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„Sensationell“: Perseiden-Sternschnuppe schlägt im Familien-Pool ein

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Von: Bjarne Kommnick

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Vermutlich eine Sternschnuppe hat den Pool einer Familie beschädigt. Verantwortlich dafür könnte der Perseiden-Meteorstrom letzte Woche sein.

Neuss – Eigentlich wollte Markus Roßkothen aus Neuss nur seinen Pool reinigen. Doch dann entdeckt er etwas Außergewöhnliches: geschmolzene Stellen in der Bodenplatte des Schwimmbeckens und kleine Gesteinsteile im Filter. Der Schaden scheint gering zu sein, aber für Roßkothen ist er unerklärlich. Dass es sich dabei um einen Schaden durch Sternschnuppen aus der Perseiden-Nacht handeln dürfte, ist ihm zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst.

StadtNeuss
Fläche99,48 km²
Höhe40 m
Bevölkerung155.414

„Sensationell“: Perseiden-Sternschnuppe landet im Familien-Pool in Neuss

Erst als er seine Frau Maria-Christin Roßkothen um Rat fragt, begreift er, welche Entdeckung er kurz nach dem Höhepunkt der sogenannten Perseiden, also den Nächten im August, in der besonders viele Sternschnuppen unterwegs waren, gemacht haben dürfte. „Ich habe mich völlig gewundert, wie es zu so einer Beschädigung kommen kann“, erklärt Roßkothen gegenüber „rtl.de“. „Ich fragte meine Frau, die wie aus der Kanone geschossen sagte, dass es an einer Sternschnuppen-Beschädigung liegen könnte“.

Eine Sternschnuppe am Nachthimmel und ein Pool in einem Garten
In der Perseiden-Nacht schlägt eine Sternschnuppe im Privatpool einer Familie in Neuss ein. (Symbolbild) © Matthias Balk/dpa/imago/Montage

Pool mutmaßlich von Meteorit beschädigt: „Das kann ja gar nicht sein“

Doch das habe Roßkothen zunächst nicht glauben wollen: „Und ich dachte nur, das kann ja gar nicht sein, Blödsinn“. Trotzdem wollte er der Vermutung seiner überzeugten Frau auf den Grund gehen und wird im Internet fündig. Die Beschreibung scheint zutreffend zu sein: Zum einen habe das Paar kieselgroße Steine entdeckt, die, wie die meisten Meteoriten, aus Gestein und Metall bestehen würden, sprich: Viele von ihnen sind magnetisch.

Familie entdeckt mutmaßlich Sternschnuppen im Pool: „Sensationell“

Zum anderen sprechen die Einschlaglöcher für sich. Denn damit ein Schaden wie im Pool der Roßkothens entstehen kann, müsse das Gestein noch unter Wasser mindestens eine Temperatur von 160 Grad haben. Und die Löcher im Pool am Grund seien eben regelrecht eingeschmolzen. Maria-Christin Roßkothen sieht sich deshalb in ihrer Theorie bestätigt, auch wenn ein abschließender Laborbefund noch aussteht. „Das war natürlich total besonders, überhaupt auf diese Idee gekommen zu sein“.

Perseiden-Meteorstrom

Mitte August sind am Nachthimmel besonders viele Sternschnuppen zu sehen. Verantwortlich ist dafür der Perseiden-Meteorstrom. Er ist jedes Jahr im Zeitraum vom 17. Juli bis zum 24. August aktiv. Seinen Höhepunkt erreicht er zwischen dem 9. und 13. August. In Spitzenzeiten sind dabei bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen.

Perseide-Sternschnuppen sind dafür bekannt, besonders hell zu sein. Die Perseiden werden durch Bruchstücke des Kometen 109P/Swift-Tuttle ausgelöst, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Benannt sind die Perseiden nach dem Sternbild Perseus, in dem der Radiant des Meteorschauers liegt.

Kölner Astronom bekräftigt: „Wert, das näher zu untersuchen“

Und auch wenn ein kleiner Schaden an ihrem Pool entstanden ist, empfinde sie die Entdeckung als „sensationell“ und erklärt: „Ich habe mich schon ein bisschen gefreut“. Der Astronom Harald Bardenhang bekräftigt die Familie in ihrer Theorie: „Wenn das etwas größere Stücke sind, dann können die bis auf die Erde fallen und hier als Steinchen gefunden werden“, erklärt er „rtl.de“. Gegenüber „t-online.de“ fügte der Leiter der Sternwarte Nationalpark Eifel hinzu: „Es ist es wert, das näher zu untersuchen.“

Die Perseiden-Nacht ist nicht das einzige Himmelspektakel 2022. Der Juli bot den hellsten und größten Supermond 2022, doch auch im August ist es erneut zu einem Supermond gekommen. Im März waren bereits Polarlichter über Norddeutschland zu sehen,

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