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Ukraine-Krieg: McDonalds lässt russische Filialen offen – und erntet Shitstorm

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Von: Ulrike Hagen

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McDonald´s im Social-Media-Shitstorm: Immer mehr rufen zum Boykott des Fast-Food-Riesen auf, weil der weiter Rubel mit seinen Filialen in Russland macht.

Chicago – Seit dem 24. Februar, dem Beginn des Krieges gegen die Ukraine* befindet sich die Welt in Schockstarre. Der Westen reagiert mit beispiellosen Sanktionen. Russische Vermögen werden eingefroren, Unternehmen wie Microsoft und Apple*stellen den Handel mit ihren Produkten in Russland ein oder nehmen – wie etwa der Discounter Netto – aus Solidarität russische Produkte aus dem Regal. Der Fast-Food-Riese McDonald’s* macht jedoch weiter sprichwörtlich Rubel mit seinen Burgerfilialen in Russland  – und bekommt dafür nun den geballten Zorn vom Rest der Welt zu spüren.

Fast-Food-Konzern:McDonald’s
Gründung:15. April 1955, San Bernardino
Hauptsitz:Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten
Umsatz:23,32 Milliarden US-Dollar
Filialen:39.200

Ukraine-Krieg: McDonalds lässt russische Filialen offen – und ernet Shitstorm

Die Welle der Solidarität mit der Ukraine ist riesig, selbst Bars verbannen inzwischen weltweit russischen Wodka* und allein auf der Demo in Hamburg gingen 30.000 Menschen auf die Straße und verfolgten einen bewegenden Auftritt von Natalia Klitschko*. Aufgrund des russischen Einmarsches in das osteuropäische Land wächst auch der politische Druck auf Unternehmen, Stellung zu beziehen; viele große Unternehmen haben bereits angekündigt, ihre Geschäfte in Russland einzustellen, darunter auch der Sportartikelhersteller Nike, der Bezahldienst PayPal* und das schwedische Möbelhaus IKEA*, meldet Reuters.

Mit kyrillischen Buchstaben steht „McDonalds“ über einer Filiale der amerikanischen Fastfood-Kette McDonalds.
McDonald‘s verkauft weiter seine Burger in Russland – und bekommt dafür nun mächtig Gegenwind von Kunden und Kundinnen aus der ganzen Welt. © Jan Woitas /dpa

Ikea, Apple und Microsoft stellen Geschäfte mit Russland ein, McDonald´s verkauft weiter Fritten

Doch ausgerechnet der US-amerikanische Fast-Food-Riese McDonald‘s, der gerade erst Kunden gegen sich aufbrachte, weil er Big Mac mit Chicken anbietet, verdient weiter munter an Burgern und Fritten in seinen rund 847 russischen Filialen. Eine Tatsache, die nun weltweit für Empörung unter den Kunden und Kundinnen sorgt.

Ukraine-Krieg: US-Aktionärsverband ermahnt Pepsi, McDonalds und Co. zum Rückzug vom russischen Markt

Nachdem ein Schreiben des mächtigen, milliardenschweren New Yorker Pensionsfonds publik wurde, in dem zahlreiche Unternehmen wie Pepsi, Estée Lauder und eben auch McDonald´s aufgefordert wurden, ihre geschäftlichen Aktivitäten in Russland einzustellen, brach ein internationaler Sturm der Entrüstung los, wie der „Stern“ berichtet. Seit Tagen hagelt es nun Wutkommentare auf Twitter und Co. Auf den McDonald´s Tweet „Ratet mal, was meine Lieblingsbestellung ist“ antwortete eine Userin: „Ratet mal, wer in Russland ganz normal Geschäfte macht - keine Überraschung #BoykottMcDonalds“.

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Social-Media-Shitstorm für McDonald´s: Immer mehr rufen zum Boykott des Fast-Food-Riesen auf

Immer mehr Menschen fordern in den sozialen Medien inzwischen zum Boykott der Imbisse mit dem goldenen M auf: „Es ist nicht viel, was man aufgeben muss, um die Ukraine zu unterstützen, also lass die Burger und Pepsi weg“, ruft etwa ein User auf. Eine weitere Nutzerin twittert: „Ich liebe es nicht. McDonalds führt seine Geschäfte in Russland wie gewohnt weiter, was bedeutet, dass die Unternehmens- und Umsatzsteuern, die es dort zahlt, DIREKT Putins illegalen und mörderischen Krieg in der Ukraine unterstützen.“

Geschäfte mit Russland: McDonald´s schweigt bisher zu den Vorwürfen

Auch der „New York State’s Pension Fund“ hatte in seinem Brief an McDonald‘s die Unterbrechung oder Beendigung der Geschäftstätigkeit in Russland gefordert, als Zeichen der Verurteilung Russlands für die „grundlegende Untergrabung der internationalen Ordnung... die für eine starke und gesunde Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung ist“, zitiert Reuters das Schreiben. Doch weder der Schnellrestaurant-Gigant noch die anderen angeschriebenen Unternehmen reagierten bisher auf die Bitte um Stellungnahme.

So unklar also die zukünftige Geschäftspolitik des Burger-Imperiums im von Wladimir Putin* geführten Land bleibt. Klar ist, dass die welthistorische These des US-Autors Thomas Friedman, die besagt, dass noch nie zwei Staaten, in denen die amerikanische Fastfood-Kette Restaurants betreibt, Krieg gegeneinander geführt hätten, widerlegt ist. Sowohl in der Ukraine als auch offensichtlich weiterhin in Russland betreibt das Unternehmen Filialen. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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