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Komfort wird teuer: Sitzheizung und Co. bei BMW nur noch im Abo

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Von: Bjarne Kommnick

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BMW lässt sich in einigen Ländern Komfort in seinen Fahrzeugen extra bezahlen. Auch in Deutschland. Die Sitzheizung gibt es nun erst ab 17 Euro im Monat.

München – Was nach einem Online-Streamingdienst klingt, scheint sich auch in der Automobilbranche zu etablieren. Erste Hersteller setzen auf Abo-Systeme, damit bestimmte Funktionen des Autos freigeschaltet werden. Dazu gehört auch BMW. Das Unternehmen bietet Komforts wie die Sitzheizung in einigen Ländern ab sofort nur noch gegen Extrakosten an. Auch in Deutschland müssen sich Kundinnen und Kunden darauf einstellen.

AutomobilherstellerBMW
HauptsitzMünchen
Mitarbeiterzahl118.909
Gründung7. März 1916

BMW setzt auf Abo-System: Sitzheizung kostet 175 Euro pro Jahr

Doch das sorgt für Kritik. Denn je häufiger sie genutzt wird, desto teurer soll das Angebot werden. Beispiel Sitzheizung: Verbraucherinnen und Verbraucher könnten dabei zwischen einem Monats-, Jahres- oder Dreijahresabo entscheiden. Erst für 17 Euro im Monat, 175 Euro im Jahr oder 275 Euro auf zwei Jahre können BMW-Fahrerinnen und Fahrer ihre Sitzheizung benutzen. Für schlappe 390 Euro lässt sich die Sitzheizung immerhin „unbegrenzt“ freischalten. Zuletzt kündigte BMW zudem an, Wasserstoffautos in Serie produzieren zu wollen.

Das Interieur eines BMW M3
BMW will Sitzheizungen als Abo anbieten. Für 17 Euro im Monat, 175 Euro im Jahr oder 275 Euro für drei Jahre kann man die bereits vorhandene Funktion künftig freischalten lassen. (Symbolbild) © BMW AG

BMW packt Sonderausstattung hinter Bezahlschranke

Nicht alle Fahrzeuge scheinen dafür geeignet zu sein. Auf der Seite von BMW heißt es: „Die Verfügbarkeit des Features hängt von der in Ihrem BMW verbauten Hardware ab. Sobald Sie sich in den BMW Store eingeloggt haben, werden Ihnen automatisch nur Services angezeigt, die Sie mit Ihrem Fahrzeug erwerben können. Ist der Dienst nicht verfügbar, ist die benötigte Hardware nicht in Ihrem BMW verbaut“.

Das beheizte Lenkrad funktioniert nach dem gleichen Modell. Auch für das automatische Fernlicht und den adaptiven Tempomaten muss obendrauf gezahlt werden. Für den Fernlicht-Assistenten verlangt BMW acht, für die Lenkradheizung neun Euro.

Tesla setzt schon länger auf ein Abo-System für Extrafunktionen

Immerhin: Die Technik dafür ist in den geeigneten – ohnehin schon kostspieligen – Fahrzeugen bereits verbaut. Wer einen Vertrag abschließt, muss wenigstens nicht erst in eine Werkstatt fahren, um die Sitzheizung einbauen zu lassen, sondern kann direkt darauf zugreifen. BMW ist nicht der einzige Hersteller, der auf sogenannte Mikrotransaktionen setzt.

Tesla bietet schon länger ein Abo-System für Extrafunktionen an. Ob Allrad-Antrieb, Sitzheizung oder Extrakapazität in der Batterie, erst nach der Zahlung eines Monatsbeitrages werden diese Funktionen freigeschaltet. Zuletzt fiel Tesla auf, weil sie 4500 Euro forderten, um die vollständige Reichweite des Tesla Model S freigeben.

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