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Tierqual-Skandal bei Ludger Beerbaum: Verbotener „Barren“ eingesetzt

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Von: Bjarne Kommnick

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Ein RTL-Beitrag vom Reiterhof von Reitstar Ludger Beerbaum zeigt angeblich verbotene Trainingsmethoden wie das Barren, die gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.

Riesenbeck – Das sogenannte „Barren“ ist im Pferdesport laut den Regeln der Deutschen Reiterlichen-Vereinigung FN nicht erlaubt. Dabei handelt es sich um eine illegale Trainingsmethode für Pferde, die nicht nur im Reitsport verboten ist, sondern auch gegen das Tierschutzgesetz verstößt. Genau diese Methode soll laut einer Recherche von dem Investigativjournalisten Günter Wallraff auf dem Pferdehof des deutschen Reitstars Ludger Beerbaum praktiziert werden. Videoaufnahmen sollen die Vorwürfe bestätigen.

ReiterLudger Beerbaum
Geboren26. August 1963
Größe1,9 m
GeburtsortDetmold

Olympia-Reiter Ludger Beerbaum: Vorwurf Tierqual – Trainingsmethode „Barren“

Nun drohen dem vierfachen Olympia-Sieger rechtliche Konsequenzen. Der Reiter äußerte sich zu bislang persönlich nicht dazu. Laut Berichten der Bild soll der 58-jährige doch nach Sichtung bereits zu einer Stellungnahme sein. Bereits in den 90er Jahren war es ein Skandal als die gleiche Methode bei dem Springreiter und Pferdezüchter Paul Schockemöhle aufgeflogen war. Nun mehr als zwanzig Jahre danach sorgt die Technik wieder für Furore.

Springreiter Ludger Beerbaum.
Auf dem Hof von Reitstar Ludger Beerbaum soll es zu verbotenen Trainingsmethoden gekommen sein. © dpa/Britta Pedersen

Das „Barren“ ist eine Technik, bei der dem Pferd, während es eine Hürde überspringt, auf die Vorderbeine geschlagen wird. Das Ziel dieser Methode sei es, dass Pferde im Wettkampf ihre Beine noch höher an ihren Körper heranziehen. Die Technik ist sein rund 30 Jahren in Deutschland verboten. Dennoch werde die Methode unter wenigen Reiterinnen und Reitern immer wieder angewendet.

Deutsche Reiterliche-Vereinigung FN will Skandal-Videos sichten

Auch die Deutsche Reiterliche-Vereinigung FN kündigte an, die Vorwürfe unerlaubter Trainingsmethoden im Stall von Ludger Beerbaum prüfen zu wollen. „Wie wir schon 2020 und 2021 gegenüber RTL zum Ausdruck gebracht, nehmen wir die Vorwürfe sehr ernst“, erklärt FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach. „Genau deshalb werden wir das am späten Dienstagabend ausgestrahlte Filmmaterial sorgfältig analysieren und anschließend entsprechende Schlüsse zum weiteren Vorgehen ziehen.“

RTL veröffentlichte Video von verbotenen Trainingsmethoden bei Ludger Beerbaum

Währenddessen forderte Lauterbach RTL dazu auf, dass der Sender gestatte, der Vereinigung die gesamten Aufnahmen zur Verfügung zu stellen: „Wir fordern RTL deshalb erneut auf, uns dieses vollständig zur Verfügung zu stellen“, sagte Lauterbach. Bereits jetzt, „unabhängig von dem gezeigten Beitrag, können wir klar sagen, dass der Gebrauch von Vierkantstangen sowie genopptem oder gestacheltem Stangenmaterial inakzeptabel ist und nicht im Einklang steht mit den Grundsätzen des fairen Pferdesports“.

Tierquälerei auch beim Olympia-Reitskandal um Annika Schleu: Verfahren eingestellt

Bereits in den 70er-Jahren startete die öffentliche Kritik gegen das Barren. Damals Hatte Journalist Horst Stern in einer ARD-Serie namens „Sternstunde“ mit seinen „Bemerkungen über das Pferd“ erstmalig auf die Problematik aufmerksam gemacht. Gerade erst hat die Staatsanwaltschaft Potsdam erst die Ermittlungen gegen Reiterin Annika Schleu und Bundestrainerin Kim Raisner aufgehoben, nachdem es bei Olympia in Tokyo zum Skandal beim modernen Fünfkampf kam.

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Damals häufte sich heftige Kritik gegen Olympia-Reitsport. Daraus folgten Konsequenzen: Der zuständige deutsche Verband für Reiten bei Olympia wollte zuletzt sogar Reiten von der Liste streichen. Kurz vor dem Vorfall um das deutsche Olympia Team stürzte Reiter Robin Godel, sodass das Olympia-Pferd Jet Set eingeschläfert werden musste. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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