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Studie schockt: Großeltern schaden ihren Enkelkindern

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Von: Anika Zuschke

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Großeltern lieben es, ihre Enkel zu verwöhnen. Das ist für die Eltern nicht nur anstrengend, es kann laut einer Studie sogar böse Folgen für die Kinder haben.

Glasgow – „Noch ein Stückchen Kuchen?“ und „Natürlich darfst du etwas länger wach bleiben!“ sind Sätze, die viele Enkelkinder bei ihren Großeltern sicher schon einmal gehört haben. Denn die meisten Omas und Opas tragen ihre Enkel auf Händen und lieben es, sie zu verwöhnen. Schließlich erhalten Großeltern auch viel weniger Zeit mit den kleinen Rackern als ihre Eltern – und die will gut genutzt werden. Doch eine schottische Studie hat nun erhoben, dass genau dieser – eigentlich gut gemeinte – Einfluss der Großeltern auf ihre Enkelkinder schädliche Auswirkungen haben kann.

Forschungsuniversität:Universität von Glasgow
Motto:Via, Veritas, Vita
Gründung:1451
Ort:Glasgow, Vereinigtes Königreich

Studie der Universität Glasgow ergibt: Großeltern können schädlichen Einfluss auf ihre Enkel haben

Die Untersuchungen der Universität Glasgow beschäftigen sich weitestgehend mit dem Thema Gesundheit der Enkel. Denn da Großeltern einen nicht unbeträchtlichen Teil zu der Erziehung der Enkelkinder beitragen, sollte auch ihre Rolle näher unter die Lupe genommen werden. Schließlich nutzen viele Eltern Oma und Opa gerne als Babysitter. Das dachte sich auch eine junge Mutter aus den USA – die Oma verbringt hingegen unter dem Motto „Ich bin doch keine Kita“ nur gegen Geld Zeit mit ihrem Enkel.

Im Gegensatz zu dieser Oma lieben die meisten Großeltern es, ihre Enkel hingebungsvoll zu umsorgen. Da darf es dann auch gerne mal von allem etwas mehr sein: Mehr Fernsehen, mehr Süßigkeiten, mehr Geschenke. Doch was für langfristige Auswirkungen hat dieses Verwöhnen und das ständige Regelbrechen?

Schottischer Studie zufolge fördern Großeltern das Risiko von Übergewicht – und sind schlechtere Vorbilder

Der schottischen Studie zufolge fördern Großeltern durch das sogenannte „over-treating“, also das Erlauben von zu vielen Süßigkeiten, das Risiko für Übergewicht. Ein weiteres Thema sind schlechte Angewohnheiten wie das Rauchen: Laut Analysen der Universität von Glasgow halten sich Großeltern diesbezüglich nicht immer an die Regeln der Eltern. Stecken Oma oder Opa also vor ihren Enkeln eine Zigarette an, könnten die Kinder diese schlechten Verhaltensweisen mit schönen Erinnerungen verknüpfen – und sie später adaptieren.

Großeltern sollten sich ihrer Vorbildfunktion also durchaus bewusst sein. Ein interessantes Vorbild bietet eine 61-jährige Oma in Georgia, die einen 37 Jahre jüngeren Mann in seinen 20ern heiratete*.

Eine Großmutter füttert ihre Enkeltochter mit Kuchen.
Zu viele Freiheiten: Laut Studie können Großeltern schädlichen Einfluss auf ihre Enkelkinder haben. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Wenn Oma und Opa es mit der Sonderbehandlung und den gelockerten Regeln übertreiben, kann das auch zu erheblichen Problemen bei der Erziehung führen. Denn im schlimmsten Falle fordern Kinder diese Sonderbehandlung auch von ihren Eltern ein oder gewöhnen sich zu sehr daran, immer nur das zu machen, wonach ihnen gerade ist. Manche Eltern übertreiben es aber zugegebenermaßen auch mit der strengen Erziehung: Eine Mutter fordert von ihrem 7-jährigen Sohn Miete, damit er Verantwortung lernt*. Andere Eltern hingegen sehen ihre Elternrolle etwas zu locker: Wie eine Mutter, die ohne ihre Tochter in den Urlaub geflogen ist, da ihr Pass abgelaufen war*.

Um schlechten Einfluss von Großeltern auf Kinder zu vermeiden: Regeln vereinbaren

Nichtsdestotrotz können Großeltern aber natürlich auch extrem positive Einflüsse auf ihre Enkelkinder haben. Das beweist eine Oma aus China, die jeden Tag 24 Kilometer läuft, um ihren gelähmten Enkel in die Schule zu bringen*. Denn Omas und Opas können ihren Enkelkindern das bieten, was Eltern in der Hektik des Alltags oft verloren geht: Zeit.

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Im optimalen Fall sollten Eltern und Großeltern deswegen feste Regeln vereinbaren, die für alle gelten. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen wird Oma und Opa aber natürlich ein gewisser Spielraum gelassen. Auf diese Weise sind die Kinder nicht verwirrt, welche Regeln zu Hause und welche Lockerungen bei den Großeltern geltend gemacht werden. Kommunikation ist also auch in diesem Fall der Schlüssel zum Erfolg. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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