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Hochbegabter Junge wird mit 18 Doktor der Mathematik

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Von: Bjarne Kommnick

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Yanik Kleibrink schafft neben dem Abitur mal eben seinen Mathe-Bachelor und -Master. Nun promoviert der Hochbegabte mit gerade einmal 18 in Mathematik.

Frankfurt – Der Karriereweg des 18-jährigen Yanik Kleibrink könnte ungewöhnlicher kaum sein. Zwar macht er mit 17 – wie viele andere Schülerinnen und Schüler – sein Abitur, doch gleichzeitig erwirbt er seinen Bachelor- und Master-Abschluss in Mathematik an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Nun, mit 18 Jahren, promoviert er und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Team von Professor Martin Müller im Institut für Mathematik und im Sonderforschungsprojekt „Geometry and Arithmetic of Uniformized Structures“.

Hochschule:Goethe-Universität Frankfurt am Main
Studentenzahl:46.119
Gründung:1914
Präsident:Enrico Schleiff

Schülerstudent holt Abi, Bachelor und Master gleichzeitig

Insgesamt habe Kleibrink laut Uni Frankfurt fünf Jahre an der Uni studiert. Erstmalig fällt sein Talent für Mathematik in Florida auf. Denn seine Familie wandert für vier Jahre in die USA aus, als der Schüler in der Grundschule ist. An US-amerikanischen Schulen werden am Ende jedes Schuljahres Prüfungen geschrieben: „Dort bin ich mit meinen Leistungen in der Mathematik aufgefallen“, so Kleibrink gegenüber seiner Uni.

Yanik Kleibrink an der Uni Frankfurt.
Yanik Kleibrink promoviert bereits mit 18 Jahren in Mathematik an der Uni Frankfurt. © Uni Frankfurt

Hochbegabter Junge holt sich mit 18 Mathe-Doktortitel

Daraufhin bieten ihm seine Lehrerinnen und Lehrer an, dass er alle Mathematik-Kurse für die höheren Jahrgänge besuchen dürfe: „Somit habe ich bis zum Ende der 7. Klasse sehr viel Wissen erwerben können“. Doch erst als die Familie vor acht Jahren zurück nach Deutschland gekommen ist, wird es konkret. Hier bekommt er mit 12 Jahren das Angebot als sogenannter Schülerstudent an die Uni zu gehen.

Hochbegabter Schülerstudent sieht sich selbst nicht als „Wunderkind“

Zwar war es durchaus ungewöhnlich, dass sich plötzlich ein 12-Jähriger unter den Studierenden befand, „ich bin aber sehr herzlich an der Uni aufgenommen worden, sowohl von meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen als auch von den Dozierenden“, so Kleibrink. Mit der Doppelbelastung Schule-Universität habe er gut umgehen können, das Verhältnis zu den Studierenden beschreibt er als entspannt.

Doch als „Wunderkind“ habe sich Kleibirnk nie gesehen. „In der Schule wussten manche gar nicht, dass ich nebenbei studiere. Viele haben sich auch einfach gefreut, wenn ich ihnen bei Mathematikaufgaben helfen konnte.“ Doch seine Erfolge sprechen für sich: 2019 holte er die Silbermedaille bei der „International Olympiad of Metropolises“ für Frankfurt und wurde 2019 und 2020 Bundessieger in Mathematik, womit er auch in die „Studienstiftung des deutschen Volkes“ aufgenommen wurde, so die Uni.

Professor über Hochbegabte: „Vielleicht müssten die Lehrkräfte noch etwas aktiver werden“

Nun konzentriere er sich zunächst auf seine Doktorarbeit. Ob er irgendwann auch eine Professur an der Uni anstrebt, lässt er noch offen: „Soweit denke ich jetzt noch nicht. Aber länger an der Hochschule zu arbeiten und zu forschen, fände ich schon klasse.“ In Niedersachsen machte zuletzt Deutschlands jüngster Gymnasiast, ein Hochbegabter, als Überflieger auf sich aufmerksam: Mit acht Jahren war der Junge bereits Zehntklässler.

Professor Müller, der Kleibrink auf seinem Weg begleitet hatte, erklärt: „Die herausragendsten Schülerinnen und Schüler fallen sicher in der Schule von allein auf. Aber einiges Potenzial, Schülerstudenten und -studentinnen früher zu fördern und für Wissenschaft zu begeistern, bleibt sicher unentdeckt“. Deshalb appelliert er: „Vielleicht müssten aber die Lehrkräfte noch etwas aktiver werden. Wir Hochschullehrende können nur die Jugendlichen fördern, die kommen“. In Bad Lauterberg ist beinahe eine ganze Familie hochbegabt – das Leben leicht macht das für Kinder und Eltern indes nicht immer.

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