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Thomas Gottschalk ätzt: „Die junge Generation ist weichgekocht und ängstlich“

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Von: Yannick Hanke

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Moderator Thomas Gottschalk ledert los. In einem Interview arbeitet sich der einstige „Wetten, dass..?“-Star an der „jungen Generation“ ab.

München – Wetten, dass er nie Ruhe gibt? Die Rede ist von Moderator Thomas Gottschalk, der auch im stolzen Alter von 72 Jahren noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Dafür sorgt der einstige „Wetten, dass…?“-Star schon. An Jobs mangelt es ihm nicht, ins Gespräch bringt sich der Kumpel von Günther Jauch auch selbst. Im Gegensatz zu Schauspieler Heiner Lauterbach, der das Gendern regelrecht zerstört, hat sich Gottschalk aber noch nicht an der Sprache abgearbeitet.

In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ holt Thomas Gottschalk vielmehr zum großen Rundumschlag aus – und hat dabei vor allem die „junge Generation“ von heute im Visier.

Radiomoderator:Thomas Gottschalk
Geboren:18. Mai 1950 (Alter 72 Jahre), Bamberg
Größe:1,92 m
Partnerin:Karina Mroß (2019–)
Ehepartnerin:Thea Gottschalk (verh. 1976)
Kinder:Roman Gottschalk, Tristan Gottschalk
Bücher:Herbstblond

„Weichgekocht und ängstlich“ – Thomas Gottschalk ätzt gegen Generation Z

An kaum einem deutschen Prominenten scheiden sich die Geister so sehr wie an Thomas Gottschalk. Das jahrelange Aushängeschild der ZDF-Unterhaltungsshow „Wetten, dass..?“ steht gerne im Mittelpunkt. Mal beabsichtigt, oft ungewollt. Egal, hauptsache im Gespräch bleiben. Reue kann ja immer noch im Nachhinein gezeigt werden. Dachte sich Gottschalk wohl auch bei seinem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“, das durchaus hohe Wellen schlagen könnte. Wie auch die Aussage eines Forschers, dass Helikoptereltern eine „Generation lebensunfähig“ produziert haben.

Links wird auf einem Smartphone das Logo von TikTok angezeigt. In der Mitte macht eine junge Frau ein Foto mit ihrem Smartphone. Rechts verschränkt TV-Moderator Thomas Gottschalk die Arme und guckt leicht grimmig zur linken Seite.
Stört sich an „weichgekochten“ und „ängstlichen“ Influencern: Ex-„Wetten, dass..?“-Moderator Thomas Gottschalk. © Rolf Vennenbernd/Jens Büttner/Jens Kalaene/Gregor Fischer/dpa/Montage

Ciao, Altersmilde: Thomas Gottschalk zerlegt „ängstliche“ Influencer der Generation Z

Schon zu Beginn des Gesprächs wird Thomas Gottschalk auf die „neue Entertainment-Generation“ angesprochen, für die er nicht viel übrig hat. Das kann und will der Moderator gar nicht leugnen. „Ich muss aufpassen, dass ich nicht meine komplette Zeit damit verplempere, irgendwelche Reality-Stars oder Youtube-Influencer zu beschimpfen, weil ich nicht an sie glaube. Das ist die große Gefahr, in der ich derzeit bin, dass ich mir ständig denke: Meint ihr das wirklich ernst?“, heißt es von Gottschalk.

Thomas Gottschalk tun Influencer leid: Ex-„Wetten, dass..?“-Moderator hatte früher mehr Freiheiten

Namen möchte Thomas Gottschalk partout nicht nennen. Er stört sich vor allem daran, dass Influencer mit einer großen Zahl an Followern nichts falsch machen möchten. Sie seien gedanklich nur bei ihren „fünf Millionen Followern“, bloß nichts an Reichweite einbüßen. Gottschalk scheint das wiederum egal zu sein. Er nimmt auch bei seinen Urteilen über die digitalen Youngster, die überwiegend aus der Generation Z stammen, kein Blatt vor den Mund. Selbiges gilt für den Hamburger Chef, der keine jungen Leute mehr einstellt, da sie „nach sechs Stunden zum Yoga“ müssten.

 Die junge Generation heute ist so weichgekocht und so ängstlich auf Erfolg bedacht. Die steht so unter Druck. Das tut mir leid.

Moderator Thomas Gottschalk im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“

Dann erinnert sich der ehemalige „Wetten, dass…?“-Moderator an seine Anfänge beim Radio. Dort hätte er deutlich mehr Freiheiten gehabt und auch schon mal „Sänger und Redakteure beschimpft“. Und das alles live auf Sendung, die Zuhörer wären begeistert gewesen. Heutzutage wohl kaum mehr vorstellbar. Soziologen führen den mangelnden Biss der heutigen Youngster auch auf überbehütende Erziehung zurück, die laut Forschern eine „Generation lebensunfähig“ produziert hat.

Thomas Gottschalk ist sein „Leben lang vor Ernsthaftigkeit davongelaufen“

„Junge Leute“ scheinen Thomas Gottschalk zwar nicht grundsätzlich ein Dorn im Auge zu sein. Schließlich hat er auch mal klein angefangen und gehörte selbst einmal zur „jungen Generation“, erklärt der Entertainer. Vielmehr störe er sich an den heutigen Verhaltensweisen. Die Rede ist von einer „merkwürdigen Ernsthaftigkeit“, keine wolle etwas falsch machen, riskieren oder gar lustig sein. In das gleiche Horn stoßen schon länger Erziehungsexperten, die beklagen, die fatale Fürsorge von Rasenmäher-Eltern mache aus Kindern „schwache Persönlichkeiten“.

Den Mangel an Heiterkeit könne er, der sein „Leben lang vor Ernsthaftigkeit davongelaufen“ sei, nicht verstehen. Und der Beruf des Moderators habe für ihn schlichtweg nichts mit Ernsthaftigkeit zu tun. Das hat er in seiner seit rund 45 Jahre andauernden TV-Karriere oft unter Beweis gestellt. Seinem Namen macht er somit alle Ehre. Hat er doch stets den Gottschalk im Nacken. Wetten, dass die nächste Generalabrechnung nicht lange auf sich warten lässt?

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