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Tesla muss über 500.000 E-Autos zurückgerufen – weil sie furzen

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Von: Christian Einfeldt

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Ein Feature stattet Tesla-Modelle mit kuriosen Warngeräuschen aus: Laut Verkehrsbehörde eine Gefahr für den Straßenverkehr – Rückruf für über 500.000 E-Autos.

Austin, Texas – E-Autos sind ohne den typischen Motoren-Sound so leise, dass sie laut Verkehrsverordnung akustische Warnsignale brauchen. Das soll Fußgänger schützen. Folgerichtig hat Tesla seine Autos mit dem sogenannten „Pedestrian Warning System“ ausgestattet – und es beim Sound-Design ziemlich übertrieben: Die „Boombox“-Funktion gab es noch oben drauf und die sorgt nun für Ärger. Denn als witziges Feature gedachte Signale, könnten im Straßenverkehr eine ernsthafte Gefahr darstellen. Tesla reagiert und ruft nun über 578.000 E-Autos schlagartig zurück.

Autohersteller:Tesla, Inc.
Gründung:1. Juli 2003, San Carlos, Kalifornien, Vereinigte Staaten
CEO:Elon Musk (Okt. 2008–)
Hauptsitz:Austin, Texas, Vereinigte Staaten

Tesla-Elektroautos massenhaft aus dem Verkehr gezogen – eine halbe Million E-Autos hat furzende Hupe

Elon Musk präsentierte die neueste Funktion bereits im Jahr 2020: „Ändern Sie ihr Hupsignal auf Ziege, Schlange, Saxofon oder Weihnachts-Jingles“. Auf Twitter erklärte der Tesla-CEO die sogenannte „Boombox“-Funktion, die es möglich macht, den Sound der Hupe anzupassen. Doch damit ist jetzt Schluss: Die US-amerikanische Bundesbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) knöpft sich 578.000 Elektroautos vor. Alle betroffenen E-Autos müssten zurückgerufen werden, so der Appell seitens des Verkehrsministeriums. Ob Furz oder Ziege – bei solchen Geräuschen, denken schließlich wohl nur die wenigsten an die Ankunft eines E-Autos. Verkehrssicherheit klingt anders.

Die betroffenen Tesla-Modelle sind übrigens keineswegs die einzigen E-Autos, die zur Rechenschaft gezogen wurden. Das General-Motors-Fahrzeug „Chevrolet Bolt“ musste bereits aus dem Verkehr gezogen werden – wegen Brandgefahr. Erst kürzlich hat ein Elektroauto einen Großbrand ausgelöst*, weil sich der Akkus entzündet hatte. Weil die Gefahr auch für andere E-Fahrzeuge besteht, wurden Elektro-Busse in Hannover aus dem Verkehr gezogen. Das Akku-Feuer-Problem ist auch der Grund, warum manche E-Autos nur noch mit einem 15-Meter-Abstand parken dürfen*.

Tesla-E-Autos laden.
578.607 Elektroautos von Tesla mussten wegen des „Boombox“-Features zurückgerufen werden. (Symbolbild) © IMAGO / MiS

Tesla: Unfallgefahr bei E-Autos wegen furzender Hupe – warum jetzt eine Behörde eingreift

Für die NHTSA stellt die kuriose Tesla-Idee eine immense Gefahr dar. Passant*innen könnten es lustig finden, per Furz oder Tier-Sounds angehupt zu werden – doch das Risiko eines Unfalls sei schlichtweg zu hoch. Die lustigen Geräusche sollen am Ende ja ernstzunehmende Warngeräusche sein. Doch eine solche Identifikation fällt schwer. Dahingehend hält die US-Verkehrssicherheitsbehörde in einem Bericht fest, was für Konsequenzen die furzenden Autos haben können: Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Straßenverkehr zum Crash kommt, steigt. Nun bleibt Tesla also nichts anderes übrig, als auf die Aufforderung der US-Behörde zu reagieren.

Tesla „Boom-Funktion“ mit kuriosen Warngeräuschen wird ausgetauscht: E-Autos dürfen wieder auf die Straße

Wie heise.de berichtet, sind von dem Tesla-Rückruf mehrere E-Auto-Typen betroffen. Konkret würde es um das Model 3 (ab Baujahr 2017) sowie die Modelle S, X und Y (je ab Baujahr 2020) gehen. In Summe macht das also 578.607 zurückgerufene Elektroautos, die alle eines gemeinsam haben: das integrierte Boombox-Feature. Für jede betroffene Person ist es zweifelsohne ein Ärgernis. Doch immerhin: Während zuletzt eine E-Auto-Fahrt den Kurztrip einer Familie zur endlosen Odyssee machte, können sich die Tesla-Kund*innen dennoch glücklich schätzen.

Dank des sogenannten „Over-the-Air-Updates“ sollte die ordnungsmäßige Fahrtüchtigkeit der E-Autos schon bald wieder hergestellt werden. Im Straßenverkehr normalerweise nicht zu erwartende Geräusche wie Fürze oder Laute einer Schlange, die statt einer gängigen Hupe ertönen, sind dann Geschichte. Warnsignale wie diese wird es fortan also nicht mehr geben. Zumindest nicht mehr während der Fahrt – laut Future Zone könne man die Sounds beim Parken nach wie vor abspielen.So eine Lösung quasi per Knopfdruck würden sich viele Elektroauto-Fahrer*innen sich auch bezüglich „willkürlichen“ Strompreise, die E-Auto-Fahrer doppelt und dreifach an Ladestationen zahlen lassen wünschen. *kreiszeitung.de und 24auto.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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