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Strom fürs E-Auto jetzt teurer als Sprit: Preisklatsche bei Tesla und Co.

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Von: Bjarne Kommnick

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Das Laden von E-Autos ist nun mitunter tatsächlich teurer, als Sprit für Verbrenner. Das gilt für die Teslas Supercharger – und nicht für diese Ladestationen.

Austin – Elektroautohersteller Tesla hat die Preise für ihre Supercharger-Ladestationen in Deutschland deutlich erhöht – und steht damit nicht alleine da. Laut dem Nachrichtenportal „teslamag.de“ sei der Preis für Fahrerinnen und Fahrer von Teslas in Deutschland nun auf 69 bis 71 Cent pro Kilowattstunde gestiegen (Stand September 2022). Für Nicht-Tesla-Fahrer betrage der Preis sogar 80 bis 82 Cent. Damit ist das Laden an Superchargern erstmals in der Geschichte von Elektroautos teurer als die gleiche Strecke mit Benzin zurückzulegen. Das betrifft unter anderem auch Elektroautofahrer, die an Ladestationen von Ionity Strom laden wollen – oder müssen. Schließlich gibt es beispielsweise in Niedersachsen nur eine Landestation auf 22 E-Autos – die Wahl haben Fahrer da längst nicht immer.

AutoherstellerTesla
CEOElon Musk
Gründung1. Juli 2003, San Carlos, USA
HauptsitzAustin, USA

Öffentliche Ladestationen von Elektroautos: 38 bis 79 Cent pro Kilowattstunde möglich

Für Anbieter von öffentlichen Ladestationen lässt sich zwar keine allgemeine Aussage treffen, da die Preise häufig schwanken. Gute Nachrichten für Elektroauto-Fahrer gibt es beispielsweise von Unternehmen wie der ADAC oder Telekom: Diese bieten laut „efahrer.chip.de“ derzeit Strompreise an den von ihnen betrieben Ladestationen von rund 38 bis 42 Cent (Stand 12. September) pro Kilowattstunde an und somit immer noch eine günstigere Alternative zu Benzinern.

Doch die schlechten Nachrichten lassen leider nicht lange auf sich warten: Gerade in Autobahnnähe und natürlich gerade entlang des Autobahnnetzes, wird bei einigen Anbietern das Laden von Autostrom deutlich teurer werden: Bei Ionity sind beispielsweise sogar bis zu 79 Cent pro Kilowattstunde möglich. Das übertrifft den teuren Tesla-Preis noch einmal drastisch. Kein Wunder, dass da bereits ein Drittel der Deutschen lieber mit Wasserstoff fahren möchte. Schließlich entwickeln deutsche Forscher bereits ein Wasserstoff-Auto, das mit einmal tanken 1.000 Kilometer schafft.

Hohe Strom-Kosten für E-Autos: Laden an Tesla-Superchargern auf 100 Kilometer teurer als Benzin

Vergleicht man das meistverkaufte Tesla Model 3 mit dem beliebtesten Verbrenner Deutschlands, dem VW Golf wird klar: Der Tesla verbraucht auf 100 Kilometern rund 17 Kilowatt. Vom ADAC bekommt er dafür sogar 55 von 60 möglichen Punkten für seine Energieeffizienz. Bei einem Preis von mindestens 69 Cent würden also Kosten in Höhe von 11,73 Euro anfallen. Zuletzt wurde Tesla sogar vorgeworfen, alle Supercharger in Deutschland illegal im Betrieb zu haben.

Ein weißer Tesla lädt an einem Supercharger
Ein Tesla Model 3 ist zurzeit um die 2 Euro pro 100 Kilometer teurer als ein benzinbetriebener VW Golf. © imago

Ein Golf 7 verbrauche laut Werksangaben auf der gleichen Strecke rund 5 Liter Benzin, was bei einem aktuellen Benzinpreis von 1,946 Euro (Stand 27. September 11 Uhr) Kosten in Höhe von 9,73 Euro verursachen würde, aber damit noch einen glatten Unterschied von 2 Euro pro 100 Kilometer ergeben würde. Zudem würden die Preise von Benzin und Diesel laut ADAC derzeit zurückgehen, bei Stromkosten scheint ein solcher Trend derzeit noch nicht absehbar zu sein.

Tesla wirbt für angeblich günstige Ladestrom-Preise für E-Autos: „Weniger als Benzin“– ist das gelogen?

Auffällig scheint es jedoch zu sein, dass Tesla auf seiner deutschen Supercharger-Website immer noch damit wirbt, „weniger als Benzin“ zu kosten. Ist das gelogen? Auf öffentliche Supercharger dürfte diese Aussage je nach Verbrauch des Benziners aktuell nicht mehr allgemein zutreffen, jedoch fahren Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos noch deutlich billiger als Verbrenner, wenn sie ihr Auto Zuhause laden.

E-Auto laden an eigener Wallbox deutlich günstiger als Sprit – doch die haben längst nicht alle Elektroauto-Fahrer

Denn private Ladeboxen, deren staatliche Förderung zuletzt eingestellt wurde, orientieren sich immer noch Strompreis, der derzeit in Deutschland durchschnittlich bei 42 Cent liegt (Stand 11. September 2022). Eine Wallbox kann allerdings nicht jeder E-Auto-Fahrer einfach anbringen – das geht nur im Eigenheim oder, wenn der Vermieter das in seiner Immobilie veranlasst. Und auch der heimnahe Supermarkt bietet oftmals keinen Spar-Lichtblick mehr: Das Laden von E-Autos ist bei Lidl und Kaufland nicht mehr kostenlos – aber immerhin noch deutlich günstiger als Benzin und Diesel.

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