiter nun in einem Video über den Tag, an dem er und seine Kollegen kündigten. Schimmel, Tauben in den Löchern in den Decken, die auf die Produkte koteten: Die Umstände in dem Dollar General Store in dem kleinen Ort Apache waren schon vorher miserabel. Und dann das: „Keine Klimaanlagen im Sommer. Darum sind wir abgehauen,“ berichtet eine Ex-Mitarbeiterin.

Laden-Team macht Filiale dicht und geht: unzumutbare Hitze gerade für ältere Angestellte und Kunden

Im Sommer wird es in Oklahoma schon mal schnell an die 40 Grad Celsius heiß. „Die Kunden beschwerten sich immer, dass die ganzen Süßigkeiten geschmolzen waren“, so einer der Ex-Kollegen. Auch an diesem heißen Tag sagte der Wetterbericht knapp 40 Grad Celsius voraus.

Ein ganzes Laden-Team schmeißt hin und macht die Filiale dicht – das Management hatte nichts gegen die „unerträgliche Hitze“ getan
Ein ganzes Laden-Team schmeißt hin und macht die Filiale dicht – das Management hatte nichts gegen die „unerträgliche Hitze“ getan. (Symbolbild) © imago

Fast 30 Grad: Supermarkt-Mitarbeiter kündigen – „Manager saß da einfach nur mit Eispackungen in der Hose“

„Der Assistenz-Manager saß da einfach nur mit Eispackungen in der Hose und einem Handtuch, wir waren klitschnass vor Schweiß“, erinnert sich einer. „Wir haben viele Mitarbeiter, die behindert sind, viele ältere Kunden. Unter solchen Bedingungen kann man nicht arbeiten, draußen war es kühler als drinnen. Ein riesiger Ofen.“

„Wir haben getan, was wir tun mussten“: In der Not hält das Team zusammen – und geht geschlossen

Als sich die Temperatur im Inneren der 30-Grad-Marke näherte, zogen die Mitarbeiter die Reißleine: Sie kündigten – geschlossen: „Wir haben uns gegenseitig ermutigt. Wir kamen als Team zusammen und haben getan, was wir tun mussten.“ Ihre letzte gemeinsame Amtshandlung: Filiale dicht machen.

Nicht nur wegen Hitze: Immer wieder schmeißen ganze Teams einfach hin

Nicht nur im Dollar Store, auch in anderen Läden kommt es vor, dass die ganze Belegschaft hinschmeißt. So etwa bei McDonalds. Dort kündigte das ganze Team mitten in der Schicht und haute ab, das Management soll furchtbar gewesen sein. Oft ist es auch die schlechte Bezahlung, die Arbeiter in die Kündigung treibt: So kündigte ein ganzes Laden-Team geschlossen wegen des Hungerlohns, von dem es nicht leben konnte.

Weil der Besitzer wegen der Sanktionen gar keinen Lohn mehr zahlen konnte, schmiss auch die Crew der Oligarchen-Yacht Dilbar in Hamburg hin. Was aus Ihnen wurde, ist nicht bekannt – doch mittlerweile haben aber die Dollar General-Mitarbeiter andere Jobs gefunden, heißt es.

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